Themenwoche: Wenn die Natur das Smartphone aussticht

Viel Spaß beim Ferienprojekt: Den hatten auch v. l. Lea, Ben, Alina und Sophie, hier mit den gebastelten Tieren der Kreativgruppe und vor dem dicken Baum auf dem Hofgelände, an dem jede Menge Karten mit guten Wünschen der Kinder hängen.
Thomas BergerSchon seit 2014, blickt Projektleiterin Christina Reitmayer zurück, hat es schöne Tradition, dass sie und ihre Bunterhund–Kollegen eine solche Ferienwoche mit den Hortkindern gestalten. „Zirkus macht stark“, lautet das übergreifende Motto, und bereits voriges Jahr standen die Bäume im Mittelpunkt des Geschehens. „Daran haben wir jetzt noch einmal angeknüpft, denn wir hatten das Gefühl, dass wir da noch etwas tiefgründiger einsteigen können.“
In Zeiten, da gerade auch die Kinder, die in der Regel in den umgebenden Plattenbauten des Wohngebiets Brückenstraße zu Hause sind, die Welt nur noch gefiltert aus der digitalen Perspektive wahrnehmen, sei es wichtig, neuen Bezug zur Natur herzustellen, betont Christina Reitmayer. Ganz ähnlich sieht das Naturpädagogin Barbara Klinker, die mit ihrer „Waldläufer“-Gruppe auf einem Gelände am Kalksee unterwegs war. Das liegt zwar nur einen Katzensprung entfernt, doch vielen Kindern sei diese grüne Oase vor der Haustür bisher unbekannt gewesen, hat sie festgestellt. Ein „Waldsofa“ wurde da gemeinsam gebaut, vorher herumliegender Müll beräumt. Und spätestens mit dem Schließen der Augen und der Konzentration auf die einzelnen Geräusche wurde der Wald noch ganz anders erlebbar.
Spezielles Ritual der Waldgruppe
Dieses tägliche Begrüßungsritual während der Tage am Seeufer hat das Team zur Abschlusspräsentation am Freitagvormittag im Hort auch noch allen anderen nahe gebracht. Zusätzlich trugen Max, Caroline, Ricardo, Finn und die anderen gute Wünsche für einen alten Baum auf dem Hof vor, die auf mit Naturmaterial gestalteten Karten an vorbereiteten Schnüren rund um den mächtigen Stamm befestigt wurden.
Sogar ein paar Eltern und Großeltern schauten vorbei, um die Präsentation zu erleben. Den Einstieg gestalteten die jungen Stelzenläufer: Die „Baumbotschafterin“ im extra grünen Gewand führte alle zu einer kleinen Gruppe von Bäumen, um die das Fünferteam zu Musikklängen he–rumtanzte. Abschließend ging es zu den „Baumgeistern“ ein Stück weiter. „Wir haben Baumpyramiden gemacht, tanzend mit Jonglageringen, Tüchern und Tellern geprobt“, erzählten Alina und Lea schon vorneweg, bevor sie, Mia, Jonas und Summer nun unter Beifall des Publikums ihre Choreografie vorführten.
Mit Pauline Drünert hatte die vierte Gruppe in den Tagen Tiere des Waldes aus verschiedenen Materialien gebastelt. Jeder stellte nun seine Kreation vor, darunter Eichhörnchen, Maulwurf, Hirsch und Igel. Und zu jedem Tier wurden Fragen beantwortet, wovon es sich ernährt und wo genau es lebt. Durchaus mit Lachern, als beim letzten Punkt einmal als Antwort kam: "In meinem Bett.“ Und wer sich mit den Teilnehmern unterhielt, bekam auch noch mit, wie begeistert alle von der selbst gemachten Pizza auf dem Bunterhund–Gelände waren. Der Ofen war gerade rechtzeitig zum Projekt fertig geworden.
Schön sei diese Unterstützung von außerhalb, freuen sich die Erzieherinnen Saskia Oswald und Ines Mancke über die schon seit Jahren gute Kooperation: „Die Kinder haben immer viel Spaß dabei, und es kommt sehr viel Kreatives dabei heraus.“ Zudem sei das Angebot anders als viele Offerten sonst kostenlos.