Tourismus
: Rastplatz für Wanderer bald mit Seeblick

Eine der Quellen am Kleinen Stienitzsee sprudelt wieder. In den nächsten Wochen soll das Umfeld hergerichtet werden.
Von
Uwe Spranger
Hennickendorf
Jetzt in der App anhören

Ortstermin an den Quellen am Kleinen Stienitzsee: Wegewart Christian Hillert (in Orange) mit v. l. Regina Wolter, Georg Jagiela und Margrit Baumann vom Heimatverein

Uwe Spranger

Wir waren im März mit unserer Wandergruppe hier und hatten die Hoffnung, dass es noch in diesem Jahr fertig wird“, drängte Margrit Baumann vom Heimatverein am Mittwochvormittag beim Ortstermin an den Quellen am Kleinen Stienitzsee auf Tempo. Sie hatte sich dort mit ihren Vereinsmitstreitern Regina Wolter und Georg Jagiela sowie der Tourismusverantwortlichen im Rüdersdorfer Rathaus, Silke Klingelstein, und Wanderwegewart Christian Hillert verabredet, um das weitere Vorgehen zu besprechen, nachdem die ortsansässige Firma  Geothermic die unterirdische Wasserader vor etwa 14 Tagen neu angebohrt hatte.

Zuvor hatten die zuletzt zwei Rohre nur noch ein spärliches Rinnsal zu Tage gefördert, meist sogar nur ein stärkeres Tröpfeln. Deshalb hatten sich die Heimatfreunde mit Unterstützung der Gemeinde seit Längerem um Neubohrungen bemüht. Zunächst jedoch war ein Brunnenbauer abgesprungen, folgende Angebote passten nicht in das mit Spenden aufgebesserte Budget. Sven Templin hatte deshalb noch einmal nachverhandelt.

Er war 2005 selbst dabei, als sein Großvater Hans noch einmal mit der Wünschelrute die Suche aufgenommen hatte und an den richtigen Stellen neue Rohre in den Untergrund getrieben wurden. Bereits in den 1970er–Jahren hatte Hans Templin die Wasseradern im Uferbereich angezapft, weitere etwa 20 Jahre zuvor schon dessen Vater.

Aus Finanzgründen ist es letztlich nur ein neues Rohr geworden, deutlich erkennbar an dem größeren Querschnitt. Allerdings liefert es aus dem artesischen Brunnen, einer unter Überdruck stehenden Wasserader unterhalb des Grundwasserspiegels, etwas weniger Nass als frühere Bohrungen. Etwa zwei Zehn–Liter–Kannen würden pro Minute voll, berichtete eine Anwohnerin. Es sei mal das Doppelte gewesen.

Kannenweise wird das „Quellwasser“ aber im Normalfall nicht geholt, eher mal eine Flasche oder ein Becher voll. Denn es ist auch mit einem Schild kenntlich gemacht, dass es eben keine Trinkwasserqualität hat. Speziell für Kleinkinder sei es ungeeignet, hieß es. „Ich habe das immer getrunken und bin mittlerweile 77“, warf Regina Wolter ein.

Verabredet wurde nun am Mittwoch, dass direkt neben dem neuen Auslass eine Bank postiert und der Untergrund mit zertifiziertem Recyclingmaterial befestigt wird. Auf der kleinen Wiese am Abgang von der Seestraße/Gartenstadt ist eine Überdachung mit Bänken und Tisch vorgesehen, die vom Bauhof noch aufgearbeitet werde. Über einen Tisch gab es zunächst Diskussionen, weil es damit schlechte Erfahrungen in der Gemeinde gibt. Manche wurden angezündet, andere ins Wasser geworfen.

„Die Wandergruppe will aber einen Tisch“, bestand Margrit Baumann darauf. Zudem könnten Kinder bei  Wanderungen um den See dort Picknick machen.  Auf jeden Fall sollten die „Möbel“ fest verankert und aus haltbarem Holz gefertigt sein, empfahl der Wegewart. Zusätzliche Papierkörbe soll es indes nicht geben, weil die im Ort bisweilen zur Hausmüllentsorgung zweckentfremdet werden.

Sicherungen haben Vorrang

Im Boden werden die alten Rasengitterplatten entfernt, eventuell Robinienstämme zur Wegebegrenzung eingebracht, das Gelände ansonsten der Natur überlassen, hieß es. Und mit dem Fischer sei verabredet, dass der Blick auf den See freigeschnitten wird, sobald sich Gelegenheit bietet. Einige Büsche am Ufer sollen dazu ebenfalls gestutzt werden. Nicht zuletzt will die Gemeinde versuchen, den Weg zur Straße herzurichten, damit insbesondere Spaziergänger mit Rollator oder Kinderwagen besser durchkommen.

Silke Klingelstein dämpfte indes Erwartungen von ganz schneller Umsetzung: „Sicherungspflichten zum Beispiel am Seebad in Rüdersdorf haben Vorrang“, erklärte sie.