Tourismus: Quellen sollen wieder sprudeln

Nur ein spärliches Rinnsal: eine der Quellen am kleinen Stienitzsee
Uwe Spranger/MOZSchon seit mehr als einem Jahr ist es eher ein Rinnsal denn ein Wasserstrahl, was aus den beiden Rohren am Ostufer des kleinen Stienitzsees unterhalb der Straße zum Seeblick kommt. Die Hennickendorfer Heimatfreunde um Regina Wolter bemühen sich schon seit einiger Zeit zum Abhilfe. Sie hoffen, dass sich in den nächsten Wochen etwas tut.
2005 hatte der Verein schon einmal eine Neubohrung veranlasst. Damals hatte Hans Templin, der bereits in den 1970er–Jahren die Wasseradern im Uferbereich angezapft hatte, noch einmal mit der Wünschelrute die Suche aufgenommen und dann von seinen Enkeln Sven, Torsten und Lars sowie anderen Helfern an den richtigen Stellen die Rohre in den Untergrund treiben lassen. Weitere etwa 20 Jahre zuvor hatte wiede–rum dessen Vater die Quellen angebohrt. „Wir hatten zum Baden immer ein Gefäß dabei und haben das Wasser auch getrunken“, erinnert sich Regina Wolter. Das sei prinzipiell auch heute noch möglich, nur für Kleinkinder ist das Wasser indes nicht geeignet, erzählt sie und berichtet, dass sich bisweilen Spaziergänger noch Flaschen füllten.
Im Gegensatz zu früher, als man an drei Quellen binnen einer Minute mehrere Eimer voll machen konnte, war zuletzt an den beiden verbliebenen Rohren allerdings ganz schön Geduld gefragt. An manchen Tagen ist es noch ein dünner Strahl, meist allerdings nur ein müdes Tröpfeln.
Deshalb hatte sich der Verein mit Unterstützung der Gemeinde schon im vorigen Frühjahr um einen Brunnenbauer bemüht. Hatte auch einen gefunden, der relativ preiswert war und optimistisch noch dazu. „Er hat uns aber erst lange warten lassen, weil er immer andere Sachen zu tun hatte, und zuletzt hat er ganz abgesagt“, berichtet Regina Wolter. „Er hat gesagt, er hat mit Kollegen gesprochen und die haben ihm abgeraten. Sind ja keine echten Quellen, sondern ist ein artesischer Brunnen“, erklärt sie. Das heißt, das Wasser in einer Senke unterhalb des Grundwasserspiegels steht derart unter Überdruck, dass es ohne Pumpen bis zur Erdoberfläche oder höher aufsteigt. In etwa acht Metern Tiefe hatten die Brunnenbohrer 2005 diese Ader erwischt.
Nach der Absage des ersten Brunnenbauers hatten sich die Heimatfreunde um Alternativen bemüht. Von der ortsansässigen Firma Mainka gibt es auch ein Angebot. Allerdings passt das nicht zu den finanziellen Möglichkeiten der Heimatfreunde. Sie hätten zwar mal eine größere Spende bekommen und gesammelt, aber der Preis sei dennoch für sie unerschwinglich, sagen sie. Beim Tanz in den Mai sei auch noch einmal für die Quellen gesammelt worden, „aber da hat nicht viel in der Box geklappert“, berichtet Georg Jagiela.
Deshalb wolle man noch mal mit der Firma ins Gespräch kommen. Das werde Sven Templin übernehmen, der wieder mit von der Partie ist. Er hat auch schon Kontakt mit dem Unternehmen gehabt, aber noch keine Vereinbarung treffen können. Denkbar sei, sagt Regina Wolter, dass man statt zwei nur eine Bohrung vornehmen lasse. Man hoffe zudem noch auf ein preisliches Entgegenkommen und wolle gezielt andere Unternehmen um Unterstützung bitten, sobald das neue Angebot vorliege.
Gemeinde hat Bänke geordert
Wenn das Wasser wieder kräftig sprudelt, müsse auch das Umfeld noch hergerichtet werden. Die Gemeinde habe bereits Bänke geordert, erzählt Regina Wolter. „Das Podest hatte ja nicht lange gehalten. Es musste wegen Unfallgefahr abgerissen werden.“
Der Hennickendorfer Verein hofft, dass nach den Arbeiten an den Quellen auch der Weg von der Straße zum See noch umgestaltet wird. Denn für Personen mit Kinderwagen oder Rollstuhl wäre er nur mit großer Mühe bzw. Hilfe Dritter zu bewältigen.