Lange Bauzeit: Straße zwischen Strausberg und Hennickendorf nach 13 Jahren freigegeben

Banddurchschnitt: von links Edgar Gaffry (Vorstandschef Landesbetrieb Straßenwesen), CDU-MdL und Rüdersdorfer Ex-Bürgermeister André Schaller, Strausbergs Bürgermeisterin Elke Stadeler und ihre jetzige Rüdersdorfer Amtskollegin Sabine Löser, Hennickendorfs Ortsvorsteherin Monika Döppner-Smyczek, Rainer Schinkel für den Landkreis und Staatssekretär Rainer Genilke
Thomas BergerErleichterung ist auch das Gefühl, das vor Ort angesichts dessen überwiegt, dass mit der grunderneuerten L 23 die kürzeste Verbindung in Richtung Strausberg nun wieder frei ist — nach fast anderthalb Jahrzehnten mindestens gravierender Einschränkungen, zuletzt sogar mehrjähriger Komplettsperrung des Abschnitts. „Ja, man muss zugeben, die Maßnahme lief insgesamt seit 2006“, räumte Edgar Gaffry, Vorstandschef des Landesbetriebs Straßenwesen, in seinen begrüßenden Worten ein. Seinerzeit war mit der Stützwand begonnen worden. „Wir sind froh, dass wir es nun abschließen konnten, und hoffen, dass Sie mit dem Zustand zufrieden sind“, sagte er vor allem in Richtung der trotz der späten Mittagszeit zahlreich erschienenen Einwohner.
Kosten von 4,5 Millionen Euro
„Es ist noch nicht die Straße, die wir am längsten zu bauen versuchen“, mühte sich der als Ehrengast angereiste Staatssekretär Rainer Genilke aus dem Potsdamer Infrastrukturministerium, die immense Zeitdauer ins Verhältnis zu setzen. Gleichwohl dankte er den Betroffenen für die Geduld, die alle über diese Jahre hinweg aufgebracht hätten. Er erinnerte an einige der zahlreichen Widrigkeiten, die zusammen mit anderen Aspekten in der Summe für die immer neuen Verzögerungen verantwortlich waren: „Die Hanglage, eine Hochdruckleitung mit Gas, die hier langführt, und eine 20–kV–Leitung — all das macht Straßenbau nicht leichter.“ Die Gesamtkosten von immerhin 4,5 Millionen Euro seien aber gut und richtig eingesetzt, „um den Menschen eine vernünftige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen“. Ausdrücklich lobte er „den tollen Gehweg, breit genug für alles, was wir nicht direkt auf der Straße haben wollen“. Gaffry hatte eingangs bereits die anwesenden Vertreter von mobus angesprochen — auch der öffentliche Nahverkehr rollt nun wieder ungehindert über die Strecke.
„Wir sind wirklich richtig froh, dass eine lange Episode hier in Hennickendorf jetzt ihr gutes Ende findet“, sprach Rüdersdorfs Bürgermeisterin Sabine Löser gerade den Ortsteilbewohnern aus dem Herzen. Es gebe einige Neubürger, die nun erstmals überhaupt die kurze Anbindung zum S–Bahnhof Strausberg–Vorstadt nutzen könnten. Die Fertigstellung sei tatsächlich eine Chance, dass die Nachbarkommunen enger zusammenwachsen, fügte sie mit Blick auf ihre Strausberger Amtskollegin Elke Stadeler an. Für den Landkreis freute sich Rainer Schinkel mit allen anderen.
Wichtige Anbindung zur S–Bahn
„Ende gut, alles gut“, fasste Sabine Lösers Vorgänger im Bürgermeisteramt und nunmehrige CDU–Landtagsabgeordnete André Schaller zusammen. Wichtig sei nun, ist er sich mit Hennickendorfs Ortsvorsteherin Monika Döppner–Smyczek einig, dass auch die Fortsetzung der L 23 in Gestalt der Berliner Straße in Angriff genommen werde.
Unter anderem mit der „Märkischen Heide“ setzte das Hennickendorfer Blasorchester musikalische Akzente. „Auch für unsere Proben war es schwierig, Mitglieder aus Strausberg, Eggersdorf oder Berlin mussten 13 Jahre immer wieder Umwege hier her fahren“, merkte Leiter Gerhard Adamietz kritisch an. Allein über fünf Jahre komplette Sperrung — da sei planerisch nicht alles rund gelaufen, schließt sich Christiane Frohloff an.