83 Prozent Zustimmung
Die Idee, sich um einen Platz innerhalb des Netzwerks zu bewerben, sei in einem Projekt zum Thema Rassismus entstanden, das Lehrerin Annegret Firlus mit Zehntklässlern umgesetzt habe, sagte Schulleiterin Kathrin Knospe anlässlich der Titelverleihung auf dem Schulhof durch Projekt-Landeskoordinatorin Andrea Rauch. Leon Schubert, bis vor einem halben Jahr noch Schulsprecher und Mitglied der SPD-Jugendorganisation Juso, habe dann den Kontakt zur Landtagsabgeordneten Elske Hildebrandt hergestellt. Zusammen mit ihrem Vater Jörg hat die Politikerin die Schulpatenschaft für das Projekt übernommen. Damit schließt sich ein Kreis, sagte Andrea Rauch. Denn Patin der ersten Schule mit diesem Namenszusatz in Brandenburg sei 1998 in Beeskow Sozialministerin Regine Hildebrandt gewesen, Elskes Mutter.
Andrea Rauch gratulierte allen Schülern und Lehrern zur Entschlossenheit, mit der sie das Thema vorangetrieben hätten. Voraussetzung für die Verleihung des Titels  ist, dass sich mindestens 70 Prozent der Schulmitglieder dafür aussprechen. An der Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt "Lernen" seien es sogar 83 Prozent gewesen. "Ich bin gespannt, wie ihr euch in das Netzwerk einbringt", sagte sie.
Elske Hildebrandt, kinderpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, spielte in ihren Grußworten auf die Plakette mit dem neuen Namen an, die die Schule seit Montag ziert. Das Projekt sei nicht nur ein Schild an der Schule, die Bekämpfung von Diskriminierung im Allgemeinen und Rassismus im Besonderen ein langer Prozess. Beides zeige sich oft im Kleinen. Zum Beispiel, wenn hinter dem Rücken über andere geredet und Vorurteile über diese verbreitet würden. "Das machen nicht nur Kinder, auch Erwachsene", betonte sie. Sie freue sich, dass sich die Schulgemeinschaft zu diesem Projekt entschlossen habe.
Dort füllen bereits mehrere Projekte den neuen Namen mit Leben. "Wir erarbeiten zum Beispiel gerade einen Schulethos", sagt Leiterin Kathrin Knospe. Fünf bis sechs Leitsätze sollen schon bald in der Schule sichtbar sein. "Wir gehen respektvoll miteinander um", lautet einer. "Wir mobben uns nicht", ein anderer. Stephanie Pischel, Lehrerin in der ersten und zweiten Klasse, findet das Projekt "wunderbar. Den friedlichen Umgang untereinander kann man nicht früh genug erlernen", sagt sie. Sie erfüllt mit Freude, "wenn die Großen auf die Kleinen aufpassen und die Kleinen stolz auf die Großen sind". Zehntklässler John Conrad ist so ein Großer. Als Teil der Schulkonferenz steht er Schülern mit Prob­lemen als Ansprechpartner zur Verfügung.