Töpfermarkt: Töpfe, Tassen und Torten
Genug Parkplätze im Dorf
Die Groß Neuendorfer, insbesondere die im Kulturhafenviertel, sind aus den Vorjahren gewarnt und haben ihre Grundstückszufahrten vorsorglich markiert, um sie nicht zuparken zu lassen. Aber Groß Neuendorf bietet genug Parkflächen, auch wenn man dafür an solchen Ausnahmetagen wie zum Töpfermarkt einen Spaziergang durchs Dorf in Kauf nehmen muss.
Die Töpfer zeigten die ganze Bandbreite ihres Könnens vom fast schon kitschigen Keramikkätzchen und Gartennippes bis zum großen Gurkeneinlegetopf aus Braunzeug vom Groß Neuendorfer Töpferhof. Einige der langjährigen Marktteilnehmer konnten aus gesundheitlichen Gründen nicht anreisen, bedauerte Manfred Dannegger.
Mit Ruhe und Gemütlichkeit
Sylvia Kort, Töpferin aus Jakobshagen in der Uckermark war mit ihren Keramik zu zweiten Mal dabei. Ihr Alltagsgeschirr verziert sie mit Landschafts–Motiven ihrer Wahl–Heimat, die bei Boitzenburg und Carwitz liegt, oder auch mit Schmetterlingen und Blüten auf weißer Glasur, die in Fayence–Technik entsteht. Lebensfroh und bunt geht es dabei zu. Seit mehr als 30 Jahren, also noch zu den Wendezeiten, hatte sie sich mit dem Handwerk selbständig machen können. Zunächst war sie eine „Aussteigerin“, war von Berlin aufs Land gezogen. „Das meiste verkaufe ich von der Werkstatt aus. Ich bin sonst gar keine Marktverkäuferin, erzählt sie. Ihre Stammkundschaft allerdings sei groß und sie freue sich über viele bekannte Gesichter im Oderbruch.
Seit mindestens zehn Jahren kommt Susanne Eigenfeldt aus Altreetz nach Groß Neuendorf. Ihr gefällt dort die Gemütlichkeit, mit der die große Töpferfamilie gemeinsam mit den Landfrauen alles organisiert. „Hier ist alles total entspannt und freundlich“, sagt sie. Den Oderdamm im Rücken, hat sie nahezu die gesamte Alte Dorfstraße im Blick.
Jeder hat seine Handschrift
Neben den zahlreichen direkten Kundenkontakten genieße sie auch den kollegialen Austausch mit den anderen Handwerkern. Obgleich mitunter die ähnlichen Motive wie die vom Oderbruch, wie sie bei Katrin Heinrich aus Ortwig und Susanne Eigenfeldt zu sehen sind, doch verwandte Züge aufweisen, sind sie doch von der ganz eigenen Handschrift der Handwerkerinnen durchwebt. „Natürlich ist man immer neugierig auf das, was die anderen machen. Genau gleich wird es ohnehin nie“, sagt Susanne Eigenfeldt. Besonders deutlich wird das bei Marina Blumenhagen und ihrer typischen Reitweiner Wiesenkeramik oder bei den Arbeiten von Victor Baselly aus Ortwig.
Für die Bewirtung der vielen Töpfermarkt–Besucher sorgen schon seit Jahren die Landfrauen. 50 selbstgebackene Torten und Kuchen hielten sie an der Deichauffahrt bereit, wo Astrid Gellenthin mit ihren Vereinskolleginnen die Kuchenbar eröffnet hatte. „Wir haben dafür auch eine Menge Unterstützer“, sagte die Ortwigerin. Landfrauenvereins–Chefin Ramona Melchert stand derweil am Grill. Sie ist stolz auf ihre 20 Mitglieder. Doch die allein würden den Ansturm gar nicht bewältigen können. „Wir sind fleißige Netzwerker und haben damit auch viele Kontakte und Freundschaften, die uns nun dabei helfen“, erzählte sie.
Vor allem Regionales im Angebot
Alles, was die Landfrauen den Gästen anbieten, kommt aus der Region. So sind das Fleisch und die Würste vom Neubarnimer Fleischer Andreas Herter, der seinerseits wieder viele regionale Produkte verarbeitet. Er kooperiert auch mit anderen regionalen Herstellern. Bei ihm gibt es Groß Neuendorfer Sauerkraut, Honig vom Ortwiger Imker, Apfelsaft aus Letschin und Wollprodukte aus Altbarnim. Das Brot und die Brötchen zum Würstchen kommen ebenfalls aus dem Oderbruch. Das haben die Landfrauen von der Rathstocker Bäckerei Kock geholt.


