Umbau: Arbeiten in einer Baustelle
Was haben Sie gesagt?“ Sich mit Sandra Hirsch derzeit in Neuhardenberg zu unterhalten, klappt teilweise nur schreiend. Die junge Frau ist mit ihrem Kosmetik–Studio langjährige Mieterin in der Gemeindebaracke. Diese wird derzeit im Birkenweg 2 aufwändig umgebaut. Und dabei muss nun auch Sandra Hirsch Baulärm aushalten können. Und schon wieder frisst sich laut kreischend der Presslufthammer gleich nebenan in den Boden. Sandra Hirsch winkt ab. Wenig später ist Ruhe. „So geht es hier schon eine ganze Weile“, sagt die Kosmetikerin.
Bereits Ende Januar dieses Jahres hatte sie sich mit ihrer benachbarten Kollegin Diana Hohensee (Nagelstudio) an die MOZ gewandt. Beide bemängelten fehlende Infos als Mieter zum bevorstehenden Bauvorhaben. Nun ist es Realität. „Und die Kommunikation ist nicht wirklich besser geworden“, sagt Sandra Hirsch.
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Als die Bauarbeiten vor zwei Wochen losgingen, stand für die Notdurft plötzlich ein Dixi–Klo auf dem Hof. Das sollten die Hausmieter, aber auch die Besucher nun benutzen, weil ja die bisherigen Sanitärräume in der Baracke umgebaut werden. „Das ging mal gar nicht, ein Dixi–Klo ist ja nicht zumutbar“, fand Sandra Hirsch. Der Protest in der Gemeinde und der Amtsverwaltung zeigte Wirkung. „Jetzt haben wir wenigstens einen großen Toiletten–Wagen für Frauen und Männer hinterm Haus stehen.“
Während das Notdurft–Problem gelöst ist, muss die Kosmetikerin sich nun mit dem Arbeiten auf einer Baustelle arrangieren. Letzte Woche wurde im Besucherflur des langgezogenen Hauses gearbeitet – in der Decke gebohrt und neue Leitungen verlegt. „Zum Glück ist jetzt alles sauber“, sagt Sandra Hirsch.
Mehrfach kam zum Putzen auch ihre Mutter Ingrid Dreher vorbei. Termine mit Kunden hat Sandra Hirsch indes etliche schon verlegt — auf die Früh– und Abendstunden, wenn die Bauarbeiter nicht da sind. Wer dazwischen Behandlungen hat, reagiert genervt. „Etliche Kunden sind sauer, andere haben Verständnis.“ Die Beeinträchtigungen müsse man halt aushalten, auch wenn es schwer fällt. „Die Bauleute machen ja auch nur ihren Job.“ Sandra Hirsch will durchhalten. „Was bleibt mir auch anderes übrig.“ Sie sucht das Gespräch mit den Bauarbeitern. „Infos bekommt man nur von denen, kaum vom Amt.“ Lobend erwähnt sie aber Bürgermeister Mario Eska. "Der kümmert sich, war schon zweimal da.“ Er hatte ihnen damals, als er schon mal Bürgermeister war, sogar sein Bürgermeisterbüro zur Verfügung gestellt.“
Nebenan dröhnt es wieder. Martin Kulinna und Leszek Grupinski haben erneut den Presslufthammer angeworfen. „Wir reißen hier gerade den Betonfußboden raus“, sagen die beiden Mitarbeiter der Hoch– und Tiefbaufirma Erich Jaß aus Libbenichen. Stück um Stück werden die Brocken, teils noch mit Fliesen daran, aus den Räumen, auch einstigen Bädern und Toiletten entfernt. Schubkarrenweise fliegt der Schutt vor die Tür in Container, wird über die Firma entsorgt. Im Baugrund wird Folie ausgelegt, auch Dämmung. Noch in dieser Woche wird der neue Beton, 20cm dick, eingebracht.
Ist der Fußboden fertig, werden weitere Gewerke wie Putzer, Elektriker, Fliesenleger und Maler anrücken. Schließlich sollen die Räume das neue Domizil des Bauhofs werden — mitsamt Duschen und Sanitäranlagen. Die sieben Gemeindearbeiter sind derzeit noch nebenan in einer Garage untergebracht.
Die Gemeinde investiert für Umbau und Ausstattung der Baracke 250 000 Euro. Laut Info–Zettel des Amtes, angebracht am Eingang, dauern die Arbeiten noch bis 20. September. Leben müssen die Mieter bis dato auch mit kurzen Unterbrechungen in der Strom– und Wasserversorgung und temporärer Lärmbelästigung.


