Weltmeisterschaften: Ab und zu geht der Flugzeugmotor aus

Rollt zum Start: die Hennickendorfer Kunstfliegerin Kathi Suthau im historischen Doppeldecker Liesel Bach bei der inoffiziellen Oldtimer-Kunstflug-Weltmeisterschaft in Gera
privatDie 4. Vintage Aerobatic World Championship, die inoffizielle Weltmeisterschaft auf historischen Kunstflugzeugen, die mindestens 50 Jahre alt sein müssen, hat in diesem Jahr Kathi Suthau aus Hennickendorf gewonnen. Sie steuerte ungewohnterweise einen Oldtimer – eine Bü 133 Jungmeister, die 1937 von den Bücker Flugzeugwerken in Rangsdorf gebaut worden war. 1957 wurde das Flugzeug verkauft und erhielt 2017 die Aufschrift „Liesel Bach“ als Erinnerung an die berühmte Kunstflugpilotin aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Der kleine, wendige einsitzige Doppeldecker gehört Rainer Berndt aus Landshut, der das Flugzeug Kathi Suthau für den Wettbewerb anbot. Sie fliegt sonst stark motorisierte und schnelle RD-1. Der Oldtimer hat einige für sie ungewohnte Eigenheiten. Zum Beispiel keinen Anlasser – der Motor muss an der Luftschraube angerissen werden. Auch geht der Motor gelegentlich aus. Zum Beispiel beim 45-Grad-Andrücken aus der Normalfluglage. Aber dann springt er durch den Fahrtwind auch wieder an. Und die Spornradlandung gibt einem ein schönes Gefühl, wenn man merkt, dass man sie in den Griff bekommt. Aber grandios, sagt Kathi Suthau, ist das Gefühl beim Fliegen im offenen Cockpit! „Diese Oldtimer sind eine neue Welt!“ Mit je vier Platzrunden und Trainingsflügen als Vorbereitung hatte sie das Flugzeug bald im Griff. Sicher spielte auch eine Rolle, dass sie schon viele Wettbewerbe geflogen hatte. Nach drei Wertungsflügen entschied die Jury auf Kathi Suthaus Sieg, den auch Claus Cordes, Kapitän eines Airbus 380, vorbehaltlos anerkannte. Er hatte diesen Wettbewerb bereits zweimal gewonnen und wäre gern ein drittes Mal der Sieger gewesen. Aber dennoch habe diese WM allen einen Riesenspaß gemacht, erklärte der Erfolgspilot.