Für das lokale Bündnis „Müncheberg ist bunt“ geht es nicht nur um einen einzigen Tag, an dem der Blick auf die Frauen und ihre Stellung in der Gesellschaft gerichtet werden soll. Der ganze Monat soll ihnen unter dem Stichwort Frauenmärz gewidmet werden. Abschließender Höhepunkt soll dabei eine öffentlich Aktion sein, die für den 27. März auf dem Marktplatz vorbereitet wird. Starke Frauen „aus Müncheberg und anderswo“ sollen dann ab 15 Uhr vorgestellt werden.
Unter ihnen ist als mit Abstand Bekannteste Brandenburgs ehemalige Sozialministerin Regine Hildebrandt (1941-2001). Die SPD-Politikerin gehörte in den ersten Nachwendejahren nicht nur zu den wichtigsten Stimmen des Ostens im frisch wiedervereinigten Deutschland, sondern gerade auch zu den betont kritischen Verfechterinnen der Lebensleistung von DDR-Frauen und einer angemessenen weiblichen Beteiligung in Politik und Gesellschaft. Die heutige SPD-Landtagsabgeordnete Elske Hildebrandt, Jahrgang 1974 und eine Tochter der unbequemen Sozialpolitikerin, ist dafür angefragt. Außerdem geht es um Charlotte Klemm, Müncheberger Ehrenbürgerin aus den Reihen des Heimatgeschichtsvereins. Redebeiträge, Interviewausschnitte, eigene Gedichte und Musik versprechen Vielfalt.

Interviewserie mit Münchebergerinnen oder der Stadt Verbundenen

Zugleich hat die Initiativgruppe unter Münchebergerinnen beziehungsweise einigen, die mit der Stadt eine enge Beziehung haben, Interviews anhand eines vorgefertigten Fragenkatalogs erstellt. Eine Auswahl dieser Porträts, die sich daraus mit Ansichten, Erfahrungen und Wünschen ergeben, wird in unregelmäßigen Abständen als Mini-Serie in der MOZ abgedruckt. Alle Antworten werden zudem auf der Facebookseite von „Müncheberg ist bunt“ eingestellt. Überdies läuft eine Schaufensterausstellung mit dem Titel „Frauenarbeit * Frauenalltag * Frauenrechte“.
Insgesamt geht es dem Bündnis auch darum, den Blick darauf zu lenken, dass Frauen unter dem vergangenen Corona-Jahr oft doppelt und dreifach zu leiden hatten – sei es, weil ein Großteil der Beschäftigten in Pflegeberufen weiblich sind, oder weil im häuslichen Umfeld Mehrbelastungen durch Heimarbeit und Kinderbetreuung dazukamen. Zudem wolle sich die Initiativgruppe, die sich generell für ein solidarisches Miteinander in der Stadt einsetzt, erklärtermaßen gegen reaktionäre Frauenbilder bestimmter politischer Akteure positionieren, hieß es.