„Nächstes Jahr wird es am 3. Oktober wieder ein Familienfest bei uns geben“, stand für Frank Schaal, den Geschäftsführer der Museums und Kultur GmbH Rüdersdorf, ziemlich schnell fest. Zwar kamen nach dem Einlassbeginn am späten Sonnabendvormittag zunächst nur einzelne, doch wenig später änderte sich das Bild. So waren schon zur offiziellen Eröffnung um 12.30 Uhr rund drei Viertel der zulässigen maximalen Besucherzahl erreicht, und noch etwas später mussten neue Gäste bereits Geduld haben und am Einlass warten.

Corona-Beschränkung: nicht mehr als 1000 Personen auf einmal

Denn durch die Corona-Beschränkungen durften sich höchstens 1000 Personen zeitgleich auf dem Gelände aufhalten. Die Plätze vor den Bühnen und an der Gastronomie waren eigens auseinandergerückt worden, augenfällige Banner wiesen an mehreren Stellen auf Abstands- und Hygieneregeln hin. Ein- und Ausgang waren getrennt, Gäste mussten Kontaktdaten hinterlassen und am Auslass war eine Mitarbeiterin der GmbH mit Zählwerk postiert, damit entsprechend Besucher nachrücken konnten. Offizielle Zahlen gab es zwar vom Veranstalter nicht, aber im Tagesverlauf dürften mehr als 1500 Personen eine Stippvisite zur Heinitzstraße unternommen haben.

Auftrittsgelegenheit auch für die Rüdersdorfer Karnevalsgemeinschaft

„Mehr PR im Vorfeld ging auch fast nicht“, bekannte Michael Ehrenteit, der wesentlich für das Programm verantwortlich zeichnete und auf und vor der großen Bühne für das erwachsene Publikum am Festplatz moderierte. Das Spektrum dort reichte von Bigband-Klängen über Party-Musik und Rock’n’Roll bis zur Alphorn-Einlage vom Berliner Verein Bavaria. Auf der Kinderbühne an den Rumfordöfen sorgten unter anderem Zauberer Mister Grunzi, Clown Pipeline und die Samels mit Tauben, Papageien, Mäusen, Schlange und Vogelspinne für Unterhaltung. Im Umfeld gab es Malecke, Schminken, Angelspiel und einiges mehr. Mit von der Partie war zudem die Rüdersdorfer Karnevalsgemeinschaft. Man nehme solche Auftrittsmöglichkeiten derzeit gern wahr, damit gerade die Jüngeren bei Laune gehalten würden und wüssten, wofür sie trainieren, so Vorstandschef Steffen Mancke. Schließlich hat die Truppe coronabedingt sämtliche eigenen Veranstaltungen in diesem und nächsten Jahr abgesagt.

Unterhaltung für die Kinder

Kinder, die selbst aktiv werden wollten, waren unter anderem beim Hobby Horsing unterhalb der Kalkscheune richtig. Mit einem Steckenpferd, einem Holzstab mit Pferdekopf, gehen Mädchen und Jungen dabei über einen Parcours mit Sprungelementen. Am Ende gab es für jeden Teilnehmer eine Urkunde. Kostenlos. „Ist ja Werbung für uns, wir sind ja nicht weit weg“, erklärte Marie-Louise Zirzlaff, die die Idee aus Finnland mitgebracht hatte und in der Wuhlheide richtige Kurse mit „Ausritt und Springen“ gibt.

Museumsparkchef will wieder ein bisschen Normalität bieten

Gut zu tun hatten auch Trampolin und die Gastronomie-Stände am Festplatz, während das Interesse an Lederwaren, Holzartikeln, Hüten, Schmuck oder 3D-Windspielen sehr unterschiedlich ausgeprägt war. Zumindest waren die Stände an der Heinitzstraße so postiert, dass so gut wie alle Besucher daran vorbei mussten. Der Parkchef hatte bei der Eröffnung an die Gäste appelliert, sich alles anzuschauen. Man werde umsetzen, was machbar sei, um wieder ein bisschen Normalität zu bieten, versprach er. Bürgermeisterin Sabine Löser hatte zuvor Gedanken zur Einheit beigesteuert. Durch Corona hätten nun auch junge Leute gemerkt, was geschlossene Grenzen wie zu DDR-Zeiten bedeuteten, so ein Aspekt.

Wetter spielte mit

Sie rief zudem dazu auf, nicht nur zu meckern, sondern zu sagen, wie es besser gehe. Kritik im Vorfeld zu Eintritt und Plakatgestaltung erwähnte sie nicht. Schaal sagte, er bleibe da „entspannt“. Man müsse Geld erwirtschaften, auch um die Mitarbeiter zu bezahlen und Anlagen zu pflegen. „Und das tun wir.“ Sylvia Ullrich aus Rüdersdorf, die mit zwei Kindern und Partner unterwegs war, fand jedenfalls den Eintritt in Ordnung und das Fest „schön aufgezogen“. Und das Wetter habe ja auch gepasst.