Wenige Tage nach dem Ausbruch der Geflügelpest in einem Betrieb im Nordosten Brandenburgs ist eine weitere Putenhaltung betroffen. Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) sagte am Mittwoch in einer Sitzung des zuständigen Landtagsausschusses, ein zweiter Putenmastbetrieb sei 900 Meter vom ersten Betrieb in Gorgast im Landkreis Märkisch-Oderland unweit der polnischen Grenze betroffen. Dort seien bereits 16.500 Puten getötet worden, sagte Friedmann Hanke, Fachbereichsleiter für Veterinär- und Lebensmittelüberwachung des Landkreises. Nach Angaben des Ministeriums hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) den Virustyp H5N1 bestätigt.

Die bisher stärkste Geflügelpest-Epidemie in MOL und ganz Europa

In der Putenhaltung, in der der vorherige Fall der Tierseuche Ende vergangenen Jahres auftrat, mussten der Ministerin zufolge 19.000 Tiere gekeult werden. „Das ist natürlich sehr traurig“, sagte Nonnemacher mit Blick auf die Tötung der Tiere. Dass das Virus auf den anderen Betrieb überspringe sei wahrscheinlich gewesen, so Fachbereichsleiter Friedmann. „Deswegen habe man Maßnahmen ergriffen.“ Innerhalb eines Radius von 10 Kilometern um die Betriebe gilt eine Stallpflicht für mindestens 30 Tage. Auf Bundesebene sei in dieser Woche eine Konferenz zur Geflügelpest geplant
In diesem Herbst und Winter war das Virus bisher bei Wildvögeln und in zwei Kleinstbeständen in Brandenburg nachgewiesen worden. In der vergangenen Saison mussten rund 159.000 Tiere im Land getötet werden.
Nach Angaben des FLI läuft derzeit in Europa die bisher stärkste Geflügelpestepidemie ab. Die Seuche, - umgangssprachlich auch Vogelgrippe genannt - ist für Hausgeflügel hochansteckend. Ein Erkrankungsfall beim Menschen ist in Deutschland laut Ministerium bisher nicht aufgetreten.