Kultur: Mit Musik und Ballett in Hennickendorf begeistert
Henrik Sundström, Eigentümer und Geschäftsführer der Stienitzsee Real Estate GmbH, und die künstlerischen Leiter Andreas Ottensamer (Musik) und Dmitry Semionov (Ballett) hatten wieder Weltklasseinterpreten auf die Bühne geholt. Es gastierten Annika Treutler und Julien Qauentin am Piano, Rosanne Philippens mit der Violine, Adrien La Marca mit der Viola, Paolo Mendez mit dem Horn, es tanzten Jon Valeho, Duosi Zhu, Aurora Dickie und Alexei Orlenko. Alle aus namhaften und weltbekannten Häusern wie der Dresdener Semperoper oder dem Staatsballett. Die Turbinenhalle mit ihrem morbiden Industriecharme gab einen kontrastvollen Rahmen für Bach, Piazzolla, Schostakowitsch oder Brahms.
„Wir sind sehr neugierig auf dieses Konzert“, sagten beim Hineingehen Monika Hertrich und Hildegard Lukas. Sie sind Mitglieder des Hennickendorfer Volkschores und hatten sich sehr über Sundströms Einladungen gefreut. Hildegard Lukas war besonders gespannt, denn sie erinnerte sich noch an einen Chorauftritt vor 70 Jahren genau an dieser Stelle. „Das war damals im Haus der Ziegler“, sagt die inzwischen über 90–Jährige. Der Komplex mit dem Aussichtsturm am Stienitzsee an der Berliner Straße war ursprünglich gebaut als Motorenhalle und Energiezentrum für umliegende Ziegeleien. Später wurde er zum Kulturhaus für die Ziegelwerker ausgebaut. Nach der Wende diente er als Möbellager, stand dann lange leer. Sundström baut ihn Stück für Stück zu einem Kleinod am See und zugleich als hochkarätiges kulturelles Zentrum aus. Weitere Sanierungsarbeiten sind angekündigt.
„Es ist schön, zu sehen, was daraus geworden ist“, lobte Sebastian Wille aus Berlin, der in der ersten Reihe Platz genommen hatte. Er sei zum zweiten Mal da und finde die „Location als totale Bereicherung der Gegend mit einem hohen künstlerischen Niveau“, wie er es beschrieb.
Das Publikum in der ausverkauften Turbinenhalle ist sehr gemischt. Auffallend viele junge Leute sind gekommen und es herrscht eine wunderbare Hochstimmung. Diese teilen die Künstler bei ihren exzellenten Darbietungen. Das Publikum dankt ihnen dafür mit langem Beifall und begeisterten Pfiffen nach jedem Stück. Beklatscht werden aber auch die emsigen Helfer, die am Nachmittag für die Versorgung der Gäste da sind, und vor allem die Männer, die vor den Auftritten der Tänzerinnen und Tänzer immer wieder den kostbaren Flügel behutsam beiseite tragen und später wieder im Rampenlicht postieren.
Weihnachtskonzert gewünscht
„Diese Vielfalt war wunderbar und die Akustik ist phantastisch“, schwärmen nach dem Konzert die Hennickendorfer Chorfrauen einmütig. „Das wäre ein Traum, in diesem Saal mal ein Weihnachtskonzert zu singen“, sagt Juta Kellermann, die ebenfalls dem Ensemble angehört. Und auch die Erwartungen von Sebastian Wille wurden voll und ganz erfüllt. „Ein wunderbarer Nachmittag“, sagt er und ist mit dieser Einschätzung einer von über 200 Gästen.
Bei der Matinee „Bach & mehr“ mit Andreas Ottensamer, Rosanne Philippens, Adrien La Marca und Tim Park am Sonnabend in der Kirche Hennickendorf waren mehr als 1500 Euro Spenden zusammengekommen, die für den Zaun und Sockel verwendet werden sollen.


