Wirtschaft
: Versandhändler fühlt sich in Hoppegarten willkommen

Im Gewerbegebiet an der B 1 wächst das neue Amazon-Verteilzentrum. Erste Jobs sind bereits ausgeschrieben.
Von
Uwe Spranger
Hoppegarten
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Die erste Wand ist da: Seit Juni wird im Gewerbegebiet in Hoppegarten das neue Verteilzentrum von Amazon gebaut. Im Herbst soll es fertig sein.

Gerd Markert

Die erste Wand vom neuen Verteilzentrum der Online-Handelsplattform Amazon in Hoppegarten steht inzwischen. Auf der anderen Seite werden hingegen erst noch die Säulen für die riesige Halle aufgestellt. 11 600 Quad­ratmeter wird sie nach Firmenangaben am Ende haben.

Man werde mit einigen unabhängigen Lieferpartnern zusammenarbeiten, um die schnelle und zuverlässige Paketzustellung zu ermöglichen, die die eigenen Kunden kennen und schätzen, sagt Unternehmenssprecherin Nadiya Lubnina. Für die Paketauslieferung würden bei den Partnern etwa 600 Fahrer zuständig sein. So bringe man zusätzliche Kapazitäten und Flexibilität auf die „letzte Meile“ und werde der wachsenden Kundennachfrage gerecht. Man freue sich, ein Verteilzentrum in Hoppegarten zu eröffnen, hatte Bernd Gschaider, Direktor von Amazon Logistics in Deutschland, bereits verlauten lassen. In dem Objekt steckten „mehr als 20 Jahre logistische Kompetenz, technologischer Fortschritt und Investitionen in die Transportinfrastruktur“.

Besichtigungen vor dem Start

Das Verteilzentrum soll laut Amazon voraussichtlich im Herbst dieses Jahres in Betrieb gehen. Die ersten der avisierten rund 150 neuen Stellen sind inzwischen ausgeschrieben. Zunächst werden Teamleiter gesucht. Kurz vor dem Start wolle man Besichtigungsmöglichkeiten anbieten, wurde zudem angekündigt. An einigen Amazon-Standorten sind auf Anmeldung Touren für Besucher möglich. „Wir fühlen uns willkommen und freuen uns auf den Start“, äußerte Nadiya Lubnina auf Erfahrungen mit Gemeinde und Behörden angesprochen.

Die Ansiedlung ging in Hoppegarten auch ziemlich geräuschlos vonstatten. „Das Grundstück hatte jemand bereits vor mehr als zehn Jahren erworben und der bisherige Eigentümer hatte nun veräußert“, erklärte Bürgermeister Karsten Knobbe. Amazon halte sich an die Vorgaben des bereits vor Jahren aufgelegten Bebauungsplans und sei auch nicht das erste Unternehmen der Logistik dort, erinnerte er an die Clinton-Europazentrale, Rhenus oder UPS, ordne sich folglich ein. „Wir sind ja froh, dass wir nun an der Stelle keine Brachfläche mehr haben“, sagte der Bürgermeister.

Was den Verkehr angehe, geht Knobbe davon aus, dass die Zu- und Abfahrt nicht über die Industriestraße auf den Neuen Hönower Weg erfolgt, sondern über die B 1. Dort sei ausreichend Aufnahmefähigkeit vorhanden, schätzte er ein, seien überdies keine Wohngebiete in der Nähe. Ohnehin würden die Lieferfahrzeuge – laut Bürgermeister Kleinere wie die von UPS – über den Tag verteilt kommen und nicht geballt zu einem Zeitpunkt. Schließlich sei das Hoppegartener Zentrum ein Endlager für den 24-Stunden-Lieferservice. Das eine, das Amazon bislang für Berlin zur Verfügung stand, reiche nicht mehr.

Unterdessen berichtete ein Logistik-Online-Portal von einem 70-Millionen-Euro-"Deal“ in Hoppegarten, durch den bis 2021 neue Logistikflächen mit einer Gesamtgröße von 30 000 Quad­ratmetern entstehen sollen. Im Gewerbegebiet unmittelbar an der Bundesstraße B 1 und nur fünf Kilometer vom Berliner Autobahnring entfernt gebe es bislang Lagerflächen von rund 70 000 Quadratmetern sowie zusätzlich etwa 5000 Quadratmeter Büroflächen.

Amazon                                       Logistik

Der Online-Händler betreibt in Deutschland bislang zwölf Logistikzentren an elf Standorten. Hinzu kommen bundesweit Sortier- und Verteilzentren. Insgesamt arbeiten dort rund 13 000 fest Angestellte. Das Einstiegsgehalt liegt bei 10,87 Euro pro Stunde. Neben dem Verteilzentrum Hoppegarten ist am Rande Berlins in Kiekebusch bei Schönefeld noch ein Sortierzentrum im Bau. ⇥Quelle: Amazon