Es sind Plakate wie diese, die das ganze Jahr 2019 hindurch bei den Fridays-for-Future-Demos in Berlin, Strausberg, deutschlandweit wie rund um den Erdball zu sehen waren, durch vielerlei Nachrichtenbilder vertraut sind. Eine von der schwedischen Schüler-Aktivistin Greta Thunberg angestoßene Bewegung, die inzwischen Millionen Mitstreiter zählt. Am Freitag nun gab es im Volkshaus Strausberg-Nord ein Wiedertreffen mit diesen Appellen und Botschaften. Denn genau diese Sorge um die Zukunft des blauen Planeten, die gerade die junge Generation umtreibt, hatte sich auch das Team der OSZ-Kunstfabrik zum Thema seines diesjährigen Varietéabends erkoren.
Es hat am Oberstufenzentrum schöne Tradition, sich nicht nur als möglichst gute Noten produzierende Lernfabrik zu verstehen, sondern junge Menschen zu mündigen, aktiven, einfallsreichen und sozial kritisch-engagierten Mitgliedern der Gesellschaft zu erziehen. Dieses Selbstverständnis, das sich gerade in diesen Großveranstaltungen mit Anspruch und Benefizcharakter spiegelt, unterstrich Schulleiterin Gudrun Thiessenhusen schon in ihren einführenden Worten. Was über rund zwei Stunden auf der Bühne folgte, war gleichwohl noch einmal das inhaltlich tiefgründigste und aufrüttelndste Programm, das Schüler und Lehrer bisher in diesem Rahmen produziert haben.
OSZ-Kunstfabrik zu ""Fridays for Future"" in Strausberg

Bildergalerie OSZ-Kunstfabrik zu ""Fridays for Future"" in Strausberg

"Wozu eine Gedichtinterpretation, wenn die Erde kaputt ist?", wurde auf die laufende Debatte um Schulpflicht versus die freitäglichen Großdemonstrationen Bezug genommen. Und die Performance "Die schreienden Stummen" bot, mit Bildern im Hintergrund illustriert, all jenen wie US-Präsident Donald Trump oder deutschen Politikern von FDP bis AfD Paroli, die das Menschheitsthema Klimakrise zu negieren oder kleinzureden versuchen. Besonders düster das Sprechtheater "Blick in die Zukunft". "Eines Tages war der Punkt erreicht, dass wir den Planeten verlassen mussten", erzählt der Opa seiner Enkelin.
Kevin Walter und Georgia Franziska George führten als Moderatoren durch den Abend, setzten eigene Akzente. So, als sich aus einem großen Karton, dem vermeintlichen deutschen Klimapaket, ein kleines "Klimapäckchen" schälte. Dafür wird an der Schule schon einiges angeschoben, verwiesen die beiden auf die zahlreichen Themen und Resultate der Projektwoche im Dezember von Schulhof-Neugestaltung bis Nachhaltigkeit beim Essen, vom ökologischen Bauen bis zu technischen Umrüstaktionen.
Vom Rap "Pyramiden" über einen Einradtanz und ein Klavierstück, vom Chor mit "Human" zum Start und "Heal the world" zum Ausklang über Bodypainting-Tanz, die Tanzchoreografie "Wir retten kurz die Welt" und die Bewegungsperformance "Haus am See" der angehenden Erzieher bis zu einem Mädels-Quartett mit dem Showtanz "Frauenrechte – Hände weg!" oder einem Klavierstück: Die Vielfalt der Einzeldarbietungen und Detailthemen in dem großen Kontext war bemerkenswert.
Bisher fast 2200 Euro
Bemerkenswert auch die 2190 Euro, die der ehemalige Mathe- und Physiklehrer Volker Jung (72) im Vorfeld eingeworben hatte. Über die Jahre kamen mehr als 50 000 Euro zusammen. Während 2019 die sich um junge Menschen mit Krebsdiagnose kümmernde Aline-Reimer-Stiftung die Empfängerin war, worüber kurz Bericht erstattet wurde, geht das Geld diesmal an die Bürgerinitiative zur Erhaltung des Straussees. Deren Vertreter Frank Weber gab einen Überblick zu den bisherigen Aktionen des noch jungen Bündnisses mit inzwischen 250 Mitgliedern, zu großen Demos, den Wassergesprächen, laufenden Gutachten sowie 2020 geplanten Vorhaben.