Unternehmen in Seelow
: Zwischen Leerstand und Wachstum, so ist die Entwicklung

Rund 90 Vertreter von Unternehmen haben mit der Stadtverwaltung Seelow über die aktuelle Entwicklung der Kreisstadt von MOL gesprochen. Das sagt Bürgermeister Robert Nitz.
Von
Ulf Grieger
Seelow
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Vision von Seelow-Süd: Robert Nitz (parteilos), Bürgermeister von Seelow, hat den Gewerbetreibenden im Kulturhaus der Kreisstadt die aktuelle Situation erläutert.

Vision von Seelow-Süd: Robert Nitz (parteilos), Bürgermeister von Seelow, hat den Unternehmen im Kulturhaus der Kreisstadt die aktuelle Situation erläutert.

Ulf Grieger
  • In Seelow steigen 2023 die Gewerbeanmeldungen leicht: 43 Anmeldungen, 39 Abmeldungen.
  • Leerstand in der Innenstadt bleibt Problem, neue Geschäfte wie Barber-Shop und Fitnessstudio eröffnen.
  • Großprojekte geplant: Seelow-Süd mit 50 Eigenheimen, 120 Wohnungen und Edeka-Center ab 2026.
  • Kulturhaus wird bis 2027 für 4 Mio. Euro saniert; Seelow-Stipendium soll Lehrer und Ärzte anwerben.
  • Stadt investiert in Wohnraum, Bildung und Sicherheit – neue Polizeiwache bis 2026 geplant.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Rund 90 Gewerbetreibende aus Seelow und Werbig waren der Einladung von Bürgermeister Robert Nitz zum zweiten „Tag der Gewerbetreibenden“ ins Kulturhaus gefolgt. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten konnte Nitz einen Anstieg der Gewerbeanmeldungen verkünden. Hatte es im vorigen Jahr noch mehr Ab- als Anmeldungen gegeben, so liegt die Zahl der Neuanmeldungen in Seelow in diesem Jahr bisher mit 43 etwas höher als die der Abmeldungen (39)

Nitz zeichnete ein realistisches Bild der Entwicklung der Stadt. Der Leerstand bei den Geschäften des Einzelhandels in der Innenstadt sei nicht zu übersehen. Er verwies aber auch auf neue Geschäfte wie den Barber-Shop und den Bubble-Tea-Laden sowie das Fitnessstudio und die Wiedereröffnung des Naturkostladens „Nussschale“ mit jüngerer Führung.

Hinzu kamen kreative Lösungen wie die Einbindung des Schreibwarenangebots ins „Post-Fässchen“. Nitz unterstrich die Wertschätzung und Unterstützung der lokalen Unternehmen: „Ihre Innovationskraft und Ihr Engagement sind das Rückgrat unserer Stadt.“

Unternehmen in Seelow: Engagement der Händler ungebrochen

Auch wenn mit der Schließung der Geschäfte für Mode, Schuhe und Bücher die Attraktivität der Einkaufsmeile an der Frankfurter Straße gelitten hat, sei das Engagement der verbliebenen Innenstadt-Unternehmen für die Stadt ungebrochen, erklärte Citymanagerin Ilona Weisemann auf Nachfrage.

Ilona Weisemann geht auch nicht davon aus, dass dieses Engagement der Einzelhändler gebremst wird, wenn die großen neuen Handelshäuser, das Edeka-Center in Seelow-Süd (2026), der Lidl-Markt in der Breiten Straße und die Woolworth-Filiale dort (ab 2028) öffnen. Das habe sich auch bei der Zusammenkunft im Kulturhaus gezeigt. Bei der Lichternacht am 28. November wirken zahlreiche Firmen zusammen und ermöglichen verlängerte Öffnungszeiten und einen Lampionumzug.

Bereits am Vormittag wird der Bibliothek das zweite Kinderbuch mit dem Seelower Stadtmaskottchen, dem Ziegenböckchen Leo, präsentiert. Der hat mit Hans, dem Esel von Seelow aus dem Schweizerhaus und Hertha, der Gans aus der einstigen Mästerhochburg Werbig, Freunde gefunden, mit denen die fast 775-jährige Stadtgeschichte kindgerecht erzählt wird, wie der Bürgermeister verriet. Doch es seien nicht nur solche Veranstaltungen, die Identität stiften. Für die Unternehmen sei es vor allem auch die Investitionstätigkeit der Stadt.

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Zusammenhalt der Seelower Unternehmen: Zu Tag der Gewerbetreibenden konnte Bürgermeister Robert Nitz viel Zustimmung für die dynamische Entwicklung der Stadt erfahren.

Ulf Grieger

Viele Aufträge für Unternehmen in Seelow

Der Bürgermeister konnte den Unternehmern vorstellen, was in den kommenden Jahren in der Kreisstadt von MOL gebaut wird. Damit verbunden sind auch Aufträge für die Unternehmen in der Region des Mittelzentrums Seelow. Das heißt, dass die Beschäftigten auch künftig gute Arbeit in der Nähe haben werden.

Zum einen betrifft das den Aufbau des neuen Stadtviertels Seelow-Süd. Im künftigen Stadtviertel ist der Bau von insgesamt rund 50 Eigenheimen geplant. Hinzu kommen mehrere Mehrgeschosser der Sewoba mit bis zu 120 Wohnungen. Für Seelow bedeutet das auch einen wichtigen Einwohnerzuwachs.

Nitz machte deutlich, dass sich Seelow damit der 6000-Einwohner-Marke nähert (mit Werbig). Aktuell leben 5716 Menschen in der Stadt. Wie wichtig der Einwohnerzuwachs ist, hat jetzt eine Senkung der Schlüsselzuweisung für 2026 um 480.000 Euro gezeigt. Denn das Land hat mit Berufung auf den Zensus 2022 die Einwohnerzahl um 165 gesenkt, so Nitz.

Natürlich müssen im neuen Wohngebiet die Einwohner auch versorgt und ernährt werden. Die Familien mit Kindern erwarten eine gute Bildung. Wobei die Stadt mit dem zehn Millionen Euro umfassenden Schulbauprogramm vorgesorgt hat. Wenn allerdings die Kapazitätsgrenze von 600 Grundschülern und 480 Oberschülern überschritten werde, müsse man sich Gedanken über den Bau einer neuen Schule machen, so der Bürgermeister. Weitere Anbauten seien nicht möglich.

Seelow-Stipendium vorgestellt

Eines der größten Bauvorhaben ist die umfassende Sanierung des vor knapp 70 Jahren erbauten Kulturhauses für rund vier Millionen Euro bis zum Jahre 2027. Das Angebot dieses Hauses mit seinen rund 400 Veranstaltungen im Jahr sei ein wichtiger Standortvorteil auch für Unternehmen und ihre Mitarbeiter. Der Bürgermeister stellte das zum Sommersemester greifende Sonder-Stipendium der Stadt vor, mit dem gezielt Lehrer und Ärzte für die Stadt geworben werden.

Dazu gibt es bereits einen Werbefilm. Auch die Sicherheit werde in Seelow gewährleistet, so der Bürgermeister. In spätestens drei Jahren werde das ehemalige Jobcenter zur neuen Polizeiwache gestaltet. Für die alte Wache an der Breiten Straße gebe es bereits Pläne. „Krankenhaus, Feuerwehr und Polizei sind für uns drei ganz wichtige Stützen der Stadtentwicklung“, betonte der Bürgermeister.