Bürgermeisterwahl in Strausberg: Können die Kandidaten die Wähler noch mobilisieren?

Die unabhängigen Einzelkandidaten Patrick Hübner und Annette Binder treffen in der Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Strausberg am 29. März aufeinander. Am 21. März können Interessierte sie treffen.
Patrick Pleul/dpa (Bild links), Tilman Trebs- Stichwahl in Strausberg am 29. März: Annette Binder vs. Patrick Hübner
- Wahlbeteiligung zuvor 46,8 % – Sorge um sinkende Mobilisierung
- 21. März: Binder 11–13 Uhr Edeka Hegermühle; 14–17 Uhr Ideenwerkstatt Stadthaus
- 21. März: Hübner 12 Uhr Info-Termin am Marktplatz zu „Briefwahl: Was stimmt wirklich?“
- Wahl am 15. März verschoben; nach Klage Hübners neu am 29. März; Ermittlungen laufen
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Einfach wird es vermutlich nicht, die Strausbergerinnen und Strausberger am 29. März an die Wahlurnen zu bewegen. Schon bei der Hauptwahl zum Bürgermeisteramt gab nicht einmal die Hälfte der Wahlberechtigten ihre Stimme ab; die Wahlbeteiligung lag bei 46,8 Prozent.
Ob das Briefwahldebakel der vergangenen Wochen weitere Wählerinnen und Wähler abschreckt, sich zu beteiligen, kann nur vermutet werden. In den sozialen Medien jedenfalls machen sich besonders jene wortgewaltig Luft, die keinen Sinn mehr darin sehen, von ihrem demokratischen Recht Gebrauch zu machen.
Das wissen auch die unabhängigen Einzelkandidaten Annette Binder und Patrick Hübner, die in den verbleibenden knapp zehn Tagen all ihre Argumente in die Waagschale werfen, um ihre Unterstützerinnen und Unterstützer zu motivieren. Als großer Wahlkampftag hat sich dabei das letzte Wochenende vor der Wahl herauskristallisiert: Am Sonnabend, 21. März, laden beide Kandidierenden dazu ein, mit ihnen ins Gespräch zu kommen – getrennt voneinander.
Annette Binder ist in Hegermühle und im Stadthaus Strausberg
Den zeitlichen Anfang macht Annette Binder, die ihren Stand am kleineren Edeka im Wohnviertel Hegermühle, Am Annatal, von 11 bis 13 Uhr aufstellt und für Fragen zur Verfügung steht. Wie bereits in den Wochen zuvor, möchte die Bürgermeisterkandidatin mit den Strausbergerinnen und Strausbergern ins Gespräch kommen und hören, was sie benötigen, damit „eine zukunftsfähige und lebenswerte Stadt“ für alle gestaltet werden kann. Außerdem verteilen ihre Unterstützerinnen und Unterstützer noch einmal die Flyer zur Stichwahl.
Auf ihrer Webseite ruft sie die Wahlberechtigten dazu auf, ihre Stimme abzugeben – und liefert einen Grund dafür mit: „Gerade nach den letzten Wochen ist es besonders wichtig, dass möglichst viele Menschen wählen gehen. Eine hohe Wahlbeteiligung zeigt, wie sehr den Strausbergerinnen und Strausbergern ihre Stadt und ihre Zukunft am Herzen liegen“, schreibt sie.
Wer um die Mittagszeit keine Zeit hat, kann Annette Binder am Nachmittag treffen. Wenn sich ebenfalls am Sonnabend, 21. März, von 14 bis 17 Uhr die öffentliche Ideenwerkstatt für die Zukunft des Stadthauses, Markt 10, trifft, möchte die Bürgermeisterkandidatin dabei sein, zuhören und Vorschläge aufnehmen. Hintergrund der Zusammenkunft aller Interessierten ist, dass ein Großteil des Strausberger Wahrzeichens nach dem Umzug der Bibliothek leersteht und künftig neu genutzt werden soll.
Patrick Hübner lädt auf den Markt in Strausberg ein
Bürgermeisterkandidat Patrick Hübner lädt alle Interessierten ebenfalls am Sonnabend, 21. März, zu einer Informationsveranstaltung auf dem Marktplatz in Strausbergs Altstadt ein. Das Gesprächsangebot ab 12 Uhr trägt den Titel „Briefwahl: Was stimmt wirklich?“ und soll aus seiner Sicht klären, wie die Abläufe der Briefwahl waren.
Nach den Ereignissen der vergangenen Wochen möchte Patrick Hübner auf Fragen aus der Bürgerschaft eingehen sowie Schlagzeilen, Vermutungen und Gerüchte einordnen, wie er in seiner Einladung schreibt. „Ich werde aktuell sehr häufig gefragt: Was ist wirklich passiert?“, sagt Hübner. „Mir ist wichtig, dass sich alle Strausbergerinnen und Strausberger selbst ein Bild machen können.“
Er ergänzt: „Der Austausch ist ausdrücklich offen gestaltet. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, teilzunehmen und ihre Fragen einzubringen.“ Denn Demokratie lebt vom Vertrauen. Ausdrücklich ermutigt er zur Stimmabgabe: „Jetzt erst recht! Gehen Sie wählen!“, lautet der Slogan dazu auf seinen Wahlflyern zur Stichwahl.
Hübner klagte erfolgreich gegen Wahl-Stopp
Die ursprünglich für den 15. März geplante Stichwahl wird am 29. März nachgeholt, nachdem Strausberger Wahlleitung und Landrat Gernot Schmidt (SPD) Wahlmängel festgestellt hatten. So war unter anderem beanstandet worden, dass die Wahlunterlagen durch die von Bürgermeisterkandidat Patrick Hübner betriebene Postfiliale liefen und er damit theoretisch Zugriff auf rückläufige Wahlbriefe hatte.
Gegen die darauf erfolgte Absage der Wahl durch den Landrat klagte Patrick Hübner erfolgreich, sodass die Stichwahl erfolgen muss. Ob es zu Wahlmanipulationen kam, untersuchen Staatsanwaltschaft und Staatsschutz. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Im ersten Wahlgang am 15. Februar gab es ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Erstplatzierten: Patrick Hübner bekam 22,5 Prozent der Stimmen, die damals Zweitplatzierte Annette Binder 21,2 Prozent.

