Wettbewerb: Waldesruh hat die Nase vorn

Spannung und Jubel: Am Ende des Hindernisparcours der Abschlussstaffel war ein Ball zu werfen. Hier die Herzfelder
Jens SellDie Geräuschkulisse ist ohrenbetäubend: Um die hundert Mütter und Väter feuern ihre Sprösslinge von der Zuschauertribüne aus an. Unten, in der großen Sporthalle des Oberstufenzentrums Märkisch-Oderland, wetteifern Teams von acht Kindertagesstätten um die schnellsten Staffeln bei der 15. Deutsch-polnischen Hallen-Kitaolympiade. Aus Polen allerdings war keine Kita angereist, weil der Weg nach Strausberg ungleich weiter als nach Bad Freienwalde oder Seelow ist, begründete der Vorsitzende des Kreissportbundes, Dieter Schäfer, die Teilnehmerzahl.
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An der Erwärmung, die Studentin Leonie Franz zum Känguru-Dance gestaltete, nahmen auch CDU-Landtagsabgeordnete Kristy Augustin und der Strausberger Linken-Stadtverordnete Martin Schultheiß teil, sonst sah man keinen Vertreter der Politik.
Benny Zahn, der Abteilungsleiter Breitensport, dirigierte die Teams per Mikrofon zu den Startplätzen im 30-Meter-Sprint, Ballrollen, Sackhüpfen, Rollerrennen, Medizinballstoßen und schließlich Schubkarrefahren. Dann gab es eine kleine Pause vor der großen Abschluss-Hindernisstaffel. Die Teams konnten sich noch mal am Obst- und Gemüsebüfett stärken, das der Seelower Edeka Hübner gesponsert hatte. Dann kochte erneut die Halle. Väter hielten Kriechtunnel offen, Erzieherinnen rannten neben den Kindern her und feuerten sie an. „Wir haben alle verfügbaren Leute mobilisiert“, informierte KSB-Geschäftsführerin Manja Lindner – hauptamtliche Übungsleiter, Dualstudenten und Azubis sicherten die Stationen ab.
Nach mehrjähriger Pause wieder dabei war die Kita Burattino aus Eggersdorf. „Wir versuchen, im Kitaalltag auch viel Sport zu machen und den Kindern die Freude an der Bewegung zu vermitteln“, sagte Erzieherin Annett Smolarek, und ihre Kollegin Jenny Heine ergänzt: „Vielen Kindern reicht das eine Mal Sport in der Woche nicht aus, die wollen öfter mit dem Roller im Försterpark neben der Kita fahren.“ Alle Erzieherinnen haben am Sonnabend für die Kitaolympiade ihre Freizeit geopfert. Mit besonders großem Erfolg Kristin Bethke aus Waldesruh: Ihre Gruppe wurde souveräner Sieger vor den Kindern vom Neuenhagener Schäferplatz und denen aus dem Zwergenschloss Herzfelde. Mit den Erzieherinnen Elke Günzler und Sigrid Walther sowie zahlreichen Eltern sind die Waldesruher Kinder gut trainiert zum Wettkampf gefahren. „Wir haben die Materialien für die einzelnen Disziplinen ja in der Kita, so können wir langfristig üben und wecken auch den Ehrgeiz der Kinder und ihren Teamgeist“, sagt Kristin Bethke.
„Für uns ist es schön, wenn die Kinder sich so voll reinhängen“, freut sich Dieter Schäfer, „noch mehr Wert legen wir aber auf den olympischen Gedanken: Dabei sein ist alles. Bei den Einschulungsuntersuchungen zeigt sich, dass viele Kinder Defizite in der Motorik haben. Ein Roller ist nicht in allen Familien selbstverständlich.“ Manja Lindner weist noch auf die Deutsch-polnische Kitaolympiade mit rund 40 Teams am 7. Juni im Sport- und Erholungspark hin.