Weltgebetstag
: Ein Kennenlernen mit allen Sinnen

Zu diversen Veranstaltungen am Weltgebetstag mit Fokus auf Slowenien gab es auch einen Gottesdienst in Hoppegarten/Mü.
Von
Thomas Berger
Hoppegarten/Mü
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  • In Liedern und Gebeten vereint: Der Weltgebetstagsgottesdienst wurde wieder von Gabi Munk und Ingo Krähmer musikalisch unterstützt.

    In Liedern und Gebeten vereint: Der Weltgebetstagsgottesdienst wurde wieder von Gabi Munk und Ingo Krähmer musikalisch unterstützt.

    Thomas Berger
  • Slowenien sehen, hören, riechen und schmecken: Zum Kennenlernen des Landes mit allen Sinnen gehörten auch diverse Gerichte aus der reichhaltigen nationalen Küche.

    Slowenien sehen, hören, riechen und schmecken: Zum Kennenlernen des Landes mit allen Sinnen gehörten auch diverse Gerichte aus der reichhaltigen nationalen Küche.

    Thomas Berger
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Slowenien steht im Mittelpunkt des Weltgebetstages 2019. An mehreren Orten der Region fanden dazu am Freitag besondere ökumenische Gottesdienste statt, die das Balkanland näherbrachten. Erstmals wurde in die Kirche Hoppegarten bei Müncheberg eingeladen.

„Wir haben das Fenster zur Welt wieder ein Stück geöffnet“, hieß es kurz vor Schluss des eigentlichen Gottesdienstes, bevor sich die Gäste des Abends bei landestypischen Gerichten vom Buffet noch in mancherlei Gespräch vertieften. In der Tat ist dies der Anspruch des Weltgebetstages: Verbindungen schaffen über den Erdball hinweg, Zeichen der Solidarität und Verbundenheit gerade mit den Frauen in anderen Ländern setzen, auf gesellschaftliche Probleme und Herausforderungen, aber auch kulturelle Schätze und Eigenheiten aufmerksam machen.

Slowenien, das dieses Jahr im Mittelpunkt steht, mag für Mitteleuropäer sehr viel näher liegen als in jüngerer Vergangenheit unter anderem Malaysia, Kamerun oder die Philippinen. Dennoch ist hierzulande nicht so viel über den kleinen Staat zwischen Alpen und Adria bekannt, der erst seit dem Zerfall des früheren Jugoslawien 1991 in unabhängiger Form besteht.

Gott habe dem Völkchen, das bei der Verteilung zuvor, bescheiden im Hintergrund, vergessen worden war, höchstselbst diesen Landstrich zugewiesen, den er eigentlich zum Ruhen nach dem Schöpfungsakt für sich persönlich auserkoren hatte, so eine nationale Legende, die im Gottesdienst erzählt wurde. Verwiesen wurde aber auch auf das moderne Slowenien von heute. Mehreren Frauen von dort liehen die Mitglieder des Organisationsteams um Cornelia Deutschmann ihre Stimme. Da ist zum Beispiel die über 80–jährige Marija, die mit ihrer kleinen Rente auch Sohn und Schwiegertochter, die arbeitslos sind, und deren Familie  durchbringt. Da ist Marjeta, jetzt eine Forscherin mittleren Jahren, die früher wie viele Ex–Jugoslawien als Arbeitsmigrantin ins Ausland ging. Da ist Ema, 40–jährige Mutter zweier Kinder, die unter Alkoholsucht in ihrem familiären Umfeld zu leiden hat. Und nicht zuletzt die 46–jährige Natascha, zur ethnischen Minderheit der Roma gehörend. Selbst hat sie zwar selten Ablehnung oder Diskriminierung erfahren, doch treffe solche viele Roma in Slowenien und ganz Europa.

Lieder, Gebete, Fürbitten reihen sich in der Lithurgie dieses speziellen Gottesdienstes aneinander, lassen innehalten, spenden Kraft durch Gemeinschaft. „Respektvoll und ohne Vorurteile zu handeln“, wie es Jesus gelehrt habe, das sei die zentrale Botschaft, was gerade auch ethnische Minderheiten, Menschen mit Beeinträchtigungen und Asylsuchende besonders einschließe. „Siehe, alles ist bereit“, wie es im diesjährigen Motto des Weltgebetstages heißt, ist die Einladung an alle, mit an der gedeckten Tafel Platz zu nehmen. Die war in Hoppe­garten reichlich mit Leckerbissen aus der vielfältigen Küche Sloweniens bestückt.