Einbruch in Strausberg
: So gehen Einbrecher vor und das rät die Polizei

Täglich wird in und rundum Strausberg in Häuser eingebrochen. Die Polizei erklärt, wie die Diebe vorgehen, wann sie kommen und wie man sie sich vom Hals halten kann.
Von
Dennis Lloyd Brätsch
Strausberg
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Die Polizei setzt auf Prävention: In den von Einbrüchen stark betroffenen Gemeinden gibt Polizeihauptkommissar Jürgen Schirrmeister Hinweise, wie man sich vor Einbrechern schützen kann.

Die Polizei setzt auf Prävention: In den von Einbrüchen stark betroffenen Gemeinden in Märkisch-Oderland gibt Polizeihauptkommissar Jürgen Schirrmeister Hinweise, wie man sich vor Einbrechern schützen kann.

Dennis Lloyd Brätsch
  • Polizei warnt vor Einbrüchen in Märkisch-Oderland – täglich werden Fälle gemeldet.
  • Mechanische Sicherungen an Fenstern und Türen sind der beste Schutz, so die Polizei.
  • Täter bevorzugen Bargeld, Schmuck und kleine Geräte, Verstecke sind meist wirkungslos.
  • Besonders oft wird donnerstags bis samstags zwischen 16 und 20 Uhr eingebrochen.
  • Bei Einbrüchen soll Polizei gerufen und direkte Konfrontation vermieden werden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Polizei rät Haus- und Wohnungsbesitzern im Landkreis Märkisch-Oderland dringend, ihr Eigentum zu schützen. Hintergrund ist die weiterhin hohe Zahl an Wohnungseinbrüchen. Auf Informationsveranstaltungen in den betroffenen Gemeinden gibt die Polizei nun Hinweise, wie man sich schützen kann. Die hohe Zahl der Besucher zeigt, wie groß das Interesse an dem Thema ist.

Einbrüche werden der Polizei zurzeit fast jeden Tag aus der Region angezeigt.  So drangen Diebe am Freitagabend (12. Dezember)  in Häuser an der Heinestraße und an der Ahornstraße in Petershagen ein. Zur gleichen Zeit wurde in Eggersdorf ein Einbruch aus der Goetheallee gemeldet.

Am Samstag folgte ein weiterer Einbruch in der Wilhelm-Busch-Straße in Petershagen. Auch in Neuenhagen bei Berlin schlugen Unbekannte am Sonnabend zu.  Am späteren Nachmittag hebelten Täter erneut ein Haus in Petershagen auf. Der entstandene Sachschaden belief sich in diesem Fall auf rund 2000 Euro, teilte die Polizeidirektion Ost mit.

Verstecke nützen oft nichts – „Das sind Profis“

Gestohlen wird bei Einbrüchen meist Bargeld, Schmuck und kleinere elektronische Geräte. „Es ist sehr selten, dass Täter mit einem Flachbildfernseher durch den Ort ziehen. Das machen die nicht“, erklärt Jürgen Schirrmeister von der Polizei in Strausberg. Auch vermeintlich clevere Verstecke seien wenig hilfreich. „Das sind Profis, das finden die.“ Entsprechend verwüstet sehen viele Häuser nach einem Einbruch aus. „Teilweise sieht es aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen – alles ist durchwühlt.“

Jürgen Schirrmeister, seit mehr als 23 Jahren in Märkisch-Oderland als Polizist unterwegs, erklärt, worauf es ankommt.

Jürgen Schirrmeister, seit mehr als 23 Jahren in Märkisch-Oderland als Polizist unterwegs, erklärt, worauf es ankommt.

Dennis Lloyd Brätsch

Alarmanlagen und Kameras können zwar ergänzen, verhindern einen Einbruch aber nicht zwangsläufig. „Schaffen es Täter ins Haus, sind sie oft nach fünf Minuten mit der Beute wieder verschwunden“, erklärt Schirrmeister. Kameraaufnahmen seien für Fahndungen häufig ungeeignet, da Täter maskiert oder polizeilich nicht bekannt seien.

Wirkungsvoller Einbruchschutz auch ohne Kamera und Alarm

Mechanische Sicherungen an Türen und Fenstern seien dabei der wichtigste Schutz, betont der Polizist mit mehr als 23 Jahren Diensterfahrung im Landkreis. „Rein an der Mechanik scheitern Täter momentan zu etwa 45 bis 46 Prozent – ganz ohne Nachbarn, ohne Alarmanlage“, erklärt er. Insbesondere an Türen und Fenstern im Erdgeschoss bleibe eine gute mechanische Sicherung deshalb das wichtigste Mittel, um sich gegen Einbrecher zu schützen. Dennoch seien die Zahlen alarmierend: Allein zwischen dem 1. und 25. November registrierte die Polizei im Revierbereich 68 Einbrüche, 52 davon waren erfolgreich. „Das ist viel zu viel. Jeder Wohnungseinbruch ist einer zu viel“, so Schirrmeister.

Ein technischer Berater der Polizei erklärt, wo man Fenster und Türen sichern muss und welche mechanischen Elemente dafür in Frage kommen.

Ein technischer Berater der Polizei erklärt, wo man Fenster und Türen gegen Einbruch sichern muss und welche mechanischen Elemente dafür in Frage kommen.

Dennis Lloyd Brätsch

Mehr als die Hälfte aller Einbrüche erfolge durch Aufhebeln. Fachgerecht montierte, nach DIN-Normen geprüfte Sicherungen reduzierten die Chancen für Täter deutlich. Auch abschließbare Fenstergriffe seien sinnvoll – allerdings nur in Kombination mit einbruchhemmenden Beschlägen. Die Polizei bietet hierzu spezielle Beratungen vor Ort an.

Was tun bei einem Einbruch?

Besonders häufig wird laut Polizei an Donnerstagen, Freitagen und Samstagen eingebrochen, vor allem in der Zeit von 16 bis 20 Uhr. Die Angst vieler Hausbesitzer, bei einem Einbruch angegriffen zu werden, versucht Schirrmeister zu nehmen. In seiner Laufbahn mit mehr als 8700 registrierten Einbrüchen habe es lediglich zwei Fälle gegeben, in denen Bewohner angegriffen wurden. „In aller Regel schlagen Täter nur dann zu, wenn niemand zu Hause ist.“ Werden sie entdeckt, ergreifen sie meist die Flucht.

Als Beispiel schildert der Beamte einen Fall aus Neuenhagen: Eine ältere Dame öffnete nicht, als es klingelte. Später bemerkte sie drei Männer, die versuchten, die Terrassentür aufzuhebeln. Als sie laut wurde und die Tür aufriss, flüchteten die Täter. Dennoch rät die Polizei davon ab, sich Einbrechern direkt entgegenzustellen.

„Machen Sie sich bemerkbar, aber bleiben Sie auf Distanz“, sagt Schirrmeister. Wichtig sei, sofort die Polizei zu rufen, Täter nicht aufzuhalten und sich nicht in Gefahr zu bringen. „Uns ist ein gesunder Zeuge lieber als jemand, der verletzt wird.“ Angaben zu Aussehen, Fahrzeugen oder Kennzeichen seien für die Ermittlungen deutlich wertvoller.