Tagebau
: Vom Grand Canyon in Rüdersdorf

Der Tagebauleiter hat ein Faible fürs Fotografieren. Wer es nicht glaubt, sollte ins Rüdersdorfer Rathaus kommen.
Von
Margrit Meier
Rüdersdorf
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Flora, Fauna, Habitat: Unter diesem Titel steht die Ausstellung von Tagebauleiter Thomas Weber.

Gerd Markert

So voll, scherzte Bürgermeister André Schaller, war das Rathaus das letzte Mal, als der damalige Ministerpräsident Matthias Platzeck zu Gast war. Und tatsächlich war der Flur bei der Eröffnung der Ausstellung von Thomas Weber rappelvoll. Mit neugierigen Gästen, die sich selbst davon überzeugen wollten, dass der Tagebauleiter von Cemex nicht nur ein Fachmann auf diesem Gebiet ist, sondern auch ein Auge, Händchen, die Technik und vor allem Geduld hat, seinen Arbeitsort ins rechte Licht zu setzen.

„Alles, was Sie hier sehen, ist Rüdersdorf“, sagte Schaller. „Doch mit ein bisschen Phantasi, entdecken Sie den Grand Canyon, sehen Olivenbäume, eine ausgetrocknete Steppe in Afrika, aber auch Transsilvanien“, hob Schaller hervor. Der scheidende Bürgermeister hatte sich lange um diese, seine Wunschausstellung bei Thomas Weber bemüht.

Es hat sich gelohnt, denn das, was der 56–Jährige mit seinen verschiedenen Nikon–Kameras eingefangen hat, ist bestaunenswert. "Oft bin ich in den frühen Morgen– und Abendstunden unterwegs und habe auf das passendes Licht gewartet. Glücklicherweise hat meine Familie viel Verständnis für mein Hobby“, sagte Thomas Weber. Verständnis hat aber auch sein Arbeitgeber Cemex. Geschäftsfühunrg und Vorstand gestatten ihm nicht nur das Fotografieren, sondern die Kollegen Alexandra Decker, Anna Fischer und Sebastian Lechler haben geholfen, die Fotos zu sichten, auszuwählen, zu rahmen und aufzuhängen. Thomas Weber dankte allen ausdrücklich dafür und ergänzte seinen Lieblingsspruch: Bergbau ist nicht eines Mannes Sache allein — auch diese Ausstellung nicht.

Der Aufwand hat sich gelohnt, denn tatsächlich ziehen die Makroaufnahmen der wilden Möhre oder vom rissigen Boden, den scheinbar toten Steinen, aus denen neues Grün sprießt, magisch an. Magisch sind auch die Kalksteine, von denen einige schimmern, als wären sie aus purem Gold. Eingefangen hat Weber auch Besucher wie Uhu oder Eisvogel, nicht zu vergessen Fledermäuse. Zartes Frühlingsgrün hängt unweit von Bäumen mit Raureif.

Bis zum 8. August ist die Schau Flora, Fauna, Habitat — Entdeckungen im Kalksteintagebau Rüdersdorf zu den Öffnungszeiten des Rathauses, Hans–Striegelski–Straße 5, zu sehen.