Mitbestimmung
: Hoppegartens Jugend verschafft sich Gehör

Der neu konstituierte Kinder- und Jugendbeirat in Hoppegarten stellt sich am Montag dem Hauptausschuss vor.
Von
Dirk Schaal
Hoppegarten
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Die erste Sitzung: Der Vorsitzende des Hoppegartener Kinder- und Jugendbeirates, Sanjay Sklarek, erklärt den Ablauf. Noch etwas unbeholfen, jedoch mit viel Elan, wollen die Jugendlichen über ihre Geschicke mitbestimmen.

Dirk Schaal

In der Mehrzahl war nicht viel Grundlagenwissen über parlamentarische Gepflogenheiten sowie Rechte und Pflichten vorhanden, aber das machten die zehn- bis fünfzehnjährigen Schüler durch viel Engagement und Wissensdurst  wett.

Die Sozialarbeiterin der Gemeinde, Julia Gabriel, gab Unterstützung und führte die Nachwuchspolitiker durch ihre Sitzung. Wie erfrischend Politik sein kann, wenn sie nicht durch parlamentarische Zwänge eingeengt wird, wenn dies vielleicht  auch nur der Unwissenheit geschuldet war, war beeindruckend. Klar definierten die Kandidaten für die Wahl zum Vorsitzenden ihre Beweggründe, genau dies tun zu wollen, und lieferten gleich Zielstellungen hinterher, die sich jedoch im Kern bei jedem Einzelnen ähnelten.

Überraschenderweise ist ein Hauptärgernis der jungen Hoppegartener die Sicherheit im öffentlichen Raum. „Man kann doch nicht ernsthaft verlangen, dass ein Schüler nach dem Unterricht fast in Lebensgefahr noch schnell eine viel befahrene Straße überqueren muss, weil der Bus gerade an der Haltestelle einfährt“, sagte der 15-jährige Jonathan Friebel im Hinblick auf den Fußgängerüberweg im Wiesenweg, der nach der Sanierung der Kreisstraße durch eine Mittelinsel ersetzt werden soll. Da erwarten die Kinder und Jugendlichen Rückendeckung von den erwachsenen Politikern in Hoppegarten, auch wenn die nicht unmittelbar an der Entscheidung beteiligt sind.

Vom Autoverkehr sichere und vor allem wegen des Belags prob­lemlos befahrbare Radwege, ausreichende Beleuchtung gerade in der dunklen Jahreszeit und sichere Querungsmöglichkeiten von Straßen stehen ganz oben auf der To-do-Liste der jungen Parlamentarier. Sie erwarten zukünftig, bei solchen Entscheidungen gehört zu werden und aus ihrer Sicht die erforderlichen Dingen benennen zu können.

Da denken sie auch an die gerade beschlossene eine Million Euro, die Hoppegarten in Spielplätze stecken will. „Da sollte man mal auch an die Jugendlichen denken und Sprühwände, BMX- und Skater-Bahnen und Jugendclubs schaffen“, sagte ein Grundschüler, der zehnjährige Bela Bab. Für sich und die jüngeren Hoppegartener wünscht er sich die Schwimmhalle, über die zurzeit in den Kommunen diskutiert wird. Und natürlich Spielplätze, die wirklich den Interessen der Kinder entsprechen: „Mit Basketballkörben, Baumhaus und Rück­zugsecken.“

Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Kay Juschka (CDU), begrüßt die Bildung des Kinder- und Jugendbeirates und möchte ihm auch viel Raum für Beteiligung einräumen. „Das sollte aber vorzugsweise in Vorbereitung der Beschlussvorlagen erfolgen, bei denen ihre Interessen berührt werden. „ Auch könnte er sich regelmäßigen Austausch mit dem Jugendbeirat vorstellen, in welcher Form auch immer.

Erste Vorstellung am Montag

Am Montag wollen sich der Vorsitzende, der 15-jährige Sanjay Sklarek, und sein Stellvertreter, der elfjährige Tjark Schilinski, dem Hauptausschuss vorstellen und nach Möglichkeit auch gleich eine Geschäftsordnung des Kinder- und Jugendbeirates vorlegen. Ansonsten wollen jugendliche Vertreter auch häufiger bei den Sitzungen der größeren Kollegen vorbeischauen, wenn ihre Interessen berührt werden. Und klein beigeben wollen sie erst recht nicht, wenn etwas an ihnen vorbei entschieden werden soll.