Antwort: Matti Karstedt kontert YouTuber Rezo mit eigenem Video

Matti Karstedt kontert Rezo mit eigenem Video: "Sorry, Rezo: Du machst es dir zu einfach".
Junge Liberale„Wie Politiker momentan auf die Schüler scheißen“, heißt der 20-Minuten-Clip über Schulöffnungen und Abiturprüfungen. Dessen Argumentation findet Jungpolitiker Matti Karstedt richtig, einverstanden ist er mit Rezos Video trotzdem nicht. Der 23-jährige Chef der Brandenburger Jungliberalen hat Rezo deshalb ebenfalls mit einem Video geantwortet. „Sorry, Rezo: Du machst es Dir zu einfach“, sagt er – und erntet überraschende Reaktionen.
Herr Karstedt, wo kam der Impuls her, dieses Video zu drehen?
Das kam daher, dass Rezos Video - unabhängig davon, ob er so es auch gemeint hat - so kommentiert wurde, als würden sich „die da oben“ generell nicht für uns Jugendliche interessieren. Ich finde, das ist ein falsches Bild von politischem Engagement in unserer Gesellschaft.
In der Sache, also bei der Frage der Abiturprüfungen, unterscheiden Sie sich von Rezos Standpunkt ja kaum, oder?
Nein, ich habe deshalb bewusst auch keine Gegenargumente thematisiert. Ich stimme Rezo inhaltlich zu und finde ihn sehr überzeugend. Er hat ja in dem Video auch neue Argumente vorgebracht. Ich glaube aber, dass die Tonalität und die Absolutheit, in der er diese Argumente vorträgt, unangemessen sind.
Rezo hatte Freitagmittag fast 1,4 Millionen Aufrufe, Sie kommen auf gut 23.000 - ein Kampf David gegen Goliath?
Dass ich überhaupt wahrgenommen werde mit dem Video, ist schon ein kleiner Erfolg. Ich hab auch Videos mit 200 Klicks auf diesem Kanal.
Ist es eigentlich mutig, sich mit Rezo anzulegen, der von seinen Leuten ja sehr gefeiert wird und an dem die CDU letztes Jahr verzweifelt ist?
Ich bekomme auch negative Kommentare, klar. Aber der Großteil ist eher konstruktiv. Das wäre sicher anders, wenn ich klar für meine Partei Stellung bezogen hätte - das wäre tatsächlich mutig gewesen. Aber ich habe für die Politik eine Lanze gebrochen. Das ist nicht wirklich ein mutiger Schritt.
Mir sind zwei Reaktionen aufgefallen: Christian Lindner hat das Video retweetet, und es gab auch Unterstützung von Jusos. Was ist das Bessere?
Das ist eine sehr schwierige Frage. Als Jungliberaler haben wir oft Meinungsverschiedenheiten mit Christian Lindner, aber natürlich längst nicht so häufig wie beispielsweise mit den Jusos. Ich freue mich, dass die Jusos diese Botschaft teilen. Es ist wichtig, dass wir als Politik uns nicht Grabenkämpfen zwischen den Parteien und Organisationen verlieren, die man sich da manchmal vorstellt. Wir haben in Brandenburg auch schon einen gemeinsamen Stammtisch mit Jusos, Grüner Jugend und Junger Union durchgeführt. Da verstehen wir uns. Und das müssen wir betonen: Dass wir zwar unterschiedliche Ideen haben, wie das eine oder andere Problem gelöst werden soll, dass wir aber alle zusammen an der Gesellschaft arbeiten und uns auch gut verstehen, wenn wir mal verschiedene Meinungen haben.
Ist das Internet dafür der richtige Ort? Da ist der Ton ja manchmal eher rauer.
Das Internet unterscheidet sich nicht so sehr von der Offline-Welt. Man bekommt es nur manchmal nicht so mit. Als ich 2013 in die FDP eingetreten bin, da wurde ich am Infostand auchangepöbelt. Radfahrer haben im Vorbeifahren Beleidigungen gerufen. Das Internet macht nur sichtbar, was es sowieso gibt.