Abiturprüfungen: Schülerrat pocht auf fairen Heimunterricht

Karin Bitter, Lehrerin an der Comenius Grundschule in Oranienburg, sitzt in ihrem leeren Klassenzimmer vor einem Laptop.
Symbolfoto: Kay Nietfeld/dpaDie Elftklässlerin aus Wandlitz kritisiert Mängel in der digitalen Infrastruktur vieler Schulen, lobt aber ihre: „An meinem Gymnasium gibt es einen guten digitalen Kontakt zu den Lehrern und wir können auf eine Online–Lernplattform zugreifen. Außerdem haben alle Schülerinnen und Schüler eigene E–Mailadressen, über die kommuniziert wird. Das sollte überall im Land Standard sein“, fordert die Sprecherin. Viele Maßnahmen seien sofort umsetzbar, wenn der Wille vor Ort da ist. Außerdem müssten das Ministerium und die Schulen landeseinheitlich dafür sorgen, dass in der jetzigen Situation keine Kinder aus sozialen Gründen zurückbleiben. „Niemand darf dadurch benachteiligt werden, dass sich die Eltern keine Zeit für das Homeschooling nehmen können oder wollen“, mahnt die Sprecherin des Schülerrats. Auch wenn Kindern ein Laptop fehle, um gut lernen zu können, müsse ihnen geholfen werden. Lehrer, Schulen und das Ministerium müssten faire Lernbedingungen für alle Kinder und Jugendlichen schaffen.
Ministerin räumt Mängel ein
„Insgesamt läuft es gut“, hatte Ministerin Ernst über den Fernunterricht gesagt. Schulleitungen, Lehrer, Eltern und Schüler würden in der Krise Kreativität und Organisationstalent beweisen. Die meisten Schulen hätten neben Lernmanagementsystemen, wie etwa der Schul–Cloud, eigene Lösungen für den digitalen Unterricht der Schüler eingerichtet. Jedoch könnten die gestellten Aufgaben meist nur der Wiederholung und Vertiefung des Lernstoffs dienen: „Eine Vermittlung von neuen Lerninhalten insbesondere in der Primarstufe stößt an ihre Grenzen“, meinte Ernst. Die Ministerin räumte ein, dass die technische Ausstattung der gut 900 Schulen im Land oft unzureichend sei. Nur jede Dritte nutzte bereits Lernmanagementsysteme wie etwa die Schul–Cloud Brandenburg.
Mit der Vorbereitung der Abiturprüfungen durch das Ministerium ist der Landesschülerrat einverstanden. "Der genaue Ablauf ist zwar noch schwer vorstellbar. Aber das wird schon“, sagt Johanna Greeske. Auch wenn es dann noch keinen regulären Schulbetrieb geben sollte, sind die ersten schriftlichen Prüfungen für den 20. April geplant. 15 Prozent der Schulen im Land haben sich allerdings bereits dazu entschieden, erst Mitte Mai zu starten. Johanna Greeske betont, dass die Verwirrung unter den Abiturienten groß sei. In einer Umfrage des Landesschülerrats unter 1275 Abiturienten hätten nur elf Prozent gesagt, dass sie sich derzeit gut und sicher fühlen.
