Förderung
: Bibliothek in Müncheberg plant Sitzecke, PC-Platz und WLAN

Münchebergs Stadtbibliothek bekommt Geld aus einem Hilfsprogramm des Bundes. Die Leiterin plant damit mehrere Neuerungen.
Von
Uwe Spranger
Müncheberg
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Stammleserin seit 2002: Karola Engler sucht sich in der Stadtbibliothek Müncheberg neue Bücher aus. Vorn die Sitzecke, die mit Fördermitteln gemütlicher gemacht werden soll.

Uwe Spranger

Neben Sitzmöglichkeiten in der Kinderecke und für Jugendliche will Josephine Mantke auch einen multifunktionalen Arbeitsplatz mit Rechner, Office-Paket und Internetanschluss einrichten, unter anderem zur Vorbereitung von Vorträgen. Zudem schwebt ihr ein offenes WLAN-Netz in der Bibliothek vor, damit Gäste in den Räumen eigene Endgeräte nutzen können, beispielsweise für die Projektarbeit – seien es Spiele oder um Kindern zu zeigen, wie im Netz recherchiert wird. Dazu bräuchte es noch eine Firewall und sogenannte Content-Filter, Sperren vor allem im Sinne des Jugendschutzes. So könne sich die Bibliothek als verlässliche Quelle für Informationen etablieren, eine der Aufgaben der Einrichtungen in jetziger Zeit.

Um die 700 Nutzer habe die Müncheberger Bibliothek derzeit, berichtet sie. „Wir arbeiten viel mit Schulen und Kitas zusammen“, fügt Josephine Mantke hinzu. Neben den Kindereinrichtungen der Stadt auch mit der Förderschule Worin, erzählt sie. Der Zulauf habe in den letzten Tagen wieder zugenommen, denn seit Ende Juni ist die Bücherei wieder regulär geöffnet, muss nicht mehr an der Tür geklingelt werden. Allerdings sollte schon der Desinfektionsspender genutzt und Mund-Nasen-Schutz getragen werden, denn die 1,50 Meter Abstand sind in der Örtlichkeit kaum einzuhalten.

Die ausgeliehenen Medien – über etwa 13 000 verfügt die Müncheberger Einrichtung momentan – kommen nach der Rückgabe erst einmal in Quarantäne. „Auf Papier und Kunststoff sollen die Viren ja bis zu 72 Stunden überleben, deshalb bleiben sie bei uns eine Woche abgeschottet“, so die Leiterin. Zur Verfügung gestellt werden Kinder- und Erwachsenenliteratur, Zeitschriften, CDs, und DVDs. In der Corona-Pause wurden übrigens mit dem Wirtschaftshof die Bücherregale komplett ab- und wieder neu aufgebaut, die Abstände der Ebenen angepasst, dadurch Übersichtlichkeit und Handhabbarkeit verbessert.

Ausleihe und Veranstaltungen

Die Leiterin freute sich übrigens sehr, dass es mit der Förderung geklappt hat. „Es hieß damals, Anträge können gestellt werden, bis das Geld alle ist. Das hat nur eine Stunde gedauert“, erzählt sie. Für viele kleine Kommunen im ländlichen Raum seien derartige Zuschüsse sehr hilfreich.

Das Soforthilfeprogramm wurde laut dem Bundestagsabgeordneten Hans-Georg von der Marwitz (CDU) mit 1,5 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung ausgelobt. Im Januar hätten CDU/CSU und SPD die Initiative „Kultur in ländlichen Räumen“ verabschiedet und die Bundesregierung aufgefordert, kulturelle Projekte abseits großer Städte zu unterstützen und Engagement zu fördern. Ziel war, zeitgemäße Konzepte zu entwickeln und digitale Ausstattung zu verbessern. „Bibliotheken sichern Teilhabe – als Orte der Kultur, Bildung und des sozialen Miteinanders“, erklärte er. Gerade auf dem Land erfüllten sie zudem wichtige Funktionen als kommunikative Zentren. Die Stadtbibliothek Müncheberg sei ein gutes Beispiel, wie sich in öffentlichen Räumen Kultur, Tradition und Bürgernähe kombinieren ließen, lobte er und verwies neben den Medien zum Verleihen auf regelmäßige Veranstaltungen. Einen Besuch könne er wärmstens empfehlen.

Wegen Corona ist allerdings einiges ausgefallen. Noch im Terminkalender steht bislang die LesBar Mitte September mit Schauspielerin Anne Kasprik, bekannt aus DEFA-Filmen, Tatort- und Polizeiruf-Krimis sowie den Serien „In aller Freundschaft“ oder „Notruf Hafenkante“.