Veränderte Fahrpläne und verschiedene Arbeitsorte
: Frauentag als Feiertag umstritten

Auch in Märkisch-Oderland bleibt der Frauentag als Feiertag umstritten: Einige wünschen sich einen weiteren freien Tag.
Von
Annika Funk
Strausberg
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Arbeitet gern mit seinen Kolleginnen zusammen: Fleischermeister Burkhard Höhne steht mit zwei seiner Angestellten hinter der Wursttheke in der Großen Straße in Strausberg. Seine Mitarbeiterinnen Jutta Philipp (links) und Nancy Kautz schätzen ihren Chef vor allem für seine ehrliche Art.

Annika Funk/MOZ

„Wenn Feiertag, dann bundesweit“, sagt Fleischermeister Burkhard Höhne. Der Frauentag sei für ihn definitiv noch zeitgemäß und eine Angelegenheit, die man in ganz Deutschland feiern sollte. In seiner Metzgerei in der Großen Straße in Strausberg arbeitet er überwiegend mit Frauen zusammen. Er habe bisher immer mit vielen Frauen zusammengearbeitet und tue dies auch sehr gern. Seine Kolleginnen betiteln ihn als einen „sehr guten Chef.“ Denn er habe immer ein offenes Ohr für alle.

„In den vergangenen Jahren haben meine Angestellten zum Frauentag immer Rosen von mir bekommen. Jetzt, wo meine Tochter im Unternehmen ist, kümmert sie sich darum“, sagt Metzger Höhne.

Auch für Rainer Berkholz, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Mühlenfließ, ist der Frauentag nach wie vor ein sehr wichtiges Thema. „Die Frauen tragen in dieser Gesellschaft und in den Familien die Hauptlast“, begründet er. Für ihn sei der Berliner Feiertag jedoch vorwiegend ein Problem, da es somit nun zwei unterschiedliche Feiertage gebe – den Frauentag und den Reformationstag.

„Einige Familienmitglieder arbeiten in Brandenburg, andere hingegen pendeln nach Berlin“, erklärt Berkholz. Daher würde man mit dem Feiertag lediglich eine weitere Trennung innerhalb der Familien erzeugen. Vor allem die Umsetzung sei für ihn interessant. Denn das Land Berlin müsse den Feiertag nun auch angemessen feiern.

Im Gegensatz zu Burkhard Höhne und Rainer Berkholz, sieht der Redakteur der „Bundeswehr“ Sebastian Nothing, nicht seine Mutter als sein weibliches Vorbild an, sondern Oberstleutnant Monika Leu, die die Gleichstellung in der Bundeswehr weiter voranbringen möchte. Aktuell liege die Frauenquote in der Bundeswehr noch bei 13 Prozent.

Für Hauptmann Nothing sei der Frauentag als Feiertag jedoch nicht bundesweit sinnvoll. „Berlin war sowieso schon hintendran mit den freien Tagen“, begründet er. Viel spannender sei für ihn ohnehin der 8. Mai, der im kommenden Jahr einmalig als Feiertag gelte – zum 75. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Beendigung des zweiten Weltkrieges.

Bei der Sparkasse hingegen seien bereits 80 Prozent der Mitarbeiter Frauen. Als der Sparkassenvorstand Reinhard Kampmann angefangen hat, dort zu arbeiten, seien lediglich die Hausmeister Männer gewesen. „Inzwischen hat sich der Anteil der Männer spürbar erhöht“, sagt Kampmann.

Auch die Zahl der weiblichen Auszubildenden im Handwerk scheint in Märkisch-Oderland zu steigen. So konnte beispielsweise das Autohaus Sven Erkner eine Auszubildende als Kraftfahrzeugmechatronikerin gewinnen, die Autowerkstatt Uwe Martin in Strausberg eine Auszubildende als Fahrzeuglackiererin und die Kunstgießerei Wilfried Hann in Altlandsberg eine Ausbildungsstelle als Metall- und Glockengießerin besetzen.

Alle, die heute in Berlin den Frauentag genießen wollen oder nach Berlin zur Arbeit müssen, sollten sich auf veränderte Fahrpläne der Verkehrsbetriebe Berlin-Brandenburg (VBB) einstellen. „Da feiertags in der Regel weniger Menschen Bus und Bahn nutzen, gelten auch andere Fahrzeiten“, heißt es von VBB-Pressesprecher Eike Arnold.

Die S-Bahn und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) fahren nach Angaben daher nach dem Sonnabends-Fahrplan. Lediglich der Regionalverkehr sei davon ausgeschlossen. Die S-Bahn fahre auf allen Umlandabschnitten ab 5 Uhr im 20-Minuten-Takt, ab Strausberg/Strausberg-Nord hingegen erst ab 9 Uhr. „Für die Nachtschwärmer fahren die S- und U-Bahnen auch nachts durchgehend“, kündigt Pressesprecher Arnold an.

Hiesige Kitas, Horte und Grundschulen wurden anlässlich des Internationalen Frauentages vom Landkreis Märkisch-Oderland dazu aufgerufen, Schmetterlinge zu basteln und diese am heutigen Tag an Frauen zu verteilen. Das vom Land Brandenburg unterstütze Projekt be­inhalte somit neben dem Basteln auch Aufklärungsarbeit über Geschlechterberechtigung und gesellschaftliche Rollenbilder.

Für Feierlustige findet heute Abend im Volkshaus Strausberg-Nord eine Frauentagsparty mit Männerstriptease statt, das Kulturhaus Rüdersdorf lädt zu einem Theaterstück namens „Love Letters“ ein und in Müncheberg singen die Kneip-p-Sisters in der Stadtpfarrkirche.