So bekam die Haushaltssatzung 2020 in der letzten Sitzung ein einstimmiges Votum dafür, wohl auch mit den Gedanken, dass es noch viel mehr finanzieller Anstrengungen bedarf. "Keiner weiß in dieser Krise, was noch genau auf uns zukommt. Bei einigen Positionen zeichnet es sich schon ab, dass wir da noch einen Nachtragshaushalt brauchen, wenn die Krise noch länger dauert. Aber so haben wir mit dem bestätigten Haushalt eine Grundlage, und die Verwaltung muss sich in der jetzigen Zeit nicht noch zusätzlich mit vorläufiger Haushaltsführung herumquälen", erklärte Eva-Maria Strys (Linke).
Recht ähnlich sah das auch die Fraktion  Aktiv & Offen/Altlandsberger Freie Wähler. "Wichtig war, dass wir den Haushalt verabschieden. Gleichzeitig ist aber klar, dass wir einen Nachtragshaushalt brauchen. Auch müssen wir uns jetzt diese Zeit nehmen, Dinge zu hinterfragen, ob diese tatsächlich so notwendig sind", sagte Ronald Marks. Als dringend notwendig stufte er die Erweiterung der Grundschule ein, die mit 2,2 Millionen Euro Einzug in den Haushalt gefunden hat. "Wir müssen die Voraussetzungen schaffen, dass die Kinder bei uns vernünftig lernen können." Ob es, wie von einigen gehofft, Fördermittel für dieses Projekt geben wird, lässt Marks kalt: "Wir brauchen die Erweiterung, dagegen müssen andere freiwillige Dinge hintanstehen."
Der von der SVV beschlossene Haushalt ist formell unter Vorbehalt, bis die Kommunalaufsicht grünes Licht dafür gegeben hat. Notwendig ist das Prozedere, weil eine Kreditermächtigung von fast sieben Millionen Euro und eine Verpflichtungsermächtigung für mehr als 30 Millionen Euro (für die Oberschule) notwendig sind.
Im Ergebnis- wie auch im Finanzhaushalt wird für 2020 mit einem Fehlbetrag von etwa 1,2 Millionen Euro gerechnet. Dabei stehen im Ergebnishaushalt gut 20,1 Millionen Euro Erträgen 21,3 Millionen Euro Aufwendungen gegenüber. Im Finanzhaushalt sind es 31,7 Millionen Euro Einzahlungen und mehr als 32,8 Millionen Euro Auszahlungen.  Um fast 50 Neubürger nahm die Zahl der Einwohner auf 9550 Ende 2019 zu. Die Verwaltung rechnet weiter mit einem Anstieg und so mit höheren Steuereinnahmen.
Ein Sorgenkind ist das Schlossgut. Die Baumaßnahmen leiden unter der Krise, sie laufen schleppend und können aktuell nicht im geplanten Umfang durchgeführt werden. Dafür sind im Haushalt gut drei Millionen Euro eingestellt. Fast 1,2 Millionen Euro sollen in den ersten Bauabschnitt des Lustgartens fließen, 800 000 Euro in den Bau des Kreuzteichs und eine Million in die Fertigstellung der Orangerie. Inwieweit diese Mittel tatsächlich verbraucht werden können, bleibt abzuwarten.
Schlossgut benötigt Zuschüsse
Dagegen wird die Schlossgut GmbH über die veranschlagten fast 280 000 Euro Zuschüsse aus der Stadtkasse sicher noch mehr finanzielle Mittel benötigen, um über die Runden zu kommen. Der gastronomische Bereich liegt derzeit fast völlig brach, die laufenden Kosten fallen jedoch auch in Krisenzeiten an. "Wir sollten da auf weitere Erfordernisse gefasst sein. Es wird eine gute Arbeit dort gemacht, viele Dinge wurden angeschoben, wir müssen weiter unterstützen",  sagte Eva-Maria Strys.
Ronald Marks dagegen fordert ein Umdenken bei den freiwilligen Ausgaben. So wäre es für ihn wirtschaftlich sinnvoll, mehr private Investoren ins Boot zu holen. Speziell nannte er das Beispiel Hotel, bei dessen Planung schon ein Privatwirtschaftler seine Vorstellungen einfließen lassen könnte.
Gleichzeitig soll in diesem Jahr  das bisher finanziell größte Altlandsberger Projekt sichtbar werden. Fast vier Millionen Euro sind für die Arbeiten am Oberschulstandort am Bollendorfer Weg eingestellt. In den Folgejahren bis 2024 ist die Gesamtsumme von 32,5 Millionen Euro verteilt.
Da nehmen sich die 318 000 Euro für den Aufzug im Rathaus vergleichsweise gering aus.

Ausgewählte Positionen des Haushaltes 2020

ErträgeGrundsteuer A und B: 977 000 Euro (2019: 974 000)Gewerbesteuer: 2,4 Millionen EuroEinkommensteuer: 4,5 Millionen Euro (2019: 4,6 Mio.)Umsatzsteuer: 300 000 EuroHundesteuer: 56 000 EuroZweitwohnungssteuer: 23 000 EuroZuwendungen: 8,2 Millionen EuroGesamt: 20 Millionen Euro

AufwendungenPersonal: 6,35 Millionen Euro (2019: 6,1 Mio.)Sach- und Dienstleistungen: 4,55 Millionen Euro (2019: 3,7 Mio.)Gesamt: 21,1 Millionen Euro

InvestitionenErweiterung Grundschule: 2,2 Millionen EuroNeubau Schulschiff: 100 000 EuroUmbau FFW Altlandsberg: 80 000 EuroAusbau Straße an der Mühle: 308 300 EuroErschließung Scheunenviertel: 250 000 EuroBushaltestellen: 78 000 EuroGesamt:  8 Mio. Euro