Vogelpest in MOL: Kleintierschau Letschin ohne Geflügel – Kreis will Spielräume nutzen
Die Kleintierausstellung in Letschin ist trotz der strengen Seuchenschutz-Auflagen durch den Kreis MOL gut besucht. Zur Preisverleihung am Samstag um 14 Uhr waren auch die Bundestagsabgeordnete Simona Koß, Sina Schönbrunn (SPD-Landtagskandidatin) und Gregor Beyer, Leiter des Amtes für Landwirtschaft und Umwelt des Kreises MOL gekommen. Mit Letschins Vereinsvorsitzender Elke Bublitz, Landesverbandsvorsitzender Wilfried Keil und Kreisvorsitzender Alexander Hübner wurde sogleich eifrig über Möglichkeiten diskutiert, wie man den vom Land verhängten Erlass zur Vorbeugung gegen Vogelgrippe besser umsetzen kann. Aktuell verhindern die Festlegungen einer kreislichen Allgemeinverfügung, dass Hühner, Enten und Gänse ausgestellt werden.
„Wir lassen uns nicht entmutigen“, erklärte Wilfried Keil. Gregor Beyer machte deutlich, dass der Kreis durchaus Spielräume habe, wie der Erlass des Landes umgesetzt werden kann. Darüber werde in den kommenden Wochen gesprochen. Möglicherweise könnte dann zur Kreisschau in Zechin wieder Geflügel gezeigt werden. Simona Koß will dazu eine Anfrage an den Landrat richten.
Wo eine Kleintierschau stattfindet, kann man meistens schon am Hahnenschrei und Hühnergegacker erkennen. Doch bei der 23. Vereinsschau der Kleintierzüchter in Letschin bei Seelow ist das anders. Weder Krähen noch Schnattern dringt aus der Sporthalle des Bildungscampus Letschin.
Und doch werden dort an diesem Wochenende rund 200 Zuchttieren ausgestellt, die auch bestaunt werden dürfen. Letschins Vereinsvorsitzende Elke Bublitz wirbt auch eifrig dafür. Es gibt wieder ein Kaninchen-Schätzen und eine kleine Messe der Fachhändler. Eine Sache macht aber alle Tierfreunde traurig.

Das leise Gurren der Tauben: Dieses Geräusch ist das einzige, das die Stille in der Aussstellungshalle in Letschin unterbricht.
Ulf GriegerKein Mucks kommt von den Tieren
Eigentlich läuft es dort ab wie in den 22 Jahren zuvor: Seit Mittwoch, 25. Oktober, sind die Tiere in der Sporthalle. Am Donnerstagvormittag wurden sie bewertet. Am Freitag wurde die Halle von Kita- und Hortkindern geschmückt. Doch aus den langen Käfigreihen kommt kaum ein Mucks. Kein Wunder! Es sind ja auch ausschließlich Tauben und Kaninchen ausgestellt. Das liegt an der Allgemeinverfügung, die der Landkreis MOL im September 2023 erlassen hat. Die besagt, dass alle Hühner, Enten und Gänse vorsorglich einer tierärztlichen Untersuchung zu unterziehen sind, wenn sie ausgestellt werden. Zudem dürften die Vögel 14 Tage vor der Schau keinen Kontakt mit Wildtieren haben.

Heller Großsilber: Der Kleintierzuchtverein Lertschin führt seine Vereinschau in der Sporthalle Letschin durch.
Ulf Grieger„Das können wir als Züchter hier gar nicht gewährleisten“, sagt Elke Bublitz. Und die Tierarztkosten von bis zu 40 Euro für ein Huhn könne sich auch kein Züchter leisten: „Wir kämen auf sehr hohe Gebühren“, so die Vorsitzende. Sie verweist auf die Praxis in anderen Landkreisen wie Elbe -Elster, die auch mit und ohne solche Allgemeinverfügung Ausstellungen zulassen. Hintergrund war ein Fall von Geflügelpest bei einer Ausstellung in Demmin. Auch in Frankfurt/Oder war kürzlich eine Lösung gefunden worden. Sie hoffe, dass dies bis zur Kreisschau am 8. und 9. Dezember in Zechin auch für MOL gefunden wird. MOL-Sprecher Thomas Berendt verwies auf Nachfrage auf einen Landeserlass, der der Allgemeinverfügung zu Grunde liege.
Die Schau findet am Samstag, 28. Oktober, von 9 bis 18 Uhr und am 29. Oktober von 9 bis 14 Uhr statt. Die feierliche Preisvergabe ist am Samstag, 14 Uhr, geplant.









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