In Wegendorf und Wesendahl kommt das Thema Windenergie in nächster Zeit wieder verstärkt in die Diskussion. Der Grund dafür ist eine Änderung im „Sachlichen Teilregionalplan Windenergienutzung Oderland-Spree“ von der Regionalen Planungsgemeinschaft Oderland-Spree von 2018. Darin wird der Bereich des Windeignungsgebietes Nummer 1 ausgewiesen. Dieses umfasst auch Flächen nördlich angrenzend an den bestehenden „Windpark Altlandsberg“ in der Feldflur zwischen Buchholz, Wegendorf und Wesendahl.
Diese Gebiet wurde im sachlichen Teilflächennutzungsplan „Windenergienutzung“ von Altlandsberg bisher als Optionsfläche dargestellt, da zum Zeitpunkt des Beschlusses der Stadt des Teilflächennutzungsplanes der Teilregionalplan 2018 noch nicht rechtswirksam war. Insofern muss Altlandsberg jetzt den eigenen sachlichen Teilflächennutzungsplan „Windenergienutzung“ aktualisieren. In dem Zusammenhang entsteht ein Planerfordernis zur Steuerung der Entwicklung in diesem Gebiet.

Bebauungsplan für Erweiterung

Wie beim bereits vorhanden Windpark soll nun auch diese Erweiterung mit einem Bebauungsplan belegt werden. Um eine geordnete, umweltverträgliche und vor allem im Einklang mit der bisherigen Entwicklung befindliche Steuerung zu sichern, wie es in der Begründung der Stadt dazu heißt. Was sich so typisch nach Verwaltungs-Deutsch anhört, hat einen durchaus spannenden Kern. In dem neuen Bebauungsgebiet, das sich nördlich vom bestehenden in Richtung Werneuchen erstreckt, sollen fünf neue Windräder entstehen. Im Vergleich zu den bereits Bestehenden, werden die Neuen etliche Meter weiter in den Himmel wachsen. „Bisher hatten die Windräder hier eine Höhe von etwa 150 bis 160 Metern bis zur Flügelspitze. Die Neuen haben in dem Bereich ihre Nabenhöhe. Das heißt, dass die dann eine absolute Höhe von etwa 220 bis 230 Meter besitzen“, erklärte der Wegendorfer Ortsvorsteher, Michael Töpfer.

Auswirkungen für direkte Umgebung noch unbekannt

Welche Auswirkungen es für die unmittelbare Umgebung haben wird, da tappen die Verantwortlichen noch im Dunkeln. „Schön wäre es, wenn man mal so ein Windrad Probe stellen könnte“, sagt Töpfer lachend und fügte hinzu: „Das geht leider nicht, aber wir werden mal in Richtung Uckermark fahren, da stehen bereits einige mit diesen Ausmaßen, und schauen, welche Auswirkung das haben könnte. Auch, wenn solche Dinge natürlich nur begrenzt übertragbar sind.“ Die Auswirkungen der größeren Windräder wird man wohl mehr in Wesendahl bemerken, vermutet Töpfer, da sie recht dicht bis an den Altlandsberger Ortsteil geplant sind.

Wesendahl/Rüdersdorf/Kunersdorf

Der Wesendahler Ortsvorsteher Norbert Kubon ist deshalb auch schon besorgt. „Da sind die Meinungen der Einwohner bisher sehr geteilt. Einige fühlen sich laufend gestört und belästigt vom Lärm, je nach Windrichtung, oder auch von den Schatten, andere wiederum bekommen das gar nicht mit, dass sich die Windräder bewegen“, erklärt er. Ein großes Problem ist auch, dass man gerade an einem Bebauungsplan arbeitet, der auf dem Gelände der BB Brandenburger Obst GmbH eine Photovoltaikanlage möglich machen soll. Sogar flächenmäßig die Zweitgrößte in Deutschland. „Wenn die Windräder so wie geplant kommen, dann steht das letzte etwa 300 Meter von der Fotovoltaikanlage entfernt.

Interessen der Anwohner werden registriert

Durch die Rotorblätter wird es immer wieder zu Verschattungen kommen. Inwieweit dies für die Fotovoltaikanlage störend wirkt, das muss geklärt werden“, sagt Kubon. Klar ist den beiden Ortsvorstehern, dass sie den Neubau der Windräder nicht verhindern können. Jedoch wollen sie mitreden, sich mit Windkraft- und Photovoltaikanlagenbetreiber an einen Tisch setzen, um auch den Interessen der Anwohner der Einwohner eine Stimme zu geben. „Denkbar wäre auch eine Beteiligung der Bevölkerung in einem gewissen Rahmen. Ob preiswerter Strom oder finanzielle Gewinne dabei herausspringen, wird man diskutieren müssen. Aber es würde die Akzeptanz sicher erhöhen“, sagt Töpfer.

Zufriedenstellende Lösungen gesucht

Als Beschlussvorlage ist auch eine Veränderungssperre im Geltungsbereich des derzeitigen Bebauungsplans mit der Optionsfläche, die dann einen eigenen B-Plan bekommen soll, zur nächsten Sitzung der Stadtverordneten angekündigt. Das würde Altlandsberg zwei Jahre vor Veränderungen in der Bebauung bewahren. „Diese Zeit sollten wir nutzen, um mit allen Beteiligten eine zufriedenstellende Lösung zu finden“, sagt Töpfer, Kubon nickt zustimmend.