Die Gemeinde wird im kommenden Herbst für die Entsorgung von Straßenbaumlaub auch Plastiksäcke anbieten. Das hat die Gemeindevertretung bei ihrer jüngsten Sitzung beschlossen. Zuvor hatte es allerdings noch einmal Diskussionen gegeben. So hatte sich Winfried Düsterhöft (SPD) eindeutig gegen den Vorschlag ausgesprochen und auf die Umweltprobleme durch Plastik hingewiesen. Auch Steffen Napieraj (Die Parteilosen) zeigte sich verwundert. Der Handel verbiete Plastiktüten, und Neuenhagen mache das Gegenteil.
Udo Rösler aus der Gemeindeverwaltung verwies hingegen darauf, dass es viele Anrufe gegeben habe, die sich eine solche Verfahrensweise wünschten. Schließlich waren die Entsorger mit der bisherigen Verfahrensweise überfordert, speziell im November, wenn das meiste Laub anfällt. So wurde der vorgegebene Tourenplan nicht eingehalten, hatten Anlieger Doppelarbeit, wenn der Wind das zusammengeharkte Laub wieder auseinander blies. Es hagelte folglich Beschwerden – begründet, wie das Rathaus zugab. Deshalb hatte man bereits mobile Drahtboxen zum Sammeln zugelassen. Und wolle nunmehr eben Plastiksäcke als zusätzliche Alternative anbieten.
Papiersäcke hätten sich als problematisch erwiesen, hieß es in den Unterlagen mit Hinweis auf Erfahrungen anderer. Zudem müssten auch sie bei den Kompostierbetrieben entleert werden. Deshalb habe man sich für Plastik entschieden. Georg Stockburger (Grüne/B 90) machte seine Zustimmung davon abhängig, dass die Trennung vor dem Kompostieren im Beschluss mit verankert wird. Die Mehrheit folgte diesem Vorschlag. Stockburgers Fraktionskollege Hartmut Kretschmer machte noch auf andere Verwendung von Laub aufmerksam – zum Kompostieren oder als Abdeckmaterial für Pflanzen im Winter. „Ich brauche keine Laubentsorgung“, verdeutlichte er.
Jürgen Hitzges (SPD) äußerte, die Ökobilanz der neuen Variante sei nicht eindeutig zu klären. Immerhin heißt es in den Unterlagen, dass mit Einsparung von Kraftstoff bei den Kehr- bzw. Saugfahrzeugen gerechnet wird. Denn die verbrauchten deutlich mehr als das dann eingesetzte Sammelfahrzeug.
Und Dagmar Schultz (Die Parteilosen) erinnerte daran, dass die Neuregelung zunächst versuchsweise eingeführt werde und „nicht für alle Ewigkeit“ beibehalten werden müsse.
Wie viel die Gemeinde die Zusatzvariante kosten wird, ist derzeit noch unklar. Zum einen wisse man noch nicht, wie viele Bürger davon Gebrauch machen, zum anderen müsse die Leistung noch ausgeschrieben werden. Die Säcke sollen jedenfalls den Einwohnern kostenlos zur Verfügung gestellt werden.