Touchpoints
: Mannshohe Smartphones informieren Touristen in Seelow und der Region

Sogenannte „Touchpoints“ informieren Einheimische und Touristen über Ausflugsziele, Gästebetten und Veranstaltungen in MOL.
Von
Cornelia Link-Adam
Seelow
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Wer Smartphone kann, kann auch Touchpoint: Ein interaktiver Info-Bildschirm der Tourismusregion Seenland Oder-Spree (TSOS) wurde in der Seelower Kreisverwaltung vorgestellt von Katrin Riegel von der TSOS-Geschäftsführung, dem Beigeordneten Rainer Schinkel, zugleich Vize-Chef des TSOS), und Stefan Huber von der Technik-Firma HuberMedia aus Bayern (v.l.).

Cornelia Link-Adam

Einfache Programmführung

Es sieht aus wie ein übergroßes Mobiltelefon und lässt sich mit einfachen Berührungen per Finger steuern. Gleich neben dem Empfang im Foyer des Landratsamtes in Seelow gibt es nun einen Touchpoint. Nutzer finden von ihrem Standort ausgehend viele Angebote: Messer und Gabel stehen für Gastronomie, Wellen für Aktionen am und im Wasser.

Entstanden sind die Touchpoints im Rahmen des deutschlandweit einmaligen Leader-Kooperationsprojektes der LAG Oderland mit der LAG Märkische Seen. 500.000 Euro kostet das Vorhaben, 80 Prozent sind Landes-Fördermittel, der Rest wird als Eigenanteil erbracht. „Ziel des Projektes ist es, die Gäste an allen Punkten ihrer Reise über die Möglichkeiten der Region zu informieren, damit den ländlichen Raum zu stärken und auch die Wertschöpfung zu erhöhen“, erklärt der Beigeordnete des Landrats, Rainer Schinkel, zugleich Leiter des Wirtschaftsamtes Märkisch-Oderland und stellvertretender Vorsitzender des TSOS bei der Vorstellung des Gerätes.

Es gibt 125 Standorte im Seenland, die nun mit der Technik bestückt werden, fügte Katrin Riegel von der Geschäftsführung des Tourismusverbandes an. Damit kommt das Projekt nach zweijähriger Vorbereitung nun zum Abschluss. Als Pilotprojekt gibt es diese Technik bereits erfolgreich längst in der Neuhardenberger Tourist-Info und auch im Schloss. In Innenbereichen handelt es sich um verschieden große Info-Säulen. Ein großes Smartphone findet man im Seelower Landratsamt, eine kleinere Variante beispielsweise im Kunstspeicher Friedersdorf. Wandbildschilrme sind in der Tourist-Info in Seelow nutzbar oder seit Dienstag auch im Seecamp Oderbruch in Alt Zeschdorf. „Dort haben Urlauber kurz nach dem Aufstellen sich gleich über Wanderrouten informiert. Berührungsängste gab es mit der Säule keine“, erzählt Stefan Huber von der bayrischen Firma HuberMedia als Technik-Partner über seine Erfahrungen.

Weitere Geräte kommen auch noch ins Waldhotel Seelow, nach Trebnitz (Dorfladen sowie Museum), Golzow (Gasthaus Wagner, Filmmuseum „Kinder von Golzow"), nach Altlewin (Gaststätte Alter Fritz), aber auch nach Lebus, Letschin (Landhaus Treptow) und bis hoch nach Kuhbrücke. Buckow (vor der Tourist-Info) und Bad Freienwalde (Oderbruch-Museum Altranft), Wriezen und Altlandsberg werden zeitnah bestückt. Parallel dazu sollen über ein Interreg-Förderprogramm mit ähnlichen Angeboten bald ebenfalls das Umland, Bad Freienwalde und Strausberg versorgt werden, kündigen die Touristiker an. Bei den jetzigen Touchpoints gibt es zudem elf Outdoorstationen. „Ziel ist es, an Standorten zu informieren, wo keine Berater sind“, so Schinkel und ist überzeugt, mit dem neuen Angebot habe man nun viel mehr Möglichkeiten sich zu informieren als bisher.

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Säulen sind barrierefrei nutzbar

Die Technik der Säulen sei zudem soweit ausgereift, dass sie erkennt, wenn Kinder oder Rollstuhlfahrer davorstehen – Barrierefreiheit ist gegeben, weil sich der Bildschirm dann auf deren Körperhöhe herunterfährt. Da laut der Touristiker coronabedingt jetzt mehr Menschen in der Region unterwegs sind, seien die Touchpoints ideale Informanten zu Sehenswürdigkeiten, Gastronomie, Unterkünften, Museen und Einkaufszentren. Der Verband aktualisiert Angebote ständig, hat 3000 Datensätze eingepflegt. Vom Standort aus ist eine Umkreissuche bis 50 Kilometer möglich. Die Säulen laufen über Internet, gespeist aus Gebäuden in der Nähe.

Individualisierbare Angebote dank MeinSOS

Nutzer der Touchpoints können sich ihre Tourismus-Tipps für ihre weiteren Touren einfach von der Station aus mitnehmen – über einen QR-Code am Bildschirm direkt auf ihr Handy ziehen. Auf den digitalen Touchpoints wird die Software MeinBrandenburg genutzt, die für Reiseregionen individualisierbar ist und im Seenland Oder-Spree zu MeinSOS wird. In der MeinSOS-App bekommen Gäste und Einheimische viele Tipps für Ausflüge, Restaurants und Veranstaltungen. Nach Interessen können Angebote gefiltert werden, auch zu gutes/schlechtes Wetter und für später in Merklisten abgespeichert werden.⇥co