In ihrem Testament hatten Manfred Tamm und sein Bruder Rainer Tamm einst festgeschrieben, mit einem von ihnen gestifteten Fonds die Klautanne von Zechin zu finanzieren. Dennoch geriet sie über einige Jahre in dem kleinen Ort zwischen Golzow und Letschin in Vergessenheit. Es gab zu viele andere Dinge, um die sich gekümmert werden müsste und auch die Corona-Pandemie hatte ihren Anteil.
In diesem Jahr gab es für alle Kinder des Ortes aber eine gute Nachricht: Die Tradition der „Klautanne“ von Zechin wird weitergeführt. Was genau verbirgt sich dahinter? Bei besagtem Event geht es nicht darum, Tannen zu klauen, sondern um ein vorweihnachtliches Beschenken – durch Selbstbedienung.

Selbstbedienung war angesagt

Eingeführt hatte die Tradition in Zechin eben jener, im Jahr 2018 verstorbene, Manfred Tamm. Der aus West-Berlin zugezogene Pensionär stellte in seinem Garten in Zechin ein Gestell auf, an dem er kleine Geschenke wie Pfefferkuchen, Schokolade und Spielzeuge band.
Alle Mädchen und Jungen der Umgebung waren eingeladen, sich an der Klautanne zu bedienen. Die Idee hatte er bei seinem in Westfalen lebenden Bruder kennengelernt. Noch zu Lebzeiten sorgte Manfred Tamm mit der Einrichtung eines Fonds dafür, dass die Tradition auch ohne ihn weiterlebt.
Freude über Süßigkeiten und kleine Spielzeuge: Logan, Finja sowie Ljubis und Alexander gehörten zu den ersten jungen Besuchern an der Klautanne in Zechin.
Freude über Süßigkeiten und kleine Spielzeuge: Logan, Finja sowie Ljubis und Alexander gehörten zu den ersten jungen Besuchern an der Klautanne in Zechin.
© Foto: Cornelia Mikat

Oderbruch Stiftung kümmert sich um Erhalt der Tradition

Diese Aufgabe übernahm vor zwei Jahren die in Wriezen ansässige Stiftung Oderbruch. Nach Corona bedingtem Ausfall im vergangenen Jahr stellten am Sonnabend (17. Dezember) Matthias Trömel und Frank Fiedler erstmals wieder eine Klautanne in Zechin auf. Beide Stiftungsmitglieder bemühen sich gegenwärtig, wie sie berichteten, um eine Kooperation mit Bürgern und Vereinen aus Zechin – für den Erhalt der Tradition.
Vor Ort führten sie spontan ein erstes Gespräch über eine zukünftige Zusammenarbeit mit Kerstin Hagemann-Fuchs von den „Oderlandkids“. Sie ist von der vorweihnachtlichen Aktion begeistert und erzählte, dass ihr Sohn Robert Hagemann, der sich als Kind selbst an der Klautanne von Manfred Tamm bedienen durfte, die Idee inzwischen sogar nach Friedland – in Mecklenburg-Vorpommern – exportierte.
Die Auswahl fiel nicht leicht: Sophie (elf Jahre) und Lina (eineinhalb Jahre) trafen als erste an der gerade erst aufgestellten Klautanne ein.
Die Auswahl fiel nicht leicht: Sophie (elf Jahre) und Lina (eineinhalb Jahre) trafen als erste an der gerade erst aufgestellten Klautanne ein.
© Foto: Cornelia Mikat

Spielzeugautos und Buntstifte

Manfred Tamm wollte, wie überliefert wird, mit seiner Aktion die Vorfreude der Kinder auf das Weihnachtsfest erhöhen. Dieser Gedanke ging am Sonnabend erneut voll auf. Die ersten an der Klautanne eingetroffenen Mädchen und Jungen waren Sophie, Lina, Logan, Finja sowie Ljubis und Alexander. Sie schnappten sich begeistert kleine Koala-Bären, Spielzeugautos und Buntstifte.
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