"Du bist es wert, feierlich verabschiedet zu werden", schickte der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Kay Juschka (CDU), als Gastgeber voran, und dieses Urteil bestätigten in der Folge mehrere Redner aus der Schar von Politik, Verwaltungen, Wirtschaft, Vereinen, Amtskollegen ...
Landrat Gernot Schmidt sprach von einem melancholischen Moment, erinnerte an die wichtige Funktion Hoppegartens am Berliner Rand und an gemeinsame Aktivitäten. "Wir haben Lollapalooza überstanden, eine harte Gratwanderung, hatten den Brandenburg-Tag", sagte er und wies auf Konflikte zwischen großer Veranstaltungsstätte und Anwohnerinteressen hin. Er würdigte die kommunale Infrastruktur und die "ganz andere Debatte" in Hoppegarten vor der Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft.
Verabschiedung Karsten Knobbe

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Juschka bescheinigte "große Fortschritte" in Knobbes Amtszeit, so die neue Schule in Hönow, mehrere Kitas und sogar Trägervielfalt. Zudem seien verschiedene Kunst- und Kulturangebote in der Gemeinde untrennbar mit dessen Namen verbunden. Er habe bei einem Musikvideo Humor bewiesen und sei als Rapper in der Partnerstadt Iffezheim zu großer Form aufgelaufen. Und er sei bei Auseinandersetzungen "absolut nicht zu provozieren gewesen", hob Juschka hervor. Er habe gut mit dem scheidenden Bürgermeister zusammengearbeitet, lasse ihn deshalb "mit ein wenig Wehmut gehen".
Juschkas Vorgänger Christian Arndt bestätigte, Knobbe habe das Amt "mit Würde ausgeführt" und bat öffentlich um Entschuldigung, falls er "mal über die Stränge geschlagen" habe. Die achtjährige Amtszeit eines Bürgermeisters bringe offenbar mit sich, dass der Wähler sich neu orientieren wolle, spielte er auf die Ergebnisse vom September an. "Wenn sich die Menschen in ein paar Jahren erinnern, werden sie es mit Wohlwollen tun", war er überzeugt. Erst recht, wenn Projekte, die inzwischen angeschoben sind, dann realisiert seien: Schwimmhalle, Oberschule, Gymnasium, Feuerwehr ... Wie sein Vorredner sprach er zudem den Wunsch aus, dass der Ex-Bürgermeister das Geschehen in der Gemeinde weiter begleiten möge.
Zusagen in diese Richtung machte das scheidende Ortsoberhaupt nicht, sondern vielmehr eine in Richtung Familie, dass die nächsten Jahre "nicht so aufregend" würden. Zudem wolle er den Partnergemeinden treu bleiben. Er dankte allen, die hinter ihm gestanden haben, von Verwaltung über Ehrenamtler, Gemeindevertreter, Feuerwehr bis Unternehmer und Amtskollegen. Er habe nie im Sinn gehabt, Bürgermeister zu werden, doch die Aufgabe habe ihn gereizt und er habe sie als Herausforderung gesehen, berichtete er. Doch er sei auch gern Anwalt gewesen und werde dies auch wieder sein.