Querelen
: Feuerwehrchef zwangsversetzt

Nach seiner Absetzung will Herzfeldes Wehrführer in Widerspruch gehen. Hintergrundinformationen gibt es kaum.
Von
Uwe Spranger
Rüdersdorf/Herzfelde
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Symbolbild: Feuerwehr im Einsatz

dpa

Es ist inzwischen schon ein paar Monate her, seit dem Herzfelder Feuerwehrchef der Posten entzogen und sogar umgehend Hausverbot erteilt worden war. Bis heute seien sie nicht umfassend ins Bild gesetzt worden und wüssten nicht, wie es weitergeht, monierten Kameraden aus der Truppe. Und in den Orten waren nach der Absetzung und den damit einhergehenden Konsequenzen zum Teil wilde Gerüchte im Umlauf. Vielleicht habe er ja geklaut oder jemanden verprügelt, spekulierten manche.

Selbst Gemeindevertreter erhielten keine umfassenden Auskünfte, sondern nur die Mitteilung, dass ein Disziplinarverfahren laufe. Das hatte den Hennickendorfer Sven Templin (SPD) bei der jüngsten Ordnungsausschusssitzung zu deutlicher Kritik veranlasst. Denn er hatte bei der Sitzung Informationen zu den Hintergründen erwartet, notfalls hinter verschlossenen Türen. Fachbereichsleiter Philipp Thieme hatte hingegen erklärt, man müsse erst prüfen, inwieweit die Kommunalpolitiker in dem konkreten Fall ein Recht auf Auskünfte hätten. Er habe da so seine Zweifel.

Ähnlich sieht es Bürgermeister André Schaller, der sich auf den Schutz der Persönlichkeitsrechte berief. Er stellte gegenüber der MOZ zumindest klar, dass es weder Diebstahl noch Tätlichkeiten gegeben habe, sondern dass es sich um ein dienstrechtliches Problem innerhalb der Feuerwehr handele. Die sei ja gewissermaßen militärisch organisiert. Zum Sachverhalt könne sich nur der Betroffene äußern, wenn er dazu bereit sei.

Der hielt sich mit Einzelheiten ebenfalls zurück, ließ nur durchblicken, dass er die „Hie–rarchie nicht beachtet“ habe. Er könne sich schon unterordnen, betonte er, aber miteinander reden gehöre für ihn auch zur Führungstätigkeit. Derzeit liefen zwei Verfahren, eines von der Feuerwehrspitze und eines vom Bürgermeister als Träger des Brandschutzes. Er habe sich juristischen Beistand geholt und wolle in Widerspruch gehen, kündigte der Herzfelder an. Dies sei in einem „Verwaltungsakt“ sein gutes Recht, machte Kreis–Sprecher Thomas Berendt deutlich. Dann werde der Sachverhalt zur Prüfung beim Landkreis landen. Wie auch avisierte Fragen von Sven Templin.

Momentan ist Troschka erst einmal als normaler Feuerwehrmann nach Rüdersdorf versetzt. Was zu der kuriosen Situation führt, dass er im Einsatzfall nicht nur die etwa 300 Meter von der Arbeit zum Herzfelder Depot zurücklegen muss, sondern nach Rüdersdorf. Und die Herzfelder Wehr fährt dem Vernehmen nach ohne Führungskraft raus und eine solche stößt dann erst dazu. Die Einsatzbereitschaft sei in jedem Fall gewährleistet, hatte der Bürgermeister bereits im Dezember versichert, die Leitung liege kommissarisch in den Händen des Gemeindewehrführers Olaf Wittke.

Der hatte im Ordnungsausschuss erwähnt, dass die Herzfelder bis Ende Januar Zeit hätten, sich eine Lösung zu überlegen. Es gebe Kameraden mit der nötigen Qualifikation. Aus Herzfelde verlautete hingegen, man wolle erst einmal Klarheit haben, was weiter passieren solle. In diese Richtung hatte ein Feuerwehrmann auch in der Gemeindevertretersitzung  im Dezember eine Frage gestellt. Im Nach–hinein sei ihm dafür ein böser Brief aus dem Rathaus ins Haus geflattert, wird erzählt.