Tierquälerei bei Seelow
: Angeschossener Storch soll jetzt einen Namen bekommen

Der Storch, der Anfang August in Groß Neuendorf bei Letschin mit einem Luftgewehr angeschossen worden war, wird in einer Auffangstation in Buschdorf überwintern. Jetzt soll er einen Namen bekommen.
Von
Ulf Grieger
Buschdorf
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Noch etwas humpelig, aber schon sehr aktiv: Der in Groß Neuendorf Anfang August mehrfach beschossen Storch erholt sich bei der Tierschützerin Ute Weidlich in Buschdorf bei Seelow.

Noch etwas humpelig, aber schon sehr aktiv: Der in Groß Neuendorf Anfang August mehrfach beschossene Storch erholt sich bei der Tierschützerin Ute Weidlich in Buschdorf bei Seelow.

Ulf Grieger
  • In Groß Neuendorf wurde am 7. August ein Storch mit einem Luftgewehr beschossen.
  • Nach einer OP in Strausberg sind die Geschosse entfernt, der Zustand ist gut.
  • Der Vogel erholt sich bei Ute Weidlich in Buschdorf – er wird dort überwintern.
  • Die Kripo ermittelt weiter; Hinweise auf die Täterschaft werden geprüft.
  • Gesucht wird ein Name für den Storch, Fischspenden von Anglern sind willkommen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Storch, der am 7. August in Groß Neuendorf bei Letschin mit einem Luftgewehr angeschossen worden war, war am Dienstag (11. August) in Strausberg operiert worden. Die Geschosse wurden aus dem Flügel entfernt. Jetzt befindet sich das Tier bei Tierschützerin Ute Weidlich in Buschdorf.

Der Zustand des Tieres ist gut. Allerdings hat er bereits die Abreise seiner Artgenossen in den Süden verpasst. Bei gutem Futter wird er nun wohl im Oderbruch überwintern müssen.

Die Kripo ermittelt noch immer zu dem Fall von schwerem Verstoß gegen den Tierschutz erklärte Roland Kamenz von der Polizeidirektion Ost. Es habe auch schon Hinweise auf die Täterschaft gegeben, denen jetzt nachgegangen werde. Ute Weidlich bewahrt die aus dem Tier  entfernten Geschosse auf, mit denen der Vogel zu verschiedenen Zeiten beschossen worden war. Vom zweiten Storch aus dem Nest in Groß Neuendorf fehlt jede Spur.

Storch gemeinsam mit anderen Tieren in Auffangstation

Für Ute Weidlich und ihren Mann Burkhard Albrecht bedeutete die Aufnahme des Storches, nun eine Dreiviertelstunde früher aufzustehen. Denn das Schussopfer ist nicht der einzige tierische Gast in der Auffangstation. Da sind zwei junge Rehböcke, die Jäger gebracht haben und die noch die Flasche bekommen. Sie werden bald in ihre neue Heimat nach Wriezen ins Wildgehege und nach Eisenhüttenstadt gebracht.

„Bisher heißt der Storch auf dem Hof einfach Adebar“.
Ute Weidlich
Tierschützerin aus Buschdorf

Da ist auch noch das drei bis vier Wochen alte Igelkind, das auch noch die Flasche bekommt. Insgesamt gibt es gerade vier Igel in der Station, von denen zwei auch verletzt sind. Und schließlich lebt dort noch ein zwei Monate altes Häschen, das auch bald das Weite suchen darf. „Das Füttern und Pflegen der Wildtiere macht aber auch viel Spaß“, versicherte Ute Weidlich, die als Lehrerin in Seelow arbeitet. „Da steht man gern früher auf.“

Geschosse sichergestellt: Mit solchen Diablo-Geschossen wurde der Storch in Groß Neuendorf beschossen. Noch ermittelt die Kripo.

Geschosse sichergestellt: Mit solchen Diablo-Geschossen wurde der Storch in Groß Neuendorf beschossen. Noch ermittelt die Kripo.

Ulf Grieger

Ihr Mann ist schon seit ein paar Jahren in Rente und unterstützt sie. Der langjährige Kranfahrer, der in Berlin viele der Elfgeschosser in den Großsiedlungen mit errichtet hat, ist in der Altmark in einem Dorf aufgewachsen und kennt sich mit Tieren aus. „Ich mag das hier. Und auch unser Hund hat sich schon an den Storch gewöhnt“, erzählt er.

Ute Weidlich freut sich über weitere Fischspenden. Es gibt viele Angler im Oderbruch. Die kleineren Fische sind ideal für den Wintergast. „Wir bekommen schon von einigen Anglern Fische. Fischer André Schneider hatte kürzlich drei Eimer voll gebracht. Das ist ganz toll. Herzlichen Dank dafür“, sagt sie.

Flaschen-Kitze: Ute Weidlich füttert zwei Rehböcke, die bald ihre neue Heimat in Wriezen und Eisenhüttenstadt finden werden.

Flaschen-Kitze: Ute Weidlich füttert zwei Rehböcke, die bald ihre neue Heimat in Wriezen und Eisenhüttenstadt finden werden.

Ulf Grieger

Für den Storch wird auch noch ein Name gesucht. Bisher heißt der Storch auf dem Hof einfach „Adebar“. Wer eine passende Idee hat, kann sie vorschlagen (ute.weidlich@gmx.net, Tel. 01752794489). Ein wenig hofft die Tierschützerin auch, dass sich der Storch nächstes Frühjahr für ein Nest gleich gegenüber der Landesstraße in ihrem Garten entscheidet. Dort hatte sie mal eine Nistgilde gebaut. „Aber wahrscheinlich sind die anderen Nester zu dicht dabei“, vermutet sie den Grund, warum dieses Angebot bislang von den Adebars ausgeschlagen wurde.

Tierschützerin hoffe, dass sich Täter selbst stellt

Ute Weidlich hofft auch, dass sich der Täter selbst stellt. Schön wäre es, wenn er zur Wiedergutmachung den Tierschutz unterstützt, etwa das Tiergehege Wriezen, wo am 6. September von 14 bis 19 Uhr das Wildtiergehege-Fest stattfindet. „Ich schieße selbst auch gern mal mit dem Luftgewehr auf die Scheibe und habe auch mal im Schützenverein geschossen“, sagt sie. Das sei ein schöner Sport. Man kann dabei gut abschalten. Aber der Tierschutz müsse unbedingt berücksichtigt werden.

Igelaufzucht. Drei bis vier Wochen alt ist das Igelkind, das Ute Weidlich mit der Flasche aufzieht.

Igelaufzucht: Drei bis vier Wochen alt ist das Igelkind, das Ute Weidlich mit der Flasche aufzieht.

Ulf Grieger