In einem Waldstück in Rüdersdorf wurde am Freitagabend (13. Mai) gegen 18 Uhr die Leiche eines Mannes gefunden. Der Fundort liegt in der Nähe der Woltersdorfer Straße. Das teilte die Polizei am Sonnabendmittag mit.
Demnach handelt es sich um einen 27-Jährigen aus dem Landkreis Märkisch-Oderland. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus. Näheres ist noch nicht bekannt. „Seit Freitagabend ermittelt die Mordkommission der Polizeidirektion Ost zu den Umständen der Tat“, erklärte Polizeisprecherin Bärbel Cotte-Weiß am Sonnabend.
Dabei setzt die Polizei auch auf die Unterstützung aus der Bevölkerung und sucht Zeugen: Wer hat zwischen dem 11. Mai, 18 Uhr und dem 13. Mai, 18 Uhr Beobachtungen an der Woltersdorfer Straße getätigt, die bei den Ermittlungen weiterhelfen könnten?
Aus dieser Frage lässt sich ableiten, dass der Leichnam bereits seit Mittwoch (11. Mai) im Rüdersdorfer Wald gelegen haben könnte.
Die Polizei hat eine Karte veröffentlicht, anhand derer der ungefähre Fundort der Leiche eingegrenzt werden kann. Demnach wurde der Tote am Ende der befestigten Woltersdorfer Straße, westlich hinter Autobahnbrücke, gefunden. Im Bereich der Rüdersdorfer Heide befindet sich ein Hundeausbildungsplatz. Auch wird dieses Gebiet gern von Spaziergängern und Hundebesitzern aufgesucht. Etliche Besucher zeigten sich bestürzt über den Vorfall, konnten jedoch keine Angaben zur Tat machen.
Kartenausschnitt vom Fundort aus der Pressemitteilung der Polizei.
Kartenausschnitt vom Fundort aus der Pressemitteilung der Polizei.
© Foto: Polizei Brandenburg
Fünf Tage nach dem Fund der Leiche in Rüdersdorf gibt die Staatsanwaltschaft in Frankfurt (Oder) kaum Informationen zu dem Mord an dem jungen Mann aus Märkisch-Oderland preis. Gefunden worden war der 27-Jährige laut Staatsanwalt Ingo Kechichian von einem Bekannten.

Staatsanwalt hält sich bedeckt

„Aus ermittlungstaktischen Gründen kann ich Ihnen lediglich mitteilen, dass das Opfer bereits polizeilich bekannt war“, so der Staatsanwalt weiter. Das heißt, das Opfer war schon in Konflikt mit dem Gesetz geraten. Aus welchem Grund das passiert ist, dazu schweigt die Ermittlungsbehörde vorerst.
Auf Fragen zur Todesursache und zum Tatort antwortet die Staatsanwaltschaft derzeit ebenfalls nicht, um kein Täterwissen öffentlich zu machen. Dabei handelt es sich um jene Kenntnisse zu Tatort, Tatzeit und zur Waffe, die nur der Täter haben kann.
Laut MOZ-Recherchen und den Reaktionen in den sozialen Netzwerken handelt es sich bei dem Getöteten wahrscheinlich um den Rüdersdorfer Domenic F. In den Kommentarspalten zur Polizeimeldung wird seiner Familie von vielen Menschen Beileid ausgesprochen. „Ruhe in Frieden Großer... du wirst schrecklich vermisst... wir werden dich in ewiger Erinnerung behalten...“, heißt es da unter anderem. Und: „Mein Beileid an die Familie und Freunde und jeder der den jungen Mann kannte. Ruhe in Frieden (…). Unfassbar, dass sowas in meinem Rüdersdorf passiert ist, falls es wirklich ein Mord war.“
Um seine Familie bei den Kosten für die Beisetzung zu unterstützen, ist online eine Spendenaktion gestartet worden. „Vor einigen Tagen ist ein geliebter Mensch tragisch und skrupellos aus dem Leben gerissen worden. In dieser schweren Zeit müssen wir für die Hinterbliebenen da sein … seine Familie braucht uns. Darum richten wir uns an all unsere Freunde, Familie, Verwandten und Bekannten, um der Familie finanziell zur Seite zu stehen. Wir wünschen uns, dass Domenic würdevoll beigesetzt wird. Darum bitten wir euch um eine kleine Spende“, heißt es in dem Aufruf. Das Ziel der Aktion ist es, 3000 Euro zu sammeln. Bis Dienstagmittag waren 840 Euro zusammengekommen. Laut unbestätigten Hinweisen soll die Leiche des Mannes unbekleidet gewesen sein, als sie nahe der Autobahn gefunden wurde. Die Ermittlungen der Mordkommission dauern an.
Hinweise nimmt die Polizei in Strausberg (Tel. 03341/3300) entgegen. Schriftliche Hinweise können auch über www.polizei.brandenburg.de abgegeben werden.