Baustelle in Strausberg: Große Straße wird jetzt mit Diamanten rasiert

Die Große Straße in der Strausberger Innenstadt wird von vielen Radfahrern genutzt. Allerdings ist das Pflaster mit seinen Ritzen nicht immer der ideale Untergrund.
Thomas Berger- In Strausberg wird die Große Straße am Marktplatz zwei Wochen lang testweise geschliffen.
- Ziel ist eine glattere Oberfläche, damit Räder und Rollatoren sicherer fahren können.
- Präzisionsschleifen mit diamantbesetzter Welle glättet Fugen und senkt Geräusche.
- Steine bleiben liegen – Denkmalschutz bleibt gewahrt, Staub wird abgesaugt.
- Neuenhagen setzt stattdessen auf neues Naturpflaster und plant weitere Abschnitte ab 2027.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein Teil der Großen Straße in Strausberg wird in den kommenden zwei Wochen zur Baustelle. Die Arbeiter werden aber nicht mit Bagger und Spaten anrücken, sondern unter anderem mit Diamanten. Und die werden Anwohnern und Händlern in der Innenstadt einigen Lärm bescheren.
Worum geht es? Der aus großen Pflastersteinen bestehende Mittelstreifen der Großen Straße ist in die Jahre gekommen. „Nach der grundhaften Sanierung zwischen 1996 und 2005 hatten sich in diesem stark genutzten Bereich zunehmend Mängel entwickelt, die die Befahrbarkeit für Radfahrende, Rollstuhlfahrende und Personen mit Rollatoren oder Kinderwagen erschwerten“, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung.
Die Stadtverordneten hatten das Rathaus im vergangenen Jahr gebeten, zu prüfen, wie die Fahrbahnoberfläche im Einklang mit dem Denkmalschutz verbessert werden könnte. Nun hat die Stadtverwaltung eine mögliche Lösung gefunden, die jetzt getestet werden soll.
Was in der Großen Straße in Strausberg jetzt geplant ist
„Ab der 37./38. Kalenderwoche wird auf der Großen Straße im Bereich des Marktplatzes eine Testfläche mittels Präzisionsschleifverfahren bearbeitet“, teilte Stadtsprecherin Anna Dünnebier mit. Ziel der Maßnahme sei es, „das historische Großpflaster so zu glätten, dass Fahrräder und Rollatoren künftig leichter und sicherer passieren können. Ausgeführt werden die Arbeiten von der auf dieses Verfahren spezialisierten Firma Fräsdienst-Service E. Feind GmbH aus Lübben, die den Starttermin kurzfristig bestätigte“.
Beim sogenannten „Precision Grinding“ arbeitet die eingesetzte Maschine nach Angaben der Stadtverwaltung mit einer diamantbesetzten, rotierenden Welle mit Schneidwerkzeug, die das Pflaster millimetergenau abträgt. „Dabei bleiben die Steine vollständig im Bestand, ihre Lage und Struktur werden nicht verändert.“ Das Verfahren sorge für eine gleichmäßigere Oberfläche und einen geringeren Fugenanteil, wodurch auch die Geräuschentwicklung reduziert werde.
„Gleichzeitig wird die Ebenheit zwischen den einzelnen Steinen angepasst, was die Befahrbarkeit verbessert, ohne das historische Erscheinungsbild grundlegend zu verändern. Die eingesetzte Maschine verfügt zudem über eine Absauganlage, die die Staubbelastung während der Arbeiten spürbar mindert“, heißt es in der Mitteilung weiter.
Die Testfläche soll der Stadt Strausberg als praktische Grundlage dienen, um zu prüfen, ob sich das Verfahren für eine großflächige Anwendung in der Großen Straße eignet und mit den Anforderungen des Denkmalschutzes vereinbar ist. Maximal zwei Wochen werden für die Arbeiten veranschlagt. Während dieser Zeit muss mit Verkehrseinschränkungen sowie zeitweise erhöhter Lärmbelastung gerechnet werden. „Die Stadt Strausberg bittet Anwohner und Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die vorübergehenden Beeinträchtigungen“, so Sprecherin Anna Dünnebier.
Warum Neuenhagen einen anderen Weg für glatte Straßen geht
Neuenhagen bei Berlin geht einen etwas anderen Weg. Statt das alte Pflaster abzuschleifen, verlegt die Gemeinde im Innenstadtbereich teure, aber langlebige Naturpflastersteine. Damit ist in der Gartenstraße eine gleichmäßige Fahrbahnoberfläche entstanden, die nicht nur Verkehrslärm mindert und damit die Lebensqualität der Anwohner verbessert, sondern auf der sich auch Fahrradfahrer wohlfühlen. Auf altem Kopfsteinpflaster ist das im Normalfall nicht der Fall.

Wer sich das einmal anschauen möchte: In der Gartenstraße in Neuenhagen bei Berlin sind Natursteinpflastersteine verlegt worden, die eine relativ glatte und auch für Fahrradfahrende sehr gut geeignete Fahrbahnoberfläche bilden.
Dirk Nierhaus„Alte Pflastersteine abzuschleifen, war für uns keine Option“, sagte Neuenhagens Bürgermeister Ansgar Scharnke (Die Parteilosen) auf Nachfrage. Das alte Kopfsteinpflaster sei an vielen Stellen abgesackt. „Vor dem Abschleifen hätte es erst angehoben werden müssen. Das wäre zu teuer gewesen.“ Ziel der Gemeinde sei es, den gesamten Innenstadtbereich schrittweise mit dem Natursteinpflaster auszustatten. Ab 2027 werde die Ernst-Thälmann-Straße in Angriff genommen. Dafür werden laut Scharnke bis 2030 insgesamt vier Millionen Euro eingeplant.
