Theater am Rand in Zollbrücke: Das hat das Programm 2026 zu bieten

Tüten die neuen Spielpläne ein: Clemens Lippok und Dorette Schwerdtner, Mitarbeiter des Theaters am Rand in Zollbrücke, unweit von Bad Freienwalde.
Steffen Göttmann- Theater am Rand in Zollbrücke startet am 7. März 2026 mit der polnischen Band Dikanda in die Saison.
- Energetische Sanierung ermöglicht frühere Saisonstarts und sorgt für mehr Komfort im Winter.
- Highlights: Thomas Rühmanns „Lebenslieder“, Gitarrist Luca Stricagnoli und szenische Lesung „Sie waren neun“.
- Neue Diskussionsreihe „Dialog-Labor“ startet am 8. März mit dem Thema „Recht“.
- Zusammenarbeit mit der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch wird ausgebaut.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer sich an kalten Tagen ins Theater am Rand in Zollbrücke bei Bad Freienwalde begibt, muss sich nicht mehr so warm anziehen wie früher. Seit der energetischen Sanierung des weitgehend hölzernen Theatergebäudes im Oderbruch im vergangenen Jahr, ist es auch bei niedrigen Temperaturen wohltemperiert.
Die Dämmung von Wänden und Dach verbannt die Kälte nach draußen, die Fußbodenheizung direkt vor der Bühne und die Sitzheizung auf den Rängen erzeugen wohlige Wärme. Deshalb können die Theaterleute die Winterpause früher beenden und den Saisonstart erstmals auf Anfang März vorverlegen.
Theater startet mit der polnischen Band Dikanda in die Saison 2026
Mit der polnischen Band „Dikanda“ aus Stettin feiert das Theater am Rand am 7. März 2026 den Einstieg in die Saison. Mit neun Musikern auf der Bühne bietet die 1997 als Folkband gegründete Gruppe „feurige Weltmusik“. Uwe Wolf, für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlicher Mitarbeiter des Theaters, weist auf die musikalischen Leckerbissen der ersten beiden Monate der Saison hin. Am 20. März lässt der Schauspieler und Theatergründer Thomas Rühmann mit seinen „Lebensliedern“ seine Bühnenjahre musikalisch und in Anekdoten Revue passieren.
Ferner wird am 22. März der italienische Gitarrist Luca Stricagnoli zu erleben sein, der auf seiner Welttournee „High Voltage“ Station in Zollbrücke macht. „Er ist über YouTube bekannt geworden“, berichtet Wolf. Das Theater sei für den Auftritt jetzt schon zur Hälfte ausgebucht. Ein Kassenschlager wird vermutlich auch die szenische Lesung „Sie waren neun – der Weg in die Freiheit“. Dafür konnte Rühmann neun Schauspielerinnen aus der Krankenhausserie „In aller Freundschaft“, in der er selbst mitspielt, gewinnen. Sie lesen aus dem Roman von Gwen Strauß über die dramatische Flucht von einem Todesmarsch. Die Schriftstellerin Gwen Strauss porträtiert neun Frauen, denen in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs die Flucht gelang und die alle überlebt haben.
Folkband aus der DDR weckt Erinnerungen
Ferner weist er auf das Konzert der Folkländer am 5. April hin, die bekannteste Folkgruppe in der DDR, die 1976 in Leipzig gegründet wurde. Trotz mehrerer Umsetzungen blieb sie sich im Kern treu. Gleich am folgenden Tag spielen Pablo Woiz und die Milonga Roots, wobei Tango mit Bandoneon, Piano und Kontrabass erklingt. Eine Begegnung mit Augenzwinkern verspricht der Auftritt von den „Zeugen Amigas“, die verjazzte Ostrocksongs präsentieren. Die Musiker Silke Krause-Traurigtal zu Freudenberg (Klavier), Matthias Macht-Nichts (Schlagzeug) und Micha Winkler (Posaune) nehmen sich auch nicht so ernst, wie ihre Künstlernamen verraten. Den Ausblick in den Wonnemonat gibt es auch bereits: Am 13. Mai erklingt im Theater am Rand Engerling, deren Wurzeln sich in der Region befinden und die anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens auf Jubiläumstour sind.

In der Winterpause: Das Theater am Rand. Die Kulturstätte im Oderbruch startet am 7. März 2026 in die neue Saison.
Steffen GöttmannDas Theater vertieft seine Zusammenarbeit mit der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, kündigt Wolf an. Bisher zeigten Studierende der Hochschule unter dem Titel „Freispiel“ an einem Wochenende im Sommer ihre Stücke. In dieser Saison kommen zwei weitere Termine hinzu, zunächst am 30. Mai, wo Studentinnen und Studenten der Hochschule ihre selbst erarbeiteten Stücke vorführen. In diesem Zusammenhang ist auch die Eigenproduktion des Theaters, die musikalisch inszenierte Lesung „Caspar David Friedrich“ zu sehen. Das Stück mit Zalina Sanchez und David Schnell von der Hochschule hatte 2025 Premiere und ist ins Repertoire des Theaters am Rand aufgenommen worden.
Neue Diskussionsreihe heißt „Dialog-Labor“
Zu den traditionellen Veranstaltungen im Theater zählen die Tauschbörse für Saatgut und Pflanzen sowie die Brandenburger Ökofilmtour, beides am 1. März. Gezeigt werden die beiden Dokumentationen „Dorf bleibt Dorf“ und „Wölfe, Wut und Weidezäune“. Wolf weist zudem auf die neue Reihe „Dialog-Labor“ hin, in der sich das Theater mit Gespräch, Lesung und Musik mit „Einigkeit, Recht und Freiheit“ beschäftigt. Nach dem Thema „Einigkeit“ im vergangenen Herbst, widmen sich die Gastgeber am 8. März dem „Recht“. Dem folgt „Freiheit“ am 26. April. „Thomas Rühmann beteiligt sich an der Diskussion und trägt auch etwas vor“, kündigt Uwe Wolf an.
Überhaupt sei Rühmann häufiger am Theater anzutreffen, sei präsenter als vorher. Im Januar 2024 hatte Mitbegründer Tobias Morgenstern das Theater am Rand verlassen. Die beiden Theatergründer waren wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Corona-Maßnahmen in Streit geraten. Nach drei Jahren kam es zum endgültigen Bruch.
„Natürlich vermissen wir ihn“, sagt Uwe Wolf. Er habe sich um den gesamten Bau gekümmert, sich an der Gestaltung des Spielplans eingebracht und stand für Alltagsfragen immer zur Verfügung. Dem Team sei es aber gelungen, die Aufgaben zu verteilen und zu übernehmen. Zwar gebe es vereinzelt noch Kritik aus unmittelbarer Region, weil man Morgenstern habe gehen lassen. Das Interesse am Theater insgesamt sei aber ungebrochen, die Zahl der Theaterbesucher genauso hoch wie vorher, bekräftigt der Mitarbeiter des Theaters.


