Aufnahme von Migranten
: Linke fordert mindestens 350 Moria-Flüchtlinge für Brandenburg

Potsdam, Neuruppin und Frankfurt (Oder) haben die Aufnahme von Menschen aus dem abgebrannten Flüchtlingslager Moria angeboten.
Von
dpa
Potsdam
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Migranten beten auf der Straße in der Nähe der Stadt Mytilini auf der Insel Lesbos. Nach dem Großbrand im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos bleibt die Lage auch nach Öffnung erster Ersatz-Unterkünfte angespannt. Die Linke fordert auch von Brandenburg Mithilfe und Aufnahme von 350 Flüchtlingen.

Petros Giannakouris/dpa

Die Linke-Opposition im Landtag verlangt, dass Brandenburg mindestens 350 Menschen aus dem abgebrannten Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos aufnimmt. „Es wird keine europäische Lösung geben“, sagte die Linke-Innenpolitikerin Andrea Johlige am Dienstag in Potsdam. In Brandenburgs Flüchtlingsunterkünften sei genug Platz. Außerdem hätten Kommunen wie Potsdam, Neuruppin und Frankfurt (Oder) eine Aufnahme angeboten.

Das Lager war am vergangenen Mittwoch bei einem Großbrand zerstört worden. Dort hatten mehr als 12.000 Migranten gelebt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) verständigten sich inzwischen darauf, rund 1500 weitere Migranten von griechischen Inseln in Deutschland aufzunehmen. Am Freitag hatte Seehofer mitgeteilt, Deutschland werde 100 bis 150 Jugendliche einreisen lassen.

1000 Schlafsäcke und Decken aus Brandenburg für Moria

Aus Brandenburg sind 500 Schlafsäcke und 500 Wolldecken auf dem Weg zu den Flüchtlingen aus Moria. Die Hilfsgüter wurden von einem Transporter des Technischen Hilfswerks abgeholt, wie das Innenministerium in Potsdam am Dienstag mitteilte. Die Lieferung aus einem Katastrophenschutzlager in Beeskow (Oder-Spree) soll nach mehreren Zwischenstopps in Deutschland auf die Insel gebracht werden.

Brandenburger Initiativen fordern, dass sich das Land zu einem „sicheren Hafen“ für Migranten aus griechischen Lagern erklärt. Sechs Städte und Landkreise seien zur Aufnahme bereit, sagte Mira Roth von der Bewegung Seebrücke Potsdam. Brandenburg müsse alle rechtlichen Möglichkeiten nutzen, so Katharina Müller, Geschäftsstellenkoordinatorin vom Flüchtlingsrat Brandenburg.