Wir bauen heute auf dem auf, was Generationen vor uns unter Entbehrungen gestaltet und geleistet haben – sagt Sven Siebert. Daher sei ihm die Wertschätzung dessen, was diese Menschen geschaffen haben und das, was heute von vielen Ehrenamtlern geleistet wird, wichtig. Der 1,93 Meter große Mann hat als unabhängiger Einzelkandidat seinen Hut in den Ring um das Bürgermeisteramt geworfen und will in diesem Amt eine Kultur der Wertschätzung schaffen.
Siebert, obwohl in Berlin geboren, ist durch und durch Birkensteiner. Die Ur- und die Großeltern lebten hier, er verbrachte jede freie Minute bei ihnen. Und hat mit Ehefrau Cordula und den Kindern Antonia (14) und Rebecca (11) auf Omas Grundstück ein Haus gebaut. Jeden Morgen packt der leidenschaftliche Tennisspieler seine Tasche und fährt zur Arbeit nach Eberswalde. Dort ist er seit vier Jahren erfolgreich Kämmerer. Denn bevor ein Jahr endet, ist der Haushalt für das kommende Jahr verabschiedet. "Dadurch ist die Stadt handlungsfähig. Genau das möchte ich auch als Bürgermeister in Hoppegarten erreichen", sagt er. Und: "Eine wesentliche Aufgabe zu Beginn wird die schnelle Klärung der finanziellen Situation der Gemeinde sein. Die seit Jahren überfälligen Jahresabschlüsse von 2011 bis 2016 werden mit mir als Bürgermeister zum Ende des kommenden Jahres vorliegen." Er will in Hoppegarten Jahresabschlussverfügungen einführen. Das heißt, jedes Amt hat ein Datum, bis wann es verbindlich seine Daten vorzulegen hat.
Siebert ist kein Unbekannter in Hoppegarten. Im September 2014, da war er noch Kassenleiter in der Gemeindeverwaltung, wurde er als Gemeindevertreter gewählt. Und musste sich entscheiden zwischen der Mandatsannahme und seiner Anstellung. Er reagierte konsequent und kündigte. Seitdem war er in der CDU-Fraktion, der er nicht mehr angehört, bohrender Nachfrager, vor allem bei Haushaltsentscheidungen.
"Mich ärgert seit Langem, dass Hoppegarten es in den vergangenen Jahren erfolgreich geschafft hat, keinen Cent Fördermittel bei den großen Investitionen zu bekommen. Ich erwähne nur die 22,8 Millionen Euro für die Grimm-Grundschule, die wir allein bezahlen, oder den anstehenden Neubau für die Feuerwehr in Hönow. Wir brauchen nicht nur dringend eine gemeindliche Entwicklungs- und eine sinnhafte Investitionsplanung, sondern auch einen Fachbereich, der das alles steuert", sagt der 48-Jährige. Seine Mitarbeiter will der parteilose Kandidat als Team, das die Gemeinde voranbringt, auch bei Themen wie Digitalisierung und neuen Arbeitsformen, mitnehmen und umgekehrt den Bürgern deutlich machen, dass eine Verwaltung Dienstleister für die Bürger ist. "Die Tür des Bürgermeisters muss tatsächlich für alle offen sein", sagt Siebert.
"Meine Stärke ist, dass ich Menschen zuhören kann und auch gern mit Leuten spreche. Das gilt für die Rathaus-Mitarbeiter ebenso wie auch für alle Hoppegartener", sagt Siebert, der dieses Angebot auch den Vereinen gemacht hat und sich über die vielen Einladungen freut, die er gerade alle annimmt. Siebert möchte Hoppegarten nicht nur zur attraktivsten Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland entwickeln, sondern auch ein Wir-Gefühl aller Bewohner.  So möchte er in den Ortsteilen zu Einwohnerversammlungen einladen, um zu erfahren, wo ganz speziell der Schuh drückt, wie man aus den Ortsteilen eine Gemeinde gestalten kann, wo die Besonderheiten liegen. "Die Ausgestaltung des gesellschaftlichen Lebens in unseren Ortsteilen  stellt sich in Hönow ganz anders dar als in Münchehofe oder Waldesruh. Während im einen Teil der Bedarf für eine Einkaufsmöglichkeit gesehen wird, wünscht man sich im anderen mehr Grün oder eine Skaterbahn für die Jugendlichen. Dies adäquat zu berücksichtigen und dabei auch den Zusammenhalt aller Ortsteile in der Gemeinde zu stärken, habe ich mir vorgenommen."
Schwimmhalle auf Agenda
Auch die Gemeindevertreter, bis Mai war er es selbst, möchte er motivieren, über Parteigrenzen hinweg, zum Wohle aller zu entscheiden. Wer Siebert im Internet googelt, wird sehr rasch auf den Bürgerhaushalt stoßen, den es in Eberswalde seit vielen Jahren gibt. Das wäre auch ein Thema, das in Hoppegarten gut funktionieren könnte. Ebenfalls auf seiner Agenda ist die Schwimmhalle. "Ich habe mich sehr geärgert, dass niemand Jens Vorwerk und seiner Idee zugehört hat, das will ich ändern", sagt er. Und: "Ein Bürgermeister hat rechtzeitig über bestimmte Entwicklungen zu informieren. Das findet derzeit einfach nicht statt. Das wird mit mir anders."
Bei einem MOZ-Wahlforum können Siebert und die anderen Kandidaten – Karsten Knobbe, Kerstin Dittrich und Thomas Scherler – am 28. August, 18 Uhr im Gemeindesaal Hoppegarten befragt werden.