Polizei in Berlin-Hellersdorf
: Nachbarschaftsstreit eskaliert – Wohnung gestürmt

UPDATE 8. Juli: In Berlin-Hellersdorf ist ein Nachbarschaftsstreit eskaliert. Die Polizei setzte Spezialkräfte ein. Nun spricht die Polizei von einem Säure-Angriff. Was ist passiert?
Von
Dennis Lloyd Brätsch
Berlin
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Streit in Berlin-Hellersdorf eskaliert: Spezialkräfte stürmen Wohnung.

Streit in Berlin-Hellersdorf eskaliert: Spezialkräfte stürmen Wohnung.

Dennis Lloyd Brätsch

Ein Nachbarschaftsstreit in Berlin-Hellersdorf ist offenbar eskaliert. Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte waren am Sonntag, 7. Juli, gegen 9.30 Uhr in den Oschatzer Ring alarmiert worden. Ein 36-jähriger polizeibekannter Mann hatte mutmaßlich zwei Frauen mit einer unbekannten Flüssigkeit verletzt, hieß es am Sonntagnachmittag. Laut der Polizei handelt es sich um einen Säure-Angriff.

Zur Art und Schwere der Verletzungen lagen der Polizei zunächst keine weiteren Informationen vor, wie eine Sprecherin am Sonntag mitteilte. Die beiden Personen seien jedoch zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser transportiert worden. Inzwischen ist klar, dass beide Frauen im Alter von 41 und 42 Jahren Verätzungen der Haut erlitten haben.

Berlin-Hellersdorf: Spezialkräfte stürmen Wohnung

Da zunächst unklar war, um was für eine Flüssigkeit es sich handelt und der Mann bereits wegen anderer Delikte in polizeiliche Erscheinung getreten sei, wurden Spezialkräfte einer Beweissicherung- und Festnahmeeinheit hinzugezogen.

Der Tatverdächtige wurde in seiner Wohnung festgenommen.

Der Tatverdächtige wurde in seiner Wohnung festgenommen.

Dennis Lloyd Brätsch

Diese hatten sich gegen 12 Uhr Zugang zu der Wohnung verschafft und den Tatverdächtigen vorläufig festgenommen. Weitere Bewohner aus dem Mehrfamilienhaus sind zuvor aus dem Gebäude evakuiert worden. Die Feuerwehr stand mit Brandbekämpfern und Gefahrgutexperten bereit.

Mann hat Säure vom Balkon geschüttet

Wie die Polizei am Montagnachmittag mitteilte, soll der 36-Jährige offenbar Säure von seinem Balkon auf zwei darunter liegende Balkone geschüttet haben. „Die alarmierten Polizeikräfte zogen Kräfte der Feuerwehr und des Kriminaltechnischen Instituts des Landeskriminalamtes hinzu, die die Flüssigkeit auf dem Balkon als Schwefelsäure identifizierten", hieß es.

Nach Angaben der Polizei war es in der Vergangenheit bereits häufiger zu Streitigkeiten zwischen dem 36-Jährigen und einer 42-jährigen Mieterin des Mehrfamilienhauses gekommen. Die Frau habe den Notruf gewählt, als sie die Flüssigkeit auf ihrem Balkon entdeckte und Verätzungen an den Fußsohlen erlitt. Eine weitere Mieterin (41) erlitt Verätzungen am Finger, als sie auf ihrem Balkon in die Flüssigkeit fasste.

Polizei stürmt zum zweiten Mal Wohnung in Berlin-Hellersdorf

Die Wohnung des beschuldigten Mannes ist durchsucht worden. Die Beamten stellten dabei eine Flasche mit Schwefelsäure als Beweismittel sicher. Der Mann wurde vorläufig festgenommen und nach Feststellung seiner Personalien wieder entlassen. Er muss sich nun wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen verantworten. Die andauernden Ermittlungen führt ein Fachkommissariat der Polizeiaktion 3 (Ost).

Nach Informationen der MOZ hatte es bereits im Jahr 2023 einen Einsatz eines Spezialeinsatzkommandos bei dem Mann gegeben. Damals soll der Beschuldigte einen Nachbarn mit einer Schusswaffe bedroht haben. Bei einer durchgeführten Durchsuchung fanden die Polizeikräfte damals eine Machete und Schreckschusspistolen.