Kita-Krise: Trägerwechsel in Aussicht

Kinder spielen am in einer Kinderkrippe.
Julian StratenschulteNun gab es Probleme zwischen Trägerin und der damals neu eingestellten Leiterin, die daraufhin die Kündigung erhielt. Als sich danach mehrere Erzieherinnen krank meldeten, war die Einrichtung in dieser Woche nicht mehr arbeitsfähig. „Uns wurde damals versprochen, dass so was nie wieder vorkommt. Nun stehen wir erneut vor diesem Problem“, beschwert sich eine Mutter. Rund 40 Kinder saßen vor verschlossener Tür, viele Eltern konnten ihrer Arbeit nicht nachgehen. Aus Sicht der Eltern ist der Träger das Problem. Die Kinder fühlten sich bei ihren vertrauten und liebevollen Erziehern wohl, das Team sowie die Leitung lebten das Konzept der Naturkita vorbildlich, berichtet sie.
In der Beziehung will Schaller sich kein Urteil erlauben. Auch nicht über Vorwürfe von Kindeswohlgefährdung, die im Raum stehen. Dies sei ohne Wenn und Aber zu untersuchen, aber das hätten andere Institutionen zu beurteilen, sagt er. Für die Gemeinde habe höchste Priorität, dass die Kinder so schnell wie möglich wieder betreut würden. Allerdings sei der Kommune nicht verborgen geblieben, dass es in der Kita Probleme gibt. In der vergangenen Woche habe es bereits ein Gespräch mit der Trägerin gegeben und ein Angebot, dass die Gemeinde zeitweilig die Führung übernimmt, um den internen Zwist zu klären. Darauf sei die Trägerin aber nicht eingegangen, sagt der Bürgermeister. „Wir hatten die Hoffnung, dass sie es selbst hinkriegt“, gesteht er.
Nach der Zuspitzung habe man das Jugendamt eingeschaltet und neuerliche Gespräche geführt, berichtet Schaller. Am Dienstag sei dann Einigung erzielt worden, dass ein Trägerwechsel herbeigeführt werde. Man wolle den auch nicht auf die lange Bank schieben, sondern umgehend einen Fahrplan erarbeiten, wann welche Schritte gegangen sein sollen. Sein Ziel sei es, dass die neu gewählte Gemeindevertretung etwa im August über einen neuen Partner befinden könne.
Parallel gab es Bemühungen, die Einrichtung schnell wieder zu öffnen, zumindest einen Teilbetrieb zu ermöglichen. Bei einer Elternversammlung am Dienstagabend wurde verkündet, dass die Trägerin die Betreuung für 17 Kinder im Krippenalter nebst Geschwistern absichere, mit drei Kräften und einem Azubi.
Warnung vor Schnellschuss
Überdies sollte, wie bereits 2018 praktiziert, die Platzzahl in Herzfelde und Lichtenow vorübergehend erhöht werden, um weitere Betreuungsmöglichkeiten zu schaffen. Eine entsprechende Änderung der Betriebserlaubnis sei in Aussicht. Er hoffe, dass so ab Montag weitere zehn bis 15 Plätze zur Verfügung stünden.
Zudem werde die Gemeinde im Sonnenhof „ein Stück weit die Führung übernehmen“, kündigte er an. Ihm schwebt vor, dass eine erfahrene Kita-Leiterin der Kommune sich mit umdie Einrichtung kümmere, damit dort Ruhe einkehre. Er sei erst einmal zufrieden, dass es eine Einigung gegeben habe und so ein vermutlich langwieriger gerichtlicher Streit vermieden werde, sagte Schaller.
Manche Eltern sind allerdings mit dem Kompromiss nicht zufrieden, finden den avisierten Wechsel im Spätsommer zu spät. Einige machen der Gemeinde Vorwürfe, sie nähme körperliche oder seelische Schäden der Kinder billigend in Kauf, und fordern das Rathaus auf, seiner Sorgfaltspflicht nachzukommen. Die Einstellung von neuem Personal durch den Träger verstoße aus ihrer Sicht gegen Absprachen.
Schaller wandte sich indes gegen einen „Schnellschuss“. Man habe sich vielleicht schon im vergangenen Jahr zu sehr treiben lassen, bilanzierte er. Die Gemeinde sei mit dem Ministerium in Kontakt und von dort gebe es bislang keine Information, dass der Träger nicht weiter agieren dürfe. Und über einen neuen Träger habe nach den demokratischen Gepflogenheiten die Gemeindevertretung zu entscheiden. Man wolle jetzt nicht jemanden auswählen, der sich gerade anbiete, sondern Chancengleichheit auch für andere bieten.
Vom Landkreis hieß es am Donnerstag, man arbeite mit Gemeinde und Ministerium an einer Lösung.
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Hier beginnt der Infotext fett danach wieder normal⇥Autor XXX