Wohnungsbau: Bagger und Kran drehen sich in der Vorstadt
Manuel Schütze ist ein Akrobat am Bagger. Mit seinem Liebherr 922 fuhrwerkt er auf einem Kieshaufen und belädt einen Vierzigtonner mit Sand aus einer riesigen Grube an der Straße Am Försterweg. Mal rutscht er schräg Richtung Baugrube, dann schiebt er sich mit der Schaufel zurück auf den Haufen und schwenkt sie herum. 6000 Kubikmeter sind auszuheben, denn in einer Tiefgarage sollen 40 Stellplätze für die 76 neuen Wohnungen entstehen, die die Genossenschaft Neues Wohnen derzeit Am Försterweg bauen lässt. „Die restlichen Parkplätze ordnen wir auf dem Grundstück an“, erläutert Genossenschaftsvorstand Martina Jakubzik. Zwar hat das Fällen der Nadelbäume auf dem Platz, der heute noch nicht vom Bauzaun umschlossen ist, das Herz eines manchen Naturliebhabers bluten lassen, doch genau an dieser Stelle soll dann im zweiten Bauabschnitt eben ein Haus gebaut werden.
Für den ersten Bauabschnitt haben jetzt die Tiefbauarbeiten begonnen. Zunächst werden zwei Häuser errichtet. Mit Bedacht lässt der Genossenschaftsvorstand Zwei-, Drei- und Vierraumwohnungen in bunter Vielfalt bauen: „Wir wollen, dass hier sowohl junge Familien mit Kindern als auch Senioren, die sich nicht ganz vom Leben zurückziehen wollen und offen für generationsübergreifende Kontakte sind, wohnen“, sagt Martina Jakubzik. Alle Häuser werden einen Aufzug haben, barrierefrei werden jeweils entweder eine Etage oder ein Aufgang sein. So soll die altersmäßige Durchmischung gefördert werden. Außerdem entstehen große Gemeinschaftsräume, insgesamt 200 Quadratmeter. Die Wohnungen werden entweder Badewanne oder bodengleiche Duschen sowie durchgehend Fußbodenheizungen haben. Der Aufzug zur Tiefgarage führt auch zu den Kellerräumen. Ein Haus wird nicht unterkellert sein, da finden die Mieter bzw. Genossenschaftsmitglieder Abstellräume auf ihren Etagen.
Der Genossenschaftsvorstand verfolgt mit dem Bauprojekt die Philosophie vom Generationenwohnen: „Senioren können wunderbar bei der Kinderbetreuung helfen, junge Leute können ein Auge auf hilfebedürftige Rentner haben, Veranstaltungen können alle Altersgruppen zusammenführen“, formuliert Martina Jakubzik ihre Wunschvorstellungen. In den Gemeinschaftsräumen könnte ein Mietercafé entstehen, vielleicht als Zweigstelle eines Bestehenden. Vereine könnten stundenweise Angebote machen, von Yoga-Stunden über Rückenschulen bis zu Bildungsvorträgen oder Kreativkursen. Interessenten könnten sich gerne an sie wenden. Die ersten zwei Häuser sollen im Frühsommer 2020 bezugsfertig sein.

