Handelscentrum
: Die Brandstifter des Großbrandes sind zwei Kinder

Nach dem Brand vom Wochenende sind im Handelscentrum Strausberg 90 Prozent aller Flächen wieder in Betrieb.
Von
Martin Stralau, Jens Sell
Strausberg
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Nach dem verheerenden Großbrand im Strausberger Handelscentrum sind 90 Prozent wieder in Betrieb.

Michael Hanke

„Am Mittwoch haben zwei Jungen im Alter von zwölf und 13 Jahren gestanden“, sagte Kriminalhauptkommissarin Nadine Duda am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz in Strausberg. Sie leitet die Ermittlungsgruppe „Phoenix“ mit insgesamt fünf Kollegen und weiteren operativen Kräften im Hintergrund, die nach dem Brand gegründet wurde. Problematisch sei zunächst gewesen, dass durch die große Öffentlichkeitswirksamkeit des Brandes viele Gerüchte im Umlauf waren. „Unsere Aufgabe war es, sie zu filtern und zu objektivieren, zu schauen, wie die Spurenlage ist. Es gab jede Menge Videos von Passanten, die hilfreich waren“, erklärte Nadine Duda. „Wir hatten dann ziemlich schnell handfeste Beweise.“ Weitere Auskünfte zu den Jungen wollte die Polizistin nicht machen, „um nicht weitere Gerüchte zu fördern“.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler haben die beiden Jungen am Sonnabend kurz vor 20 Uhr zwischen der Kfz–Werkstatt am Handelscentrum und einem danebengelegenen Sachverständigenbüro den Brand entfacht. „Dort gibt es einen drei Meter breiten Gang, in dem zwei Fahrzeuge stehen. Dazwischen befand sich ein Reifenstapel. Die Jungen haben das hintere der beiden geöffneten Fahrzeuge mit einem Pappkarton angezündet und das Feuer mit Deo angefacht“, sagte Nadine Duda. Von dort habe sich der Brand über den Reifenstapel auf das Büro und dann weiter über dessen Dach auf Medimax und Rossmann ausgebreitet.

„Wir sind froh, dass bereits die ersten Hinweise dazu geführt haben, dass wir die Tat aufklären konnten“, sagte Sven Brandau, Leiter der Polizeiinspektion Märkisch–Oderland. Die Kinder seien im Rahmen einer Anhörung von Minderjährigen im Beisein ihrer Sorgeberechtigten befragt worden und jetzt auf freiem Fuß. „Sie sind noch nicht strafmündig“, betonte Brandau. Die Ermittlungen würden nun zu Ende gebracht. „Dann entscheidet die Staatsanwaltschaft, was passiert.“ Die Polizei arbeite in diesem Fall auch eng mit dem Jugendamt zusammen, sagte Nadine Duda. Sven Brandau und die Leiterin der Kriminalpolizei, Sabine Schröter, bedankten sich bei der Bevölkerung für die Unterstützung. „Die Bereitschaft, Aussagen zu machen, war sehr groß“, sagte Sabine Schröter. „Ohne Zeugenhinweise wäre es schwer gewesen, Täter zu ermitteln“, betonte Nadine Duda. Die Strausberger Mitarbeiter der Ermittlungsgruppe „Phoenix“ wurden von zwei Kräften der Kriminalpolizei der Polizeidirektion Ost unterstützt.

Nach dem Brand vom Wochenende sind im Handelscentrum Strausberg 90 Prozent aller Flächen wieder in Betrieb.

Der Sprecher des Managements Maurice Lindemann sagte dieser Zeitung: „Das ist eine ganz tolle Leistung unserer Handwerksbetriebe, die umgehend daran gegangen sind, die leichten Schäden an den umliegenden Geschäften zu beseitigen.“ Noch laufen Prüfungen und Gutachten, doch die Eigentümerin TLG sende das Signal aus, dass die zerstörten Gebäudeteile schnellstmöglich wieder aufgebaut würden und in neuem Glanz erstrahlen sollen.

Mit Hochdruck werde daran gearbeitet, dass auch die unmittelbar benachbarten Geschäfte wie die Bäckereifiliale Märkisch Edel und die Bekleidungsgeschäfte Jeans Point und C & A wieder öffnen können. Jeans Fritz ist bereits wieder offen. Lindemann bestätigte Gespräche des Centermanagements mit den am schwersten betroffenen Geschäftsleuten: „Wir suchen für sie temporäre Lösungen, so Ersatzflächen für die kleinen Läden in der Passage. Für Medimax und Rossmann suchen wir ebenfalls nach vorübergehenden Verkaufsmöglichkeiten. So kommt dafür das ehemalige Naturkaufhaus in Frage.“