Projekt bröckelt: Rüdersdorf verlässt Bad-Gruppe

Symbolbild Schwimmen
dpa/ole SpataEin entsprechender Beschluss wurde bei der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend bei nur zwei Nein-Stimmen und drei Enthaltungen mit großer Mehrheit angenommen. Bürgermeister André Schaller zeigte sich überzeugt, dass das Projekt eines Tages verwirklicht wird. Rüdersdorf sei aber dafür „eher nicht Zielgruppe“, begründete er das von ihm eingebrachte Papier. In erster Linie sei das angedachte Hallenbad für die Schüler relevant, aber sowohl für die in Hennickendorf als auch in Rüdersdorf sei die vorhandene Schwimmhalle in Strausberg gut zu erreichen und alles andere vermutlich eine Verschlechterung. Eine Studie, die von Neuenhagen in Auftrag gegeben und von den Beteiligten Kommunen Altlandsberg, Fredersdorf-Vogelsdorf, Hoppegarten, Petershagen-Eggersdorf, Schöneiche und Rüdersdorf unterstützt wurde, hatte als Vorzugsstandort das KWO-Gelände am S-Bahnhof Hoppegarten genannt.
Gemeinde hat andere Prioritäten
Schaller argumentierte überdies, dass Investitionskosten in Millionenhöhe zu erwarten seien, die unter den Beteiligten aufgeteilt werden müssten. In der Studie war die Rede von je nach Größe des Schwimmbads zwischen neun und 13 Millionen Euro. Überdies wäre jedes Jahr ein Fehlbetrag von zwischen 420 000 und 670 000 Euro für den laufenden Betrieb durch die Gemeinden auszugleichen. „Wir haben da gerade andere Prioritäten“, erklärte er. Dass sich der Landkreis aufgrund der Bedeutung für den Schulsport an den Kosten beteiligen könnte, hielt er für eher ausgeschlossen.
Man werde die Entwicklung in der Region weiterhin „wohlwollend begleiten“, sich aber aus diesem konkreten Projekt zurückziehen, formulierte der Bürgermeister abschließend.