Kultur: TRS will Kindern „was mitgeben“

Probesingen: Ariana Sersniova (10/l.) und Vanessa Brown (16) proben für den Chor der Pelle Open an der Grund- und Oberschule in Rüdersdorf.
Gerd MarkertPelle hat sich in Rüdersdorf und Umgebung bereits einen Namen gemacht. In der gleichnamigen Schule und im dazugehörigen Camp trainieren junge Leute Lieder, Tänze und Rollen für ein Musical, mit dem sie am Ende vor Publikum auftreten. Für die Freizeitangebote müssen Eltern zwischen 15 und 40 Euro monatlich bzw. einmalig 175 Euro plus Essengeld berappen.
In diesem Jahr hat TRS mit den „Pelle Open“ dank Förderung vom Bundesbildungsministerium noch ein komplett kostenfreies Format auflegen können. Über das Programm „Kultur macht stark“ konnten Verbände Geld an Vereine leiten, und TRS sei über den Bund Deutscher Orchesterverbände eingebunden, erläutert Projektleiter Jan Dietrich Jach, der sein Büro im Rüdersdorfer Kulturhaus hat.
Nachdem vor wenigen Tagen die Förderzusage eingetroffen ist, können Stephan Wapenhans und weitere Coaches nun aktiv werden, kann die Werbung angekurbelt werden. Die ersten Interessierten seien bei einem Schnuppertag in der Grund– und Oberschule Rüdersdorf gefunden worden, am Mittwoch war die Truppe in der Grundschule am Stienitzsee in Hennickendorf und am Donnerstagnachmittag gab es eine neuerliche Runde in Rüdersdorf, bei der gesungen oder ein Instrument probiert werden konnte. Insgesamt sei an 15 Schulen, und weiteren Anlaufpunkten für Jugendliche in der Region Informationsmaterial verteilt worden, berichtete Jach. Interesse an „Musik für alle“ habe beispielsweise die Strausberger Vorstadt–Grundschule gezeigt. Mindestens acht Jahre sollten die Mädchen und Jungen alt sein.
Zunächst war das folgende regelmäßige Training einmal monatlich sonntags angedacht, aber das sei für eine erfolgreiche Arbeit zu wenig, erklärt der Rüdersdorfer. Deshalb wird nun auch in der Woche geprobt, jeweils eine Stunde. Zu allen Terminen könnten übrigens auch Hol– und Bringedienste organisiert werden, wenn nur so eine Teilnahme gesichert sei, hebt Jach hervor. Im Sommer geht es dann fünf Tage in ein Camp nach Grünheide mit den Coaches für Gesang, Orchester, Choreografie und Regie. Jach rechnet mit bis zu 60 Teilnehmern.
Zu dem Projekt gehört überdies der Besuch einer Musiktheateraufführung. Weil es mit einer großen Gruppe in einem Berliner Haus schwierig werden dürfte, nutzt TRS den eigenen Operettensommer in der zweiten Juli–Hälfte im Museumspark, bei dem diesmal Frau Luna auf die Bühne gebracht wird. Mit dabei sein werden Regina Thoss, Ilona Vöckel, Patrick Lindner und Alexander G. Schäfer, dazu Wapenhans selbst, Künstler aus der Region und auch Beteiligte der Pelle–Formate. „Es wollen auch viele Kinder mitmachen. Da könnte es bisweilen Diskussionen in den Familien geben“, vermutet Jach. Schließlich liege der Operettensommer komplett in den Sommerferien und für die dürften manche schon Urlaubspläne haben. Meist setzten sich allerdings die Kinder durch, so die Erfahrung der Theaterleute.
Jach macht deutlich, dass es nicht darum gehe, diese Arbeit in den Mittelpunkt zu stellen. „Wir wollen keine Bühnenleute erziehen, sondern den Kindern ein bisschen was mitgeben.“ Aus den Erfahrungen der Pelle–Camps wisse man um die positive Wirkung des Angebots für die Schule und das Leben.
Positive Wirkung erhofft sich auch die Rüdersdorfer Bergkapelle, die einer der Partner bei dem Projekt ist. Vielleicht bleibe ja der eine oder andere Nachwuchsmusiker im Anschluss bei der Stange, so die Idee. Zudem wird mit einer Musikschule aus Hohen Neuendorf kooperiert. In der unterrichtet der Arrangeur der Operette, der aus den Noten von einst etwas heute Spielbares entwickelt. Vielleicht ergebe sich auch eine Zusammenarbeit mit der Musikschule Hugo Distler, die in Rüdersdorf Klassenmusizieren anbietet.
Mehr Infos: Tel. 033638 489926