Vereinsleben: Wildkrokusse als Insektennahrung
Ob die offizielle Vereinsgründung 1989 oder 1990 war, da muss Gründungsmitglied Ringo Effenberger erst einmal überlegen. „Es war wohl doch erst am 13. Dezember 1990“, sagt er dann. Aber erste Plakate und eine erste Müllsammelaktion habe es bereits 1988 gegeben, fügt er hinzu. Und dass der Zementstandort später deutschlandweit Vorbild wurde, schreibt er auch den Aktivitäten des RUAK zu. Überdies erinnert er an große Umweltausstellungen oder Sammelaktionen für ein Kinderheim in Rumänien. Zudem gehe der Rüdersdorfer Frühjahrsputz auf die Gruppe zurück.
Inzwischen hätten allerdings die meisten seiner Mitstreiter „graue Haare bekommen“, und auch ein Nachfolger für die langjährige Vorsitzende Heidemarie Gliesche sei noch nicht in Sicht, berichtete Effenberger. Deshalb sei der RUAK auch nicht für die neue Gemeindevertretung angetreten. Zumindest seien zuletzt bei Krötenschutzaktionen zwischen Krankenhaus und Woltersdorfer Schleuse einige Familien neu hinzugestoßen, hätten neue Ideen eingebracht. Beispielsweise Unterstützung für das Projekt „blühendes Rüdersdorf“ eingeworben, mit dem zusätzliches Nahrungsangebot für Insekten geschaffen werden soll.
In diese Richtung gehe eine erste große Aktion gemeinsam mit der Wohnungsbaugenossenschaft Rüdersdorf, die Ende September starten soll. An verschiedenen Standorten im und am Wohngebiet Brückenstraße — so auf Grünflächen hinter der Kita, an Garagen in der Waldstraße sowie auf der großen Wiese oberhalb der alten Treppe nahe der schönen Ecke zu den Plattenbauten — sollen mehrere tausend Wildkrokusse in den Boden gebracht werden, kündigt Effenberger an. Sozusagen als Auftakt für eine Kampagne blühendes Rüdersdorf und Ortsteile. Man wolle bereits ein sehr frühes Nahrungsangebot für Insekten schaffen, erklärt Elke Walter, eine der neuen Mitstreiterinnen. Sie hatte schon im Frühjahr für mehr Blühflächen im Ort geworben. Mit der Kampagne kehre man quasi zu den Wurzeln zurück, verwies Effenberger auf das Logo der Gruppe, das Busch und Baum sowie einen Schmetterling zeigt.
Wichtig war Effenberger zudem die Aussage, dass der RUAK im September die parteiübergreifende Bürgermeisterkandidatin Sabine Löser unterstützt. Sie sei gemeinsam mit ihrem Mann langjähriges Mitglied und immer dabei, wenn es die Zeit zulasse, verfüge über hohe berufliche und menschliche Kompetenz sowie Erfahrungen, stehe für die grüne Seele und Ortsentwicklung gleichermaßen, hob der frühere Rüdersdorfer Pfarrer hervor, der jetzt in einem Berliner Krankenhaus als Seelsorger arbeitet und in Woltersdorf wohnt. Die parteilose Bewerberin verfüge zudem über den nötigen Respekt für die Interessen von Industrie und Mittelstand und sei „eine gute vermittelnde Instanz“.

