Klingt ein wenig nach heiler Welt, das täuscht aber über die wirklichen Schwierigkeiten der Rennbahn hinweg. Wie Peter Hoeck Domig von der Geschäftsführung bei einer Infoveranstaltung zur Zukunft der Rennbahn Mitte Juni vor geladenen Gästen sagte, braucht sie jährlich im Unterhalt 1,2 bis 1,4 Millionen Euro. Dazu kommen Denkmalauflagen für die historischen Gebäude, die zwar hälftig mit acht Millionen Euro gefördert werden, aber die gleiche Summe ist noch einmal aus eigener Hand aufzubringen, damit die Förderung überhaupt fließt.
Damit in Zukunft Hoppegarten eine Gemeinde mit aktiv betriebener Rennbahn bleiben kann, müssen auch andere Wege statt wie bisher beschritten werden, sagte Hoeck Domig eindrücklich, bevor er ein Konzept mit Gewerbe, Hotel, Gastronomie und Wohngebiet (die MOZ berichtete) und größeren Veranstaltungen vorstellte.
Plänen gehen vielen zu weit
Kritik wurde laut, zu viel, zu hoch, zu kommerziell – die Pläne gingen vielen einfach zu weit in Sachen Wohnbebauung und Events, die weitere Konzepte für Verkehr und Sicherheit im gesamten Bereich nach sich ziehen würden. Andere wiederum verstanden die Sorgen und Nöte der Rennbahn, wirtschaftlich arbeiten zu wollen und zu können. Eine Lösung konnten jedoch die wenigsten bieten.
Für einige hörte sich der Wortbeitrag vom Hoppegartener Gemeindevertreter Christian Arndt (B90/Grüne) flapsig an, der eine Stiftung von der Rennbahn zusammen mit den Gemeinden Hoppegarten und  Neuenhagen anregte. Vorher sei man nicht zu den Plänen der Rennbahn gesprächsbereit, fügte er hinzu. Doch tatsächlich könne dies eine Lösung für viele Probleme sein, die die Rennbahn betreffe, erklärte er bei einem Gespräch zu dem Thema. Zum einen sei die Entwicklung der Rennbahn eng mit den beiden Gemeinden verflochten, zum anderen könne so die Zukunft auch langfristig gesichert werden. Zumal auch Rennbahneigner Gerhard Schöningh in einem Interview mit der MOZ im Februar 2018 sagte: "Meine Pläne sind nur Träumerei, wenn nicht alle – Rennbahn, Hoppegarten und Neuenhagen – an einem Strang ziehen. Wir sind jetzt in einer entscheidenden Phase, um die Weichen für die Zukunft zu stellen."
Schöningh, wird bald 60, macht keinen Hehl daraus, dass er über eine Nachfolge, wenn auch nicht mittelfristig, nachdenkt. So deutete es Hoeck Domig bei der Veranstaltung an. Das schürt natürlich Ängste in den Gemeinden, dass die "konstruktive Zusammenarbeit der letzten Jahre"  mit der Rennbahn nicht fortgeführt werden kann, wie sich einige Gemeindevertreter äußerten. Da will man eben mit ins Boot und mitentscheiden.
Auch Neuenhagens Bürgermeister Ansgar Scharnke findet "die Idee charmant": "Die geäußerten Zukunftspläne der Rennbahn betreffen auch die Entwicklungen beider Kommunen sehr stark. Da ist es eigentlich nur folgerichtig, dass beide zusammen mit der Rennbahn die Fäden in der Hand halten." Sein Hoppegartener Amtskollege Sven Siebert hält sich da eher bedeckt: "Wir als Kommune und ich als Bürgermeister sollten alles dafür tun, dass der Zusatz Rennbahngemeinde für Hoppegarten auch weiterhin Bestand hat. Man sollte mit allen Beteiligten reden, ohne mit einer vorgefertigten Meinung in die Gespräche zu gehen."
Trainierbahn ist kein Satellit
Der Neuenhagener Gemeindevertreter Rico Obenauf regte auch im zeitweiligen Trainierbahnausschuss eine Zusammenarbeit mit dem Ortsnachbarn an. "Man darf Trainier- und Rennbahn nicht als Satelliten sehen, sondern als ein Ganzes. Insofern bin ich für eine Zusammenarbeit aller drei Beteiligten, wobei ich eine Stiftung als schwierig ansehe. Ich denke, mit einem städtebaulichen Vertrag wäre es vermutlich besser getan."
Die Rennbahn selbst wollte sich zu den Plänen einer Stiftung nicht äußern, signalisierte aber generell zu allen Vorschlägen die eigene Zukunft betreffend Gesprächsbereitschaft mit den politischen Gremien.
Wie solch eine vertragliche Zusammenarbeit der drei aussehen könnte, das soll im nichtöffentlichen Teil der Sondersitzung des Hoppegartener Hauptausschusses am Donnerstag, 17 Uhr, im Gemeindesaal erörtert werden.