Corona: Hotel-Besitzer in Strausberg sehnen sich nach Gästen

Marcell Kästner, Direktor des Lakeside-Burghotels in Strausberg, wartet wie viele seiner Kollegen derzeit auf Lockerungen der Corona-Regeln und Gäste. Im sonst um diese Jahreszeit gut besetzten Restaurant steht er allein. Das Hotel hat 62 Zimmer und beschäftigt 50 Mitarbeiter.
Martin Stralau/MOZDie Betriebe in der Region hoffen, dass sich das schnell ändert. Marcell Kästner, Hoteldirektor vom Lakeside-Burghotel in Strausberg, sieht die Branche mit einer äußerst schwierigen Situation konfrontiert. „Wenn nicht zügig eine vernünftige Hilfe kommt, dann werden viele Betriebe im Nichts verschwinden“, verkündet er. Man sei bis auf Weiteres handlungsunfähig und warte den 4. Mai ab. Geschäftsreisende dürfe man zwar aktuell beherbergen, nur seien diese derzeit gar nicht oder sehr eingeschränkt unterwegs. „Trotzdem müssen wir 24 Stunden am Tag den Hotelbetrieb aufrechterhalten“, sagt Kästner und betont die hohen Kosten, die diese Zeit für Hotels mit sich bringe.
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Die Politik sei aktuell gefordert, Gastronomen und Hoteliers direkt und umgehend zu unterstützen. „Das ist eine anfällige Branche, da reicht auch oft schon ein verregneter Sommer und man kann die Verluste nie wieder aufholen“, erklärt der Hoteldirektor. Man könne als Konsequenz dann nicht einfach die Zimmer am Tag doppelt vergeben und die Gäste dazu bringen, das Restaurant früher zu verlassen, damit die doppelte Anzahl versorgt werden kann, um die Verluste auszugleichen. Gerade das sei eines der wesentlichen Probleme der Branche im Vergleich zur Industrie, wo die Tagesproduktion einfach erhöht und so die Minderproduktion aufgeholt werden könne. In den nächsten Monaten werde die Unterstützung der Kunden wichtiger denn je sein.
„Wir halten uns derzeit mit ein paar Buchungen für Monteure über Wasser“, sagt Britta Tornack, Inhaberin des Hotel Annablick in Strausberg. Obwohl dabei so gut wie nichts herumkomme, "da wir dafür auch noch mit den Preisen zurückgegangen sind“. Drei bis vier Monate könne sie durchhalten, sagt Britta Tornack. Die Soforthilfe teile sie sich mit ihrer Schwester Ute Homann. Ihr gehört das Restaurant „Das gefleckte Schwein“ in Eggersdorf. Da beide Häuser im Rahmen einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) betrieben werden, gibt es nur einmal Geld. Die Politik, findet Britta Tornack, müsse langsam mal sagen, dass die Hotel- und Gastronomiebranche zeitnah wieder hochgefahren wird. Denn auch nach einer Öffnung werde es dauern, bis sich die touristische und auch geschäftliche Nutzung normalisiert habe. Sie rechnet mit anderthalb Jahren. "Den Vor-Corona-Stand werden wir aber wahrscheinlich nicht mehr erreichen.“ Ihr seit 1998 bestehendes Haus mit 13 Zimmern sieht sie gut gerüstet für jegliche Abstandsregelungen und Hygieneanforderungen. „Unsere Zimmer sind sowieso in den meisten Fällen entweder von Paaren belegt oder von einzelnen Handwerkern. Und Sauberkeit ist bei uns das A und O.“
Die Lage sei katastrophal
Auf die schon immer geltenden, strikten Hygieneregeln für Gastronomie und Hotellerie verweist auch Nicole Schössow vom Landgasthof Zum Mühlenteich. Das Vier-Sterne-Hotel in Eggersdorf mit Restaurant und 20 Gästezimmern sei statt der sonst üblichen 70 bis 75 Prozent jetzt nur noch zu 20 bis 25 Prozent ausgelastet. „Aber auch nur in der Woche. Am Wochenende ist das Hotel leer“, sagt die Inhaberin. Der Tourismus sei quasi weggefallen. Im Bereich Gastronomie würden dank des zügig eingerichteten Lieferservices und Spargel-Drive-Ins immerhin noch 20 Prozent des normalen Umsatzes erreicht. Die momentane Lage bezeichnet sie als „katastrophal“. Von der Politik fordert sie, über die Soforthilfen hinaus weiteres Geld zur Verfügung zu stellen. "Wenn wir aus Solidarität mit unseren Mitbürgern unsere Häuser schließen, dann soll die Politik auch solidarisch sein. Uns würde ja schon die Erstattung der laufenden Kosten reichen“, sagt Schössow.
Der Inhaber des vor 13 Jahren eröffneten Gasthofs Strausberg-Nord, Torsten Altkuckatz, will derweil abwarten, was die Zukunft bringt. „Ob wir wieder im Juli aufmachen oder im Oktober – das wissen wir leider noch nicht. Es ist alles offen“, sagt er. Die Situation sei nicht einfach, er versuche, mit seinem Team aber das Beste daraus zu machen.
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Spenden für dasKrankenhaus-Personal
Als Dankeschön für ihre Arbeit hat das Lakeside-Burghotel mehr als 50 Gutscheine für je zwei Personen an Mitarbeiter des Krankenhauses Märkisch-Oderland verteilt. Darin enthalten: der Eintritt in die Wellnesslandschaft mit Pool und Saunen und ein Guthaben für das hoteleigene Restaurant. "Das ist eine dankbare Abwechslung in unserem stressigen Alltag, der mittlerweile stark vom Virus bestimmt wird", freute sich der ärztliche Direktor Dr. Steffen König. Für ihre Mitarbeiter sei es eine Möglichkeit, Energie zu tanken, sagte Katja Thielemann, stellvertretende Krankenhaus-Geschäftsführerin.⇥red