Fest in Neutrebbin
: Altbarnim feiert Jubiläum – Ortsteil mit bewegter Geschichte

Der Ortsteil Altbarnim in Neutrebbin lädt zum Fest – ein Jubiläum. Vor 725 Jahren wurde Kleinbarnim erstmals erwähnt. Wie lebt es sich dort und wie geht es weiter?
Von
Ulf Grieger
Altbarnim
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Vorfreude auf das große fest: Steffi Albrecht, Ortsvorsteherin von Altbarnim und Gemeindevertreterin von Neutrebbin an der Werbe-Installation in Kleinbarnim.

Vorfreude auf das große Fest: Steffi Albrecht, Ortsvorsteherin von Altbarnim und Gemeindevertreterin von Neutrebbin an der Werbe-Installation in Kleinbarnim.

Ulf Grieger
  • Altbarnim feiert 725 Jahre Kleinbarnim und 650 Jahre Großbarnim; Fest am 28. Juni ab 12 Uhr.
  • Ortsteil mit 140 Einwohnern, Landwirtschaft, Kita, Tierarzt und Lebenshilfe-Unterkunft prägen das Leben.
  • Spielplatzbau in Kleinbarnim geplant; Großbarnim wegen fehlender Kinder kein Bedarf.
  • Festumzug, Musik, Vorführungen und Tanzparty im Jubiläumsprogramm.
  • Infrastrukturprobleme: Dorfstraßen in teils schlechtem Zustand, Bauland knapp.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Oderbruchdörfer Klein- und Großbarnim gibt es als Wohnplätze schon viel länger, als ihre ersten urkundlichen Erwähnungen als „parva Barne“ um 1300 und „Groten Barnym“ 1375 vermuten lassen. Doch Anlass zum Feiern sind die 725 Jahre von Kleinbarnim und 650 Jahre von Großbarnim in jedem Fall.

Am 28. Juni ab 12 Uhr werden viele Gäste auf dem Festplatz an der Kleinbarnimer Kirche erwartet.  Rund 140 Einwohner leben in den drei Ortsteilen, die seit 1949 zu „Altbarnim“ vereint sind und seit 1997 zur Gemeinde Neutrebbin gehören. Viele kennen von Altbarnim aber nur die Häuser an der Landstraße 33 zwischen Wriezen und Letschin. Die eigentlichen Dörfer liegen etwas abgelegen.

Bauern, Landwirtschaft und Tierarzt – das gibt es im Ortsteil

Ortsvorsteherin Steffi Albrecht ist froh, dass es in den Dörfern, deren Einwohner zur Ersterwähnung noch traditionell vom Fischfang gelebt hatten und die nach der Trockenlegung 1753 Bauern wurden, überhaupt noch Landwirtschaft betrieben wird. Da gibt es zum einen die Wanderschäferei von Dirk Schulze am südlichen Ortrand und die Noga Agrar GmbH, die zwar ihren Hauptsitz im Letschiner Ortsteil Neubarnim hat; in Kleinbarnim aber rund 680 Milchkühe in einer Anlage zu stehen hat.

Ansonsten gibt es in Altbarnim noch einen Tierarzt, einen Blechhandel, die Kita einer Tagesmutti und die Lebenshilfe-Unterkunft am Rundling Großbarnim mit sechs Bewohnerplätzen. Das alles sorgt dafür, dass etliche Einwohner noch Arbeit in ihrem im Dorf haben.

Im Ortsteil leben auch mehr als 20 Kinder im Alter bis 15 Jahre. Die meisten davon wohnen in Wubrigsberg und Kleinbarnim, sodass die Gemeinde Neutrebbin plant, am Festplatz neben der Kirche einen Spielplatz zu errichten. Dafür sollen Fördermittel eingesetzt werden sowie eine Spende der Jagdpächtergenossenschaft Altbarnim. Für Großbarnim lohne sich das aktuell nicht, so Steffi Albrecht. Denn dort lebe aktuell nur ein Kind und das sei aus dem Spielplatzalter raus.

Dafür ist der Ort in Märkisch Oderland bekannt

Noch heute ist die Ortsvorsteherin traurig, dass vor 15 Jahren die Freiwillige Feuerwehr Altbarnim aufgelöst wurde. „Die fehlt uns gerade jetzt wieder bei der Festvorbereitung“, sagt die Ortsvorsteherin. Den Brandschutz hat die Alttrebbiner Feuerwehr übernommen. Das markante Spritzenhaus ist nur noch ein Lager.

Auch der Kirchenförderverein musste sich auflösen, nachdem nicht einmal die vorgeschriebene sieben Mitglieder zusammenzubekommen waren, bedauert Steffi Albrecht. Zuvor war es aber noch gelungen, die Sanierung des Altars und des Chorgestühls gemeinsam mit der Kirchgemeinde zu errichten. Wichtigster Verein im Ortsteil ist der Reitverein Kronprinz Wilhelm.  Der Verein pflegt gute Beziehungen nach Polen und richtet seit Jahren gut besuchte Turniere aus.

Im Zuge der Festvorbereitung habe es viele Unterstützer gegeben, so Steffi Albrecht. Vor allem auch die jungen Einwohner und die Zugezogenen haben gemeinsam mit allen Altbarnimern das Festprogramm auf die Beine gestellt. Bürgermeister Mario Hirschbein und die Gemeinde gaben Unterstützung. Dirk Schulze und Gabi Bötel organisieren den Festumzug.

Dorfstraße im Oderbruch in desolatem Zustand

Die Aussichten seien gut. Seit Jahren ist die Verbindungsstraße zwischen Klein- und Großbarnim ein Sorgenkind. Aktuell sind die größten Schlaglöcher zwar geflickt. Aber im nächsten Jahr soll tatsächlich diese wichtige Straße von der Einmündung in die L33 über Kleinbarnim und Wubrigsberg nach Alttrebbin saniert werden. Dass es eine Raserstrecke wird, befürchtet Steffi Albrecht nicht. Die Straße soll nicht viel breiter werden und lediglich Ausweichstellen bekommen.

Rundling Großbarnim: Eine schmale Zufahrt führt von der Landesstraße 33 dort hin. Eine der alten Häuser war auchschon Filmkulisse für einen Heimatfilm mit Horst Krause.

Rundling Großbarnim: Eine schmale Zufahrt führt von der Landesstraße 33 dort hin. Eine der alten Häuser war auchschon Filmkulisse für einen Heimatfilm mit Horst Krause.

Ulf Grieger

Von Altbarnim aus führt auch eine landwirtschaftliche Straße hinüber zum Neubarnimer Ausbau. Im Zuge eines Bodenordnungsverfahrens war vor in einiger Zeit sogar die Brücke über den Jesargraben dort saniert worden. Aber etwa hundert Meter der Straße bei Großbarnim sind noch nicht saniert. „Das soll im Rahmen des Flurneuordnungsverfahrens Neutrebbin erfolgen“, sagt die Ortsvorsteherin.

Wer sich dieses Kolonistendorf an diesen Wochenenden ebenfalls anschauen will, kann dort hinradeln und ebenfalls auf eine Festgesellschaft treffen. Denn dort wird am Samstag das traditionelle Lindenfest in der langen Dorfallee gefeiert. Man erkennt dabei ganz gut den Unterschied zwischen den Alt- und Neudörfern im Oderbruch.

Immobilien: Kaum Plätze für neue Häuser

Wer aber nach Altbarnim ziehen möchte, der muss sich darauf einstellen, dass es keine Einkaufsmöglichkeiten gibt. Der Dorfkonsum, in dem viele Jahre die Mutter von Steffi Albrecht gearbeitet hatte und vier Jahre lang auch die Ortsvorsteherin selbst, ist lange geschlossen. Zum Einkaufen geht es nach Wriezen oder Letschin. Denn auch in Neutrebbin ist die Kaufhalle zu. Wenngleich es dafür Ideen gibt, im Rahmen der Initiative Tante Enso die Versorgung mit Lebensmitteln wieder sicherzustellen.

Filmkulisse Großbarnim:  Der Rbb hatte Anfang Juni 2018 am Großbarnimer Rundling und am Fährübergang Güstebieser Loose Szenen für den neuen Film "Krauses Hoffnung" mirt volksschauspiler Horst Krause  gedreht.

Filmkulisse Großbarnim: Der Rbb hatte Anfang Juni 2018 am Großbarnimer Rundling und am Fährübergang Güstebieser Loose Szenen für den neuen Film "Krauses Hoffnung" mirt volksschauspiler Horst Krause gedreht.

Ulf Grieger

Freies Bauland gebe es derzeit nicht im Ortsteil, bedauert Steffi Albrecht. Die Baulandgrenzen seien eng um die Grundstücke gezogen. Man müsse sich schon um frei werdende Häuser bemühen. Zudem muss man sich auch bewusst sein, dass lediglich der Schulbus den Nahverkehr sicherstellt und der Alltag ohne Pkw kaum zu bewältige ist. Das Schöne allerdings, das betont Steffi Albrecht immer wieder, das ist die Ruhe zum Leben im Dorf. Mit Ausnahme der Festtags natürlich. Denn an dem wird kräftig gefeiert.

Seniorenfest und Programmablauf mit Festumzug

Amtsseniorenfest: Am Freitag, 27. Juni, beginnt um 14 Uhr das Amtsseniorenfest von Barnim-Oderbruch auf dem Festplatz an der Dorfkirche Altbarnim in Kleinbarnim.

Es gibt dort Vorführungen und Live-Musik zu Kaffee und Kuchen.

Jubiläumsfest: Am Sonnabend, 28. Juni, beginnt die Feier um 12 Uhr mit einer Oldtimer-Classic-Tour auf dem Festplatz an der Kirche Altbarnim.

Um 14 Uhr wird die Jahrfeier eröffnet. Der Festumzug startet an der Milchviehanlage der Noga in Richtung Kirche.

Um 15.30 Uhr startet das Programm mit dem Schulzendorfer Blasorchester, den NKC Kids, der Karate-Sportlern von Grün Weiß Letschin, und das den NKC Teenis und Sternen.

Um 20 Uhr beginnt die Tanzparty mit DH NicNight und dem NKC.