Nahverkehr
: Gemeinde Neuenhagen sieht „Zeit zum Handeln“

Neuenhagener wollen künftig eine Buslinie durch das neue Wohngebiet und durch das Gewerbegebiet führen lassen.
Von
Uwe Spranger
Neuenhagen
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Baustelle Gruscheweg: Momentan laufen die Erschließungsarbeiten für die neue Straße. Wenn die Strecke fertig ist, soll nach Wunsch der Neuenhagener hier auch ein Bus durchrollen.

Uwe Spranger

Eingebracht hatte den Antrag die SPD–Fraktion.  Es sei „Zeit zum Handeln“, um den Umstieg vom Individualverkehr zu befördern, fand Fraktionschefin Marianne Hitzges. Der Bürgermeister verwies zwar darauf, dass die Vorlage vorerst nicht zum Tragen komme, weil momentan die Straße am Baugebiet ausgebaut werde, danach der Kreisverkehr an der Einmündung Carl–Schmäcke–Straße und in der Folge der Schulcampus, eine Vertagung wurde aber im Unterschied zum Bauausschuss diesmal nicht präferiert. „Wir müssen einen ÖPNV–Anschluss für dieses große Wohngebiet bieten und die Verhandlungen dauern“, unterstützte Wolfgang Winkler (Linke) das SPD–Ansinnen. Auch Georg Stockburger hielt einen längeren „Vorlauf“ für unabdingbar. Konflikte mit den Nachbargemeinden, zum Beispiel Fahrzeitverlängerungen durch eine umverlegte Strecke, ließen sich lösen, gab er sich optimistisch.

Baufachbereichsleiterin Christiane Fälker bestätigte, dass eine Anbindung des Wohngebiets sinnvoll sei, machte aber auch darauf aufmerksam, dass auf die Gemeinde zusätzliche Kosten zukommen könnten, wenn Änderungen außerhalb des gängigen Nahverkehrsplan–Turnus erfolgen sollten. Der aktuelle Plan gilt von 2020 bis 2024. Etwa zwei Jahre vorher würden die Positionen der Gemeinden abgefragt. Neuenhagen hatte schon vor der jüngsten Neuauflage den Wunsch nach anderer Streckenführung geäußert, der Landkreis wolle aber zunächst die Entwicklung des Baugebiets abwarten, hieß es. Der Forderung von Marianne Hitzges, dennoch jetzt aktiv zu werden, schlossen sich am Ende 25 Gemeindevertreter an.

Vorerst nicht zum Tragen kommt hingegen der Vorschlag der SPD, die Rüdesheimer Straße zwischen Bischofsheimer und Hauptstraße sowie die Annenstraße von der Haupt– bis zur Thälmannstraße zu Fahrradstraßen zu machen. Dies entspreche Empfehlungen der Verkehrsplaner vom Büro SVU bereits aus dem Jahr 2016, argumentierte Marianne Hitzges. Passiert sei aber wenig.

Vorschlag zu den Fahrradstraßen

Die Verwaltung plädierte hingegen dafür, gerade laufende weitere Untersuchungen für ein Konzept sicherer Schul– und Alltagswege abzuwarten. Laut Bürgermeister ist in nächster Zeit ein umfangreiches Paket von Vorschlägen des abermals beauftragten Büros SVU zu erwarten. Zudem wies Christiane Fälker da–rauf hin, dass in Fahrradstraßen den überwiegenden Verkehrsanteil eben nicht Autos haben dürften, sondern Räder. Corinna Fritzsche–Schnick (CDU) sprach sich dafür aus, den SVU–Vorschlägen jetzt nicht vorzugreifen. Georg Stockburger (B 90/Grüne) sah dies ähnlich. Weil es aber noch keinen konkreten Termin gibt, wann die Unterlagen präsentiert werden, plädierte er dafür, den SPD–Vorschlag im März 2020 erneut in der Gemeindevertretung zu diskutieren. Dafür gab es am Ende eine breite Mehrheit.